„Das Wochenende in Linz war eine Charakterfrage“

Interview zum zweiten Weltcup mit Felix Wimberger aus dem Deutschland-Achter.

Beim zweiten Weltcup in Linz musste der Deutschland-Achter hart für den Sieg kämpfen. Im Finale setzte sich das deutsche Flaggschiff nach zweiten Plätzen im Time-Trial und Hoffnungslauf deutlich gegen die internationale Konkurrenz durch. Im Interview verrät Felix Wimberger, wie die Mannschaft das vergangene Wochenende erlebt hat, wie die Ruderer im Finale den Schalter umgelegt haben und was für Erkenntnisse der Weltcup gebracht hat.

Wie hast du den zweiten Weltcup erlebt?

Wimberger: Es war ein ungewohntes Wochenende für uns, die drei Rennen waren sehr intensiv. Im Time-Trial haben wir eigentlich ein gutes Rennen abgeliefert und hatten uns nicht viel vorzuwerfen. Am Ende waren drei Zehntel entscheidend, das ist nur ein Bugkasten, da guckt man natürlich blöd aus der Röhre. Im Hoffnungslauf sind wir nicht so gut gerudert. Die Briten hatten sich viel vorgenommen und haben direkt vor uns gelegen. Wir waren vielleicht nicht heiß und gallig genug. Am Ende des Rennens haben wir dann die Kräfte für das Finale gespart. Wir haben aus dieser neuen Situation – wenn es in einem Wettkampf mal nicht so läuft wie gewünscht – einiges gelernt und wichtige Erfahrungen gesammelt. Wir haben uns nach dem Hoffnungslauf als Mannschaft zusammengesetzt und viel gesprochen, so sind wir wieder in die richtige Stimmung für das Finale gekommen. Man hat dann am Sonntag schon beim Einfahren gemerkt, dass alle wieder voll da sind.

Wie wichtig war der Finalsieg am Sonntag?

Wimberger: Nach dem Sieg am Sonntag ist bei uns schon ein Stück weit Last abgefallen. Das Entscheidende war, dass wir uns für das Finale vorgenommen hatten, Spaß zu haben und absolut konsequent zu fahren. Wir wollten uns dabei nur auf uns konzentrieren und keinen Zweifel aufkommen lassen. Auf den ersten 1.000 Metern habe ich sogar die Kommentare von Martin Sauer, unserem Steuermann, nicht richtig wahrgenommen und wusste gar nicht, wo wir liegen – ich habe mich nur darauf konzentriert, konsequent und schnell zu rudern. Ich denke, wir haben das ganz gut gemacht und am Ende einen größeren Vorsprung als in Belgrad herausgefahren. Das Wochenende in Linz war auch eine Charakterfrage. Das Ergebnis am Sonntag hat für die Mannschaft gesprochen, wie wir mit der Situation umgegangen sind und wie wir sie gelöst haben. Wir haben damit wieder einen Schritt nach vorne gemacht.

Wie hast du die Konkurrenz in Linz wahrgenommen?

Wimberger: Die Konkurrenz hat zugelegt, es wird enger in dieser Saison. Die Briten sind wieder ein großer Gegner. Mit Australien hatten wir im Vorhinein schon gerechnet, allerdings haben sie diesmal auch zwei ganz unterschiedliche Rennen hingelegt. Auf die Amerikaner bin ich noch gespannt. Insgesamt ist das Niveau höher. Wir brauchen uns aber nicht verstecken, sondern können auf unsere Stärken bauen, wenn wir so konsequent weitermachen. Solche Rennen wie am Sonntag in Linz zu gewinnen, macht einfach Spaß. Das hat auch einen höheren Stellenwert.

Wie hat dir der Time-Trial-Modus gefallen?

Wimberger: Ehrlich gesagt finde ich das gar nicht gut. Für die Zuschauer ist es nicht mehr so spannend, wenn nur noch ein Boot nach dem anderen abfährt. Und für die Fairness bringt es auch nichts, denn die Bedingungen bleiben ja nicht gleich. Auch für den Kopf finde ich es etwas schwierig, wenn du keinen Gegner neben dir hast. Wir sind eine Mannschaft, die den Bord-an-Bord-Kampf liebt.

 

27.06.2018 | Interview: Felix Kannengießer

Felix Wimberger im Interview.

Das Wochenende in Linz hat Wimberger als „sehr intensiv“ wahrgenommen.

Nach drei spannenden Rennen konnte sich der Deutschland-Achter am Ende wieder als Sieger feiern lassen.

Fotos: Detlev Seyb

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Freitag, 21.9., 19.00-19.30 Uhr: Ergo-Cup im Rendsburger Kreishafen
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