Zum Tod von Prof. Dr. Roland Baar: Prägend für Generationen

Am Wochenende ist der ehemalige Schlagmann des Deutschland-Achters Roland Baar im Alter von 53 Jahren bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Er war der erfolgreichste Schlagmann seiner Generation und bestimmte das Bild des Deutschland-Achters maßgeblich.

Als Roland Baar am 28. Juli 1996 an der Regattastrecke von Atlanta aus dem Boot stieg, verließ der prägendste Ruderer des damaligen Jahrzehnts den Deutschland-Achter. 

Von 1989 bis 1996 war Baar durchgehend Schlagmann des Flaggschiffs des deutschen Rudersports, eine an sich schon bemerkenswerte Leistung in einem von höchsten Anforderungen geprägten Umfeld. In dieser Zeit gewann er fünf von sechs möglichen Weltmeistertiteln, errang bei den Olympischen Spielen von Barcelona in einem der besten Achterrennen aller Zeiten die olympische Bronzemedaille und beendete seine Karriere mit der olympischen Silbermedaille von Atlanta.

Wie stark Roland Baar das Bild des Deutschland-Achters geprägt hatte, zeigte am deutlichsten, als er eben diesen verließ. Nach dem Ende seiner Karriere sollten elf Jahre vergehen, bis sich erneut ein Schlagmann des Deutschland-Achters Weltmeister nennen durfte und vier olympische Zyklen zogen vorüber, bis der Deutschland-Achter wieder auf dem Podest einer olympischen Regatta Medaillen empfing. 

Gleichzeitig wurde ihm nur zwei Jahre nach seinem letzten Rennen die „Thomas-Keller-Medaille“ der FISA verliehen, die nur Ruderern mit einer außergewöhnlichen Karriere, einzigartigen Leistungen und einem bemerkenswerten sportlichen Auftreten in der Gemeinschaft der internationalen Ruderer zugestanden wird. Roland Baar ist der einzige Athlet des Deutschland-Achters, dem diese Ehre zuteil wurde.

Obwohl sein Ruderstil weder als besonders elegant galt, noch von unermesslicher Kraft zu strotzen schien, wurden Generationen von Ruderern im Achter an den Leistungen des hellblonden, immer etwas schlaksig wirkenden Athleten aus Hannover gemessen. Grund war nicht nur Roland Baars Erfolg selbst, sondern gerade dass sein eigenwilliger Stil wie ein Spiegel eines unbändigen Willens wirkte, mit dem er sich und seine Mannschaften zu gemeinsamen Zielen und über Widerstände hinweg vorantrieb. 

 

Auch die berufliche Laufbahn von Roland Baar dient dem Team Deutschland-Achter bis heute als Fixpunkt für die Ausbildung neuer Athleten von Weltklasse. Baar betonte immer die Bedeutung des Studiums und der Ausbildung neben dem Leistungssport als unverzichtbar für den Erfolg während und nach der Ruderkarriere. 

Sein beruflicher Werdegang führte ihn von der Promotion als Maschinenbauer über mehrere Stationen bis hin zur Professur an der Technischen Universität Berlin und zeigte, wie die im Leistungssport erlernten Stärken im weiteren Leben nutzbar gemacht werden können. Dieses Prinzip stellt deshalb bis heute den Kern der Förderung aller Athleten des Deutschland-Achters dar.

Gestern erreichte uns die Meldung, dass Roland Baar bei einem Autounfall am Wochenende ums Leben kam. Diese Nachricht hat insbesondere die Mannschaftskameraden und Trainer, die Roland noch aus den Zeiten seiner Ruderkarriere kannten, tief getroffen.  Aber auch die jungen Athleten des Team Deutschland-Achter, die bewusst und unbewusst tagtäglich seinem Beispiel nacheifern, nahmen seinen Tod mit hängenden Köpfen zur Kenntnis.

Wir wünschen der Familie und den Angehörigen von Roland Baar unser herzlichstes Beileid und versprechen sein Andenken mit ganzer Kraft zu erhalten und zu ehren.

26.06.2018 | Von Martin Sauer

Roland Baar: Schlagmann des Deutschland-Achters von 1989 bis 1996. Er kam am Wochenende bei einem Autounfall ums Leben.

Termine

18. SH Netz Cup in Rendsburg:

Freitag, 21.9., 19.00-19.30 Uhr: Ergo-Cup im Rendsburger Kreishafen
Samstag, 22.9., 17.00-17.30 Uhr: Ruder-Sprint-Cup im Rendsburg Kreishafen (anschließend Autogrammstunde am Stand der Sporthilfe)
Sonntag, 23.9.: 12,7-Kilometer-Langstrecke von Breiholz nach Rendsburg

 

TV-Berichterstattung:

Sonntag, 23.9.: 14.00-15.15 Uhr NDR TV live; ab 18.00 Uhr: ARD Sportschau; 22.50 Uhr: NDR Sportclub

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