Team Deutschland-Achter startet in Sevilla in die Wettkampfsaison

Weltcup in Spanien wird der erste Gradmesser nach der Nominierung

Die Mannschaften stehen, das erste internationale Rennen der Saison steht an: Von Freitag bis Sonntag (29. bis 31. Mai) trifft das neuformierte Team Deutschland-Achter beim Weltcup in Sevilla erstmals in diesem Jahr auf die internationale Konkurrenz. Für den Deutschland-Achter, den Vierer und den Zweier ohne Steuermann wird die Regatta in Andalusien damit zum ersten echten Gradmesser auf dem Weg in Richtung WM in Amsterdam.

Bereits am Mittwoch reiste das deutsche Team nach Spanien und absolvierte bei guten Bedingungen noch am selben Tag die erste Trainingseinheit auf dem Guadalquivir. Ab Freitag wird es ernst: Mit dem Weltcup beginnt für das Team Deutschland-Achter die heiße Phase der Saison. Nach intensiven Monaten der Vorbereitung liefert der erste internationale Vergleich wichtige Antworten – zumal in Sevilla die geballte Konkurrenz am Start ist, unter anderem Großbritannien, die Niederlande und Neuseeland. „Da weiß man direkt, was Sache ist und kann schauen, wo man steht“, sagt Bundestrainerin Sabine Tschäge.

Deutschland-Achter mit frischem Wind

Im Deutschland-Achter gab es im Vergleich zur Vorsaison nur eine personelle Veränderung: Tassilo von Müller ist neu ins Boot mit Sönke Kruse, Julius Christ, Tobias Strangemann, Olaf Roggensack, Mattes Schönherr, Paul Klapperich, Theis Hagemeister und Steuermann Jonas Wiesen gerückt. Dazu wurde die Sitzordnung geändert, Kruse übernimmt die Schlagposition. Die vergangenen Wochen nutzte das Team intensiv, unter anderem auch im Kurztrainingslager in Ratzeburg. Nun geht es in Sevilla gegen vier Gegner ins Rennen: Weltmeister aus den Niederlanden, Olympiasieger Großbritannien, Rumänien und Polen.

Bundestrainer Mark Emke sieht sein Team gerüstet: „Wir haben seit dem vergangenen Jahr einige wichtige Schritte gemacht. Mit Tassilo haben wir zusätzliche Power im Boot und auch die Veränderungen bei den Sitzpositionen funktionieren gut. Jetzt wollen wir sehen, wie sich das im Vergleich mit den internationalen Booten auszahlt und wie weit wir kommen können.“

Seit über einem Jahr arbeiten die Sportler mit dem Coach aus den Niederlanden zusammen, viele Automatismen haben sich eingespielt, die Sportler haben physisch wie technisch zugelegt. Das ist im täglichen Training zu spüren, wie Steuermann Jonas Wiesen berichtet: „Der Vorteil ist, dass ein Großteil der Mannschaft zusammengeblieben ist. Das kann zwar auch negativ sein, wenn man in denselben Trott verfällt, aber das haben wir bislang gut gelöst. Wir haben ein gemeinsames Grundverständnis, wie wir rudern wollen, und gute Jungs im Boot, die das umsetzen können. Es herrscht eine konstruktive Arbeitsatmosphäre, wir sind auf dem besten Weg.“

Vierer ohne Steuermann kommt in Fahrt

Im Vierer ohne Steuermann mit Jasper Angl, Benedict Eggeling, René Schmela und Mark Hinrichs verlief die Vorbereitung nicht ganz ohne Schwierigkeiten. Krankheitsbedingte Ausfälle sorgten immer wieder für Anpassungen. Dadurch konnten zuletzt auch keine direkten Teststrecken in Ratzeburg gefahren werden. Dennoch sieht Bundestrainerin Tschäge eine positive Entwicklung: „Der Vierer fängt an, gut zu laufen. Vor allem die vergangene Woche war nochmal ein guter Schritt.“ Das Ziel sei klar formuliert: „Es ist ein Prozess, den wir begonnen haben. Wir wollen uns über die Saison stetig entwickeln, um bei der WM in Amsterdam in Topform Richtung Finale zu gehen. Wir haben erfahrene Leute im Boot, die wissen, wie es läuft.“

Einer davon ist Benedict Eggeling, der wie drei weitere Athleten im Vierer schon Erfahrung im Deutschland-Achter hat. „Ich nehme die Möglichkeit im Vierer als Chance, um mich ruderisch weiterzuentwickeln. Im kleineren Team kann man individueller auf Personen eingehen und auch nochmal enger zusammenarbeiten“, sagt Eggeling und schaut zuversichtlich nach vorne: „Wir ziehen alle in die gleiche Richtung und versuchen, das Optimum rauszuholen.“

In Sevilla werden zwei Vierer aus dem Team Deutschland-Achter an den Start gehen. Aus dem Perspektivkader erhalten Simon Schubert, Kaspar Virnekäs, Ole Bartenbach und Paul Martin die Chance, sich zu zeigen und wertvolle Erfahrungen im internationalen Umfeld zu sammeln. Die deutschen Vierer bekommen es in Sevilla mit insgesamt zwölf Gegnern zu tun.

Brahms/Breuer treffen auf großes Zweierfeld

Im Zweier ohne Steuermann gehen Frederik Breuer und Leonard Brahms an den Start. Das Duo studiert aktuell in Cambridge und bereitete sich dort in enger Abstimmung mit dem deutschen Trainerteam auf die Saison vor. Nach Platz zwei bei den Deutschen Meisterschaften in München gehört der Zweier aktuell zu den stärksten deutschen Kombinationen. In Sevilla wartet nun die erste internationale Bewährungsprobe, 15 Zweier sind gemeldet. Während Breuer in der Olympiasaison 2024 im Deutschland-Achter bereits Erfahrung sammeln konnte, wird es für Brahms der erste internationale Wettkampf im Seniorenbereich. „Die beiden liegen in der nationalen Rangliste weit vorne. Natürlich brauchen sie im harten internationalen Zweierfeld noch Zeit und Erfahrung, aber die beiden machen einen guten Eindruck“, sagt Tschäge.

Nachdem das Duo das erste Viertel des Jahres vorwiegend in den Cambridge-Achtern absolvierte, ist die Einstimmung im Zweier gut verlaufen, wie Frederik Breuer bestätigt: „Die Vorbereitung in Cambridge lief sehr gut. Wir können das Training gut mit unserem Studium hier verbinden. Wir rudern mittlerweile in einem Trainingsboot, welches identisch ist zu dem Boot, in dem wir die Rennen fahren. Auch sonst sind die Trainingsbedingungen hier top. Wir sind bereit und freuen uns auf die erste internationale Regatta der Saison.“

Als Ersatzfahrer reisen Max John und Ben Gebauer mit nach Sevilla. Eigentlich war Hanno Brach als Ersatzmann neben John vorgesehen, er musste jedoch krankheitsbedingt passen. John ist bereit: „Ich versuche, die Rolle als Ersatzmann gut anzunehmen und das Team aus dem Hintergrund zu unterstützen. Wir hoffen natürlich nicht, dass jemand krank wird, aber ich schaue, dass ich für alle Fälle immer auf Strom bin.“

28.05.2026 | Text: Felix Kannengießer

 

Erste Eindrücke vom Team Deutschland-Achter aus Sevilla.

Fotos: Detlev Seyb/Maren Derlien

Zeitplan

Zweier: Vorlauf Freitag (ab 10:30 Uhr), Halbfinale Samstag (ab 11:37 Uhