Wieder keine Medaille

Platz vier für den Deutschland-Achter beim Weltcup in Luzern. Christ: „Fortschritt zu Sevilla, aber es hat nicht gereicht.“

Wieder keine Medaille, wieder Platz vier: Dem Deutschland-Achter blieb es beim Weltcup in Luzern erneut verwehrt, am Siegersteg anzulegen. Wie schon in Sevilla vor vier Wochen musste sich das Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes mit dem vierten Platz zufriedengeben. Weltmeister Niederlande, Olympiasieger Großbritannien und Australien waren im Rotsee-Finale letztlich schneller. „Es war ein Fortschritt im Vergleich zu Sevilla, aber es hat nicht gereicht. Wir konnten heute leider nicht an die Leistung aus dem Vorlauf anknüpfen“, sagte Julius Christ. Am Freitag betrug der Rückstand auf den Weltmeister 1,5 Sekunden, im Finale waren es knapp fünf Sekunden.

Dabei fanden Sönke Kruse, Theis Hagemeister, Tassilo von Müller, Tobias Strangemann, Olaf Roggensack, Mattes Schönherr, Julius Christ, Paul Klapperich und Steuermann Jonas Wiesen gut ins Rennen und behaupteten auf den ersten 500 Metern lange eine kleine Führung. Und auch nach 800 Metern, als sich die Niederländer abgesetzt hatten, lagen sie noch gleichauf mit den Briten und Australiern. Die deutsche Crew ließ auch nicht locker, als sich die anderen Boote absetzten, erst 200 Meter vor dem Ziel wurde der Abstand größer. Letztlich fehlten gut zwei Sekunden zur Belohnung für die harte Arbeit der letzten Wochen und zur Medaille. 

„Nach Sevilla haben wir wichtige Umstellungen vorgenommen. Es waren jetzt zwei vernünftige Rennen, aber es muss uns gelingen, mit dem hohen Anfangsspeed auf den zweiten 500 Metern weiterzufahren. Wir müssen draufbleiben“, meinte Steuermann Jonas Wiesen. Und Mattes Schönherr ergänzte: „Es war noch nicht genug. Wir wissen: Das Potenzial ist da, wir müssen es nur konsequent abrufen.“

„Das war nicht synchron genug“

Ein gutes Rennen, zwei aus der schlechteren Kategorie: So lautet das Rotsee-Fazit vom Vierer ohne Steuermann. Fuhren Jasper Angl, Benedict Eggeling, René Schmela und Mark Hinrichs am Freitag im Vorlauf noch auf einen guten zweiten Platz hinter dem Topboot aus den Niederlanden, fehlten im Halbfinale am Samstag und im heutigen B-Finale Gemeinsamkeit und Leichtigkeit. „Das war heute nicht synchron genug, was dann bei Gegenwind doppelt bestraft wird. Die Abstände sind im Vierer sehr eng, da wird das dann gleich mit einigen Plätzen bestraft“, sagte Benedict Eggeling und blickte nach vorne: „Was wir aus dem Wochenende mitnehmen, ist: Wir wollen und ziehen auch, aber wir müssen auf eine gemeinsame Ruderbewegung wertlegen.“  

Und Bundestrainerin Sabine Tschäge ergänzte: „Wir haben es gezeigt und wissen auch, dass wir das Boot auf Geschwindigkeit bringen können. Wir müssen unser Konzept aber auch unter Druck umsetzen. Das Vielwollen darf uns nicht blockieren.“ Trotz der jüngsten Rückschläge blickt Schlagmann Jasper Angl aufgrund des Potenzials, das in dem Boot steckt, zuversichtlich auf die nächsten zwei Monate: „Wir waren hier, um für die EM und die WM zu üben. Wir haben einiges gelernt. Und das Ziel bleibt, dass wir bei den nächsten Regatten ins A-Finale wollen.“

Breuer/Brahms: Rückkehr nach Deutschland 

Mit Platz vier im B-Finale und damit als Gesamt-10. endete die Regatta für Frederik Breuer und Leonard Brahms im Zweier ohne Steuermann. Das Duo, das die Weltcup-Serie an der Cambridge University vorbereitete, kam in seinem letzten Rotsee-Rennen hinter Norwegen, Großbritannien und Kasachstan ins Ziel. Jetzt geht es für Breuer und Brahms noch einmal für eine Woche zurück nach Großbritannien, wo sie die letzten Uni-Tätigkeiten für ihre Masterarbeit absolvieren. Ab 6. Juli starten sie zusammen mit der gesamten deutschen Nationalmannschaft ins Trainingslager in Ratzeburg. „Dann endet unsere fünfjährige Zeit im Ausland, dann beginnt ein neuer Lebensabschnitt“, sagte Leonard Brahms. Ab Herbst werden die Beiden ihren Trainingsort nach Dortmund verlegen.

28.06.2026 | von Carsten Oberhagemann

 

Alles gegeben, aber am Ende nicht belohnt: Der Deutschland-Achter musste sich beim Weltcup in Luzern mit Platz vier zufriedengeben.

Platz fünf im B-Finale für den Vierer ohne Steuermann.

Platz vier im B-Finale für Frederik Breuer und Leonard Brahms im Zweier. 
Bilder: Detlev Seyb

Ergebnisse

Achter, A-Finale: 1. Niederlande 5:36,69 Minuten, 2. Großbritannien 5:36,93, 3. Australien 5:39,14, 4. Deutschland-Achter (Sönke Kruse, Theis Hagemeister, Tassilo von Müller, Tobias Strangemann, Olaf Roggensack, Mattes Schönherr, Julius Christ, Paul Klapperich, Steuermann Jonas Wiesen) 5:41,58, 5. AIN 5:46,03, 6. Polen 5:49,28.

Vierer ohne Steuermann, B-Finale: 1. Australien 2 6:02,37 Minuten, 2. Dänemark 6:02,61, 3. 3. Australien 1 6:03,15, 4. Polen 6:04,48, 5. Deutschland (Jasper Angl, Benedict Eggeling, René Schmela, Mark Hinrichs) 6:04,85, 6. Uruguay 6:09,25.

Zweier ohne Steuermann, B-Finale: 1. Norwegen 1 6:37,98 Minuten, 2. Großbritannien 6:40,02, 3. Kasachstan 6:43,31, 4. Deutschland 1 (Frederik Breuer, Leonard Brahms) 6:43,40, 5. Irland 2 6:45,28, 6. Australien 2 6:45,93.

Termine & Ergebnisse

Saison 2025/2026:
26.-28.06.2026: Weltcup in Luzern (Schweiz)
06.-24.07.2026: Trainingslager in Ratzeburg
25./26.07.2026: The Finals in Hannover
31.07.-02.08.2026: Europameisterschaften in Varese (Italien)
04.-15.08.2026: Trainingslager in Ratzeburg
24.-30.08.2026:
 Weltmeisterschaften in Amsterdam (Niederlande)
04.-06.09.2026: SH Netz Cup in Rendsburg

Unser weiterer Weg nach LA2028:

Weltmeisterschaften 2027 in Luzern (Schweiz)

Olympische Spiele 2028 in Los Angeles (USA, 14.-30. Juli 2028)

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