Packender Fight bei 34 Grad
Weltcup in Luzern: Deutschland-Achters macht große Fortschritte und zieht als Vorlaufzweiter ins A-Finale ein. Lichtblick auch vom Vierer, der als Zweiter ins Halbfinale fährt.Das kühlende Bad im Rotsee tat gut. Nach einem harten Fight auf dem Wasser, den sich der Deutschland-Achter im Vorlauf beim Weltcup in Luzern über die komplette 2000 Meter-Distanz mit Weltmeister Niederlande geliefert hatte, stiegen die Ruderer samt Steuermann ins Wasser und genossen die Erfrischung.
Im Auftaktrennen bei 34 Grad Celsius gaben Sönke Kruse, Theis Hagemeister, Tassilo von Müller, Tobias Strangemann, Olaf Roggensack, Mattes Schönherr, Julius Christ, Paul Klapperich und Steuermann Jonas Wiesen alles, um die Lücke zur Weltspitze zu verkleinern. Was zu einem großen Teil auch gelang: Waren es beim Weltcup in Sevilla vor vier Wochen noch fünf Sekunden auf die Holländer, so betrug der Abstand jetzt nur noch 1,5 Sekunden, was einer halben Bootslänge entspricht. Bis zur Streckenhälfte lag der Deutschland-Achter in Führung, erst nach 1.200 Metern schoben sich die Niederlänger vorbei. Dahinter kamen die neutralen Athleten vor China ins Ziel. „Das war ein gutes Rennen. Wir konnten viel länger mithalten. Wir sind nicht so weit weg und ich bin gespannt aufs Finale am Sonntag“, sagte Bundestrainer Mark Emke zufrieden. „Natürlich will man so ein Rennen gewinnen. Heute hat es leider noch nicht gereicht, aber es war ein Schritt in die richtige Richtung. Wir haben ein gutes Zeichen gesetzt, haben auch noch viel Luft nach oben“, sagte Tobias Strangemann.
„Schritt für Schritt geht es weiter. Wir konnten heute schon länger mitfahren. Ziel im Hinblick auf die WM ist, dass wir den anderen Nationen unser Renntempo möglichst bis zur Ziellinie aufdiktieren können“, sagte Theis Hagemeister, der den Vorlauf von Sevilla als „Wachrüttler“ bezeichnete. Die Umstellung im Training in den vergangenen Wochen mit höheren Intensitäten im Boot hat sich schon bemerkbar gemacht. „Wir haben mehr Punch reingebracht und mehr Dynamik im Boot. Das springt gut an.“
Das gilt es am Sonntag im Finale (13.20 Uhr) zu wiederholen. Dort trifft der Deutschland-Achter auf die Niederlande, Großbritannien, Australien, Polen und das Boot der neutralen Athleten. Es ist ein enges Feld, aber Coach Emke ist nach dem verheißungsvollen Auftakt zuversichtlich: „Wir können das Podium schaffen.“
„Als würde das Boot fliegen“
Mit einem starken zweiten Platz im Vorlauf qualifizierte sich Vierer ohne Steuermann direkt und souverän fürs Halbfinale. Jasper Angl, Benedict Eggeling, René Schmela und Mark Hinrichs bestätigten die Trainingseindrücke und sorgten für einen Lichtblick am ersten Wettkampftag auf dem Rotsee. „Wir sind sauber und kontrolliert los und dann gleichmäßig über die Strecke gekommen. Das war ein konstant gutes Niveau“, sagte Eggeling, der mit seinem Team hinter dem WM-Dritten aus den Niederlanden und vor Dänemark und Spanien ins Ziel kam.
