Vaterfreuden und technische Spielereien

In der Serie „Mehr als Rudern“ blicken wir einmal über den Bootsrand hinaus. Im dritten Teil haben wir bei Malte Jakschik nachgehört, was ihn über den Leistungssport hinaus beschäftigt.

Sportlich hat Malte Jakschik als mehrfacher Europa- und Weltmeister sowie Olympia-Zweiter im Deutschland-Achter schon einige seiner Träume erreicht, auch privat kann er hinter zwei Lebenszielen nun einen Haken machen: In diesem Jahr hat Jakschik sein Maschinenbau-Studium an der Ruhr-Uni Bochum abgeschlossen und ist zum ersten Mal Vater geworden.

Vom Timing hätte es für Jakschik kaum besser laufen können. Noch bevor Sohn Emil das Licht der Welt erblickte, hatte er seine Masterarbeit abgegeben. Thema war die Entwicklung eines Industrieroboter-Greifarms für besonders empfindliche Objekte. „Technik hat mich schon immer interessiert. Die ganzheitliche Betrachtung von mechatronischen Systemen finde ich einfach spannend, auch die Informatik“, sagt der 27-Jährige, der bei seiner Bachelorarbeit erstmals tiefer in die Materie vordrang. Damals entwickelte er einen Sensor für einen Laufschuh und programmierte eine Feedback-App, um das Auftreten zu detektieren und zu optimieren.

Technikbegeisterung im Alltag

Auch zu Hause zeigt sich Jakschiks Technikbegeisterung, manchmal auch bei ganz alltäglichen Dingen. Aktuell tüftelt er zum Beispiel an einer automatischen Bewässerung für den Balkon. Die Gießkanne hat dann Pause. „Es sind eigentlich nur kleine Spielereien, wo ich mich auch ein bisschen ausprobieren kann. Aber mir macht es Spaß sich solche kleinen Projekte zu überlegen und umzusetzen “, sagt Jakschik. Mit seinem Vater schraubt er außerdem gerne am heimischen Auto.

Familie ist ein wichtiger Pol

„Die freie Zeit genieße ich mit meiner kleinen Familie“, sagt Jakschik, der in seiner Vaterrolle aufgeht: „Es ist etwas ganz Besonderes, sein Kind auf dem Arm zu halten. Und wenn Emil mich anlächelt, wenn ich vom Sport nach Hause komme, sind das einfach schöne Momente. Für mich ist meine Familie ein wichtiger Pol außerhalb des Sports, bei dem ich sehr gut abschalten kann.“

Um die Geburt seines Sohnes Emil zu erleben, reiste er damals in Absprache mit den Trainern nicht mit dem Team Deutschland-Achter ins Trainingslager nach Sabaudia. Zusammen mit seinem Ruderpartner Richard Schmidt entschlossen sie, am Stützpunkt in Dortmund zu bleiben. Gemeinsam zogen die beiden in Deutschland das gleiche Programm durch wie die Kollegen in Italien. Mit einschlagendem Erfolg: Bei der anschließenden nationalen Ausscheidung gewannen sie die Rangliste im Zweier. Auch ansonsten lassen sich bei Jakschik Leistungssport und Familie gut vereinbaren.

„Ich komme nachmittags vom Training wie andere von der Arbeit. Für die anstehenden Trainingslager werden wir dann auf Videotelefonie umsteigen, um meinen Kleinen weiterhin zu sehen. Und ich habe die volle Unterstützung meiner Frau. Sie war früher auch Ruderin und kann deshalb die Dinge gut nachvollziehen“, erzählt Jakschik.

29.06.2020 | von Felix Kannengießer

Malte Jakschik hat sich sportlich mit dem Deutschland-Achter schon einige Ziele erfüllt. 

Mit Zweierpartner Richard Schmidt rudert Malte Jakschik schon lange Jahre zusammen.

Auch Technik kann Malte Jakschik ein Lächeln auf die Lippen zaubern.

Pläne um ein Jahr verschoben

Eigentlich hatte sich Jakschik vorgenommen, sich nach Olympia mit seinem abgeschlossenem Masterstudium auf dem Jobmarkt zu bewerben. Wegen der Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio auf das Jahr 2021 wird Jakschik nun auch seinen Start in den Beruf um ein Jahr nach hinten verschieben. „Für das kommende Jahr mache ich mir aber trotzdem schon Gedanken“, verrät Jakschik: „Ich finde es wichtig, sich außerhalb des Sports noch mit anderen Dingen zu beschäftigen.“

Termine

9.-11.10.2020: Europameisterschaften in Posen/Polen

16-18.10.2020: SH Netz Cup in Rendsburg

Deutschland-Achter GmbH
An den Bootshäusern 9-11
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