Beim Golf und American Football bekommt er „den Kopf frei“

In der Serie „Mehr als Rudern“ blicken wir über den Bootsrand hinaus. Im fünften Teil haben wir bei Malte Großmann nachgehört, was ihn über den Leistungssport hinaus beschäftigt.

Malte Großmann ist ein Sportler durch und durch, auch wenn er nicht im Ruderboot sitzt. Um auszuspannen begibt sich der 24-Jährige aufs Grün, schon seit seiner Jugend ist er leidenschaftlicher Golfer. Und selbst auf der Couch ist Sport die Nummer eins für ihn, dann auf dem Fernseher beim American Football. „Ich brenne fürs Rudern, aber auch Golf und American Football sind große Leidenschaften von mir“, sagt Großmann.

Der gebürtige Hamburger wurde in eine Hockeyfamilie hineingeboren – Tante Hella Roth-Großmann gewann 1984 in Los Angeles sogar die olympische Silber-Medaille. Auch Malte Großmann spielte in seiner Kindheit lange Hockey, bevor 2008 das Ruderboot in den Vordergrund rückte. Zu dieser Zeit hatte er den Golfschläger schon im Schrank. „Ich tausche regelmäßig den Riemen gegen den Golfschläger. Ich habe immer viel gespielt. Als es mit dem Rudern damals ernster wurde, da wurde es etwas weniger. Aber ich habe nie aufgehört“, erzählt Großmann.

„Eine andere Form der Konzentration“

Für den 24-Jährigen, der über seine Familie zum Golfsport kam, ist es genau der richtige Ausgleich zum Rudern. „Golf ist einfach komplett was anderes als Rudern, total gegensätzlich. Es ist alles viel ruhiger und erfordert eine andere Form der Konzentration“, sagt Großmann, der immerhin ein Handicap von 15 aufweisen kann: „Es kommt mir nicht unbedingt auf das Ergebnis an. Ich bin oft alleine auf dem Golfplatz unterwegs und kann dabei toll den Kopf frei kriegen. Sonst dreht sich alles ums Rudern oder das Studium. Beim Golfen komme ich mal auf andere Gedanken.“

Fan der Seattle Seahawks

Die Profigolfer verfolgt Großmann nur sporadisch, auf dem Fernseher flimmert dafür eine andere Sportart: American Football. „Wenn die Saison beginnt, bin ich jeden Sonntag vor dem Fernseher, Ich bin schon ein extremer Football-Fan“, verrät der Ruderer, der ein Anhänger der Seattle Seahawks ist. Einmal war er sogar live bei einem NFL-Spiel dabei. Nach der Ruder-WM in Florida 2017 hing er noch ein paar Tage USA-Urlaub hinten dran und besuchte die Partie der Miami Dolphins gegen die Tennessee Titans. Davon schwärmt er noch heute: „Das war ein geiles Erlebnis, unvergesslich. Die Atmosphäre war unfassbar.“

Vor sieben Jahren hat Großmann die Sportart kennengelernt. Trotz der großen Begeisterung kommt das Ausprobieren für ihn als Leistungsruderer jedoch nicht in Frage. „Die Gefahr von Verletzungen ist leider zu hoch. Ich glaube, da hätten auch unsere Trainer etwas dagegen“, sagt er. Auch deswegen bevorzugt der Ruderer den Golfplatz. Und wenn es dann doch mal kein Sport ist, dann sitzt er über seinen Büchern.

Studium geht in Richtung Bachelor-Abschluss

Großmann studiert Wirtschaftsingenieurswesen an der Uni Hamburg. Seit seinem Umzug nach Dortmund in die Nähe des Stützpunktes im Herbst 2018 ist das Studieren etwas komplizierter geworden. Lernen kann er in Dortmund, wo er sich an der TU als Zweithörer auch einige Kurse anrechnen lassen konnte. Ansonsten musste er in den Norden Deutschlands pendeln. Dass aktuell wegen der Corona-Pandemie alles auf Online-Seminare umgestellt wurde, passt ihm deswegen ganz gut. „Das kommt mir sehr entgegen. So langsam geht es auf den Bachelor zu“, berichtet Großmann, der sich vorstellen kann, später etwas in Richtung Logistik zu machen: „Aber jetzt steht erst einmal das Rudern wieder im Vordergrund, mein Ziel ist die EM.“

31.07.2020 | von Felix Kannengießer

Malte Großmann zuletzt in Ratzeburg im Vierer ohne Steuermann (3. v. li.).

Außerhalb des Ruderboots kommt er vor allem beim Golf auf andere Gedanken.

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