„In einer Phase mitten im Rennen hatte ich das Gefühl, als würde das Boot fliegen. Da konnten wir dem Rennen den Stempel aufdrücken und uns von den Dänen absetzen“, meinte Schlagmann Angl und Mark Hinrichs ergänzte: „Wir konnten heute Akzente setzen, aber wir wissen auch: Das war der erste Schritt, der ein gutes Gefühl gibt. Aber morgen müssen wir eine Schüppe drauflegen, wir wollen alle sehr gerne ins A-Finale.“ Zufrieden war mit dem Auftakt auch Bundestrainerin Sabine Tschäge: „Das, was sie im Training zeigen, ist im Rennen aufgeblitzt. Das zeigt: Wenn wir eine längere Zeit gemeinsam üben können, können wir auch Fortschritte im Wettkampf machen.“
Breuer/Brahms über die Zeit weiter
Auch der Zweier ohne Steuermann mit Frederik Breuer und Leonard Brahms zog ins Halbfinale ein. Es war nach dem vierten Platz im Vorlauf hinter Australien, Spanien und Kasachstan aber eine kurze Zeit des Bangens nötig. Denn das Duo kam nur als einer von vier Zeitqualifikanten weiter. „Wir sind mit dem Auftaktrennen nicht zufrieden, das war nicht unser bestes Rennen. Aber gut, dass es fürs Zwischenziel gereicht hat. Ich hoffe, dass wir morgen zulegen können und uns ähnlich wie in Sevilla von Rennen zu Rennen verbessern können“, meinte Frederik Breuer.
Mit der 13. besten Zeit reichte es für Hanno Brach und Max John knapp nicht fürs Halbfinale. Die beiden Ersatzleute belegten in ihrem Vorlauf den vierten Platz hinter Booten aus Griechenland, Schweden und Irland. „Sie sind ein solides Rennen gefahren. Das war in Ordnung, schließlich ist es kein eingefahrener Zweier, ihnen fehlen viele gemeinsame Kilometer. Aber es gut, dass die Ersatzleute hier Rennen fahren und damit Erfahrung sammeln können“, sagte Tschäge. Mit dem C-Finale (Samstag, 9.35 Uhr) haben Brach/John ein weiteres Zweier-Rennen auf dem Rotsee vor sich.
26.06.2026 | von Carsten Oberhagemann
Packender Vorlauf des Deutschland-Achters auf dem Rotsee.
Lichtblick: Der Vierer ohne Steuermann zieht souverän ins Halbfinale ein.
Kamen über die Zeit weiter: Frederik Breuer und Leonard Brahms im Zweier.
Knapp das Halbfinale verpasst: die Ersatzleute Hanno Brach und Max John zeigten ein solides Rennen im Zweier.
Bilder: Detlev Seyb
Ergebnisse
Achter, Vorlauf: 1. Niederlande 5:28,27 Minuten, 2. Deutschland-Achter (Sönke Kruse, Theis Hagemeister, Tassilo von Müller, Tobias Strangemann, Olaf Roggensack, Mattes Schönherr, Julius Christ, Paul Klapperich, Steuermann Jonas Wiesen) 5:29,73, 3. AIN 5:35,10, 4. China 5:40,24.
Vierer ohne Steuermann, Vorlauf: 1. Niederlande 5:57,13 Minuten, 2. Deutschland (Jasper Angl, Benedict Eggeling, René Schmela, Mark Hinrichs) 5:59,74, 3. Dänemark 6:01, 25, 4. Spanien 6:02,08, 5. Indien 6:20,76.
Zweier ohne Steuermann, Vorlauf 2: 1. Australien 1 6:29,78 Minuten, Spanien 6:33,18, 3. Kasachstan 6:35,05, 4. Deutschland 1 (Frederik Breuer, Leonard Brahms) 6:37,57, 5. Indien 6:59,71.
Zweier ohne Steuermann, Vorlauf 3: 1. Griechenland 6:30,97 Minuten, 2. Schweden 6:32,80, 3. Irland 2 6:37,60, 4. Deutschland 2 (Hanno Brach, Max John) 6:45,38, 5. China 1 6:45,82.
Termine & Ergebnisse
Saison 2025/2026:
26.-28.06.2026: Weltcup in Luzern (Schweiz)
06.-24.07.2026: Trainingslager in Ratzeburg
25./26.07.2026: The Finals in Hannover
31.07.-02.08.2026: Europameisterschaften in Varese (Italien)
04.-15.08.2026: Trainingslager in Ratzeburg
24.-30.08.2026: Weltmeisterschaften in Amsterdam (Niederlande)
04.-06.09.2026: SH Netz Cup in Rendsburg
Unser weiterer Weg nach LA2028:
Weltmeisterschaften 2027 in Luzern (Schweiz)
Olympische Spiele 2028 in Los Angeles (USA, 14.-30. Juli 2028)
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