„Viel gewollt, aber nicht so leicht gerudert“

Der Vierer ohne Steuermann belegt beim Weltcup in Luzern im Halbfinale den fünften Platz - genauso wie der Zweier. Beide verpassen damit den erhofften Finaleinzug. Deutschland-Achter zuversichtlich vor dem morgigen Finale.

Der Wille war da, aber die nötige Lockerheit fehlte: Der Vierer ohne Steuermann kam im Halbfinale beim Weltcup in Luzern nicht über Rang fünf hinaus. Über drei Sekunden fehlten letztlich zum erhofften Finaleinzug. Jasper Angl, Benedict Eggeling, René Schmela und Mark Hinrichs kamen nicht an die Topboote aus Großbritannien, USA und den Niederlanden heran und mussten schließlich auch noch Australien passieren lassen.  

„Wir haben uns vorgenommen, fünf bis zehn Prozent mehr zu investieren. Das ist aber nach hinten losgegangen. Wir waren viel zu bissig und haben zu wenig Bootsgeschwindigkeit erzeugt“, sagte Schlagmann Jasper Angl. Dazu kam, dass der Vierer auf der ungünstigen Bahn neben dem britischen Vierer, dem Maß der Dinge, fuhr. Schon nach 400 Metern bekam das deutsche Quartett die Bugwelle der enteilten Briten ab. „Von unruhigem Wasser lassen wir uns leider noch zu sehr beeinflussen“, so Angl, der trotz des kleinen Dämpfers zuversichtlich nach vorne schaut: „Heute war es nicht genug, aber ich bin guter Dinge, dass wir die richtigen Schlüsse daraus ziehen. Wir haben den Drang, morgen das B-Finale zu gewinnen.“

„Heute sind wir unter unseren Möglichkeiten geblieben. Die Dynamik vom Vorlauf fehlte. Wir wollten viel, haben alles probiert, sind aber nicht so leicht gerudert. Jetzt gilt es, die Lockerheit zurückzugewinnen“, sagte Bundestrainerin Sabine Tschäge. Im B-Finale trifft der Vierer am Sonntag (9.40 Uhr) auf zwei australische Vierer, Polen, Dänemark und Uruguay. 

Wie stark das Zweier-Feld ist, mussten Frederik Breuer und Leonard Brahms wie vor vier Wochen in Sevilla nun auch in Luzern erleben. Das Duo kam im hochklassigen Halbfinale hinter Australien, Spanien, der Schweiz und Großbritannien ins Ziel. „Die ersten 1000 Meter waren vernünftig, auf der zweiten Streckenhälfte ging bei uns der Akku leer“, sagte Brahms und Breuer ergänzte: „Man muss realistisch sein: Die ersten drei Boote sind zu stark, dagegen konnten wir nichts ausrichten. Das war ein stückweit zu erwarten.“ I B-Finale erhoffen sich Breuer/Brahm nun ein besseres Abschneiden als in Sevilla (2. im B-Finale), die Gegner kommen aus Großbritannien, Kasachstan, Norwegen, Australien und Irland.

Mit dem Sieg im C-Finale beendeten Hanno Brach und Max John die Weltcup-Regatta. Das Ersatzmann-Duo setzte sich souverän gegen China, Korea, Indien, Hongkong und Brasilien durch. „In diesem Feld konnten sie befreit und vorne fahren. Das war ein guter Abschluss für die Beiden“, sagte Tschäge. 

Deutschland-Achter: Kampf um Podiumsplatz

Derweil bereitete sich die Deutschland-Achter mit einer Trainingseinheit am frühen Samstagmorgen auf das morgige Achter-Finale (13.20 Uhr) vor. Dann zählt es, dann will das Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes im Kampf um die Medaillen alles in die Waagschale werfen. Es geht gegen die Niederlande, Großbritannien, Australien, Polen und das Boot der neutralen Athleten. „Morgen kann alles passieren. Aber ein Platz auf dem Podium wäre der Lohn für die harte Arbeit seit Sevilla. Wir sind locker drauf, angriffslustig und arbeiten an den richtigen Dingen. Das stimmt mich zuversichtlich“, sagte Tassilo von Müller.

27.06.2026 | von Carsten Oberhagemann

 

Platz fünf im Halbfinale: der Vierer ohne Steuermann verpasst das erhoffte A-Finale.

Wie in Sevilla auch in Luzern im B-Finale: Frederik Breuer und Leonard Brahms im Zweier.

Sieg im C-Finale für Hanno Brach und Max John im Zweier.
Bilder: Detlev Seyb

Ergebnisse

Vierer ohne Steuermann, Halbfinale: 1. Großbritannien 1 5:52,88 Minuten, 2. USA 2 5:55,91, 3. Niederlande 5:56,93, 4. Australien 2 5:59,00, 5. Deutschland (Jasper Angl, Benedict Eggeling, René Schmela, Mark Hinrichs) 6:00,17, 6. Dänemark 6:00,82.

Zweier ohne Steuermann, Halbfinale: 1. Australien 1 6:25,30 Minuten, 2. Spanien 6:26,44, 3. Schweiz 6:26,90, 4. Großbritannien 6:29,98, 5. Deutschland 1 (Frederik Breuer, Leonard Brahms) 6:37,23, 6. Irland 2 6:39,08.

Zweier ohne Steuermann, C-Finale: 1. Deutschland 2 (Hanno Brach, Max John) 6:42,99, 2. China 1 6:47,48, 3. Korea 6:49,48, 4. Indien 6:55,06, 4. Hongkong 6:55,97, 6. Brasilien 7:01,89. 

Termine & Ergebnisse

Saison 2025/2026:
26.-28.06.2026: Weltcup in Luzern (Schweiz)
06.-24.07.2026: Trainingslager in Ratzeburg
25./26.07.2026: The Finals in Hannover
31.07.-02.08.2026: Europameisterschaften in Varese (Italien)
04.-15.08.2026: Trainingslager in Ratzeburg
24.-30.08.2026:
 Weltmeisterschaften in Amsterdam (Niederlande)
04.-06.09.2026: SH Netz Cup in Rendsburg

Unser weiterer Weg nach LA2028:

Weltmeisterschaften 2027 in Luzern (Schweiz)

Olympische Spiele 2028 in Los Angeles (USA, 14.-30. Juli 2028)

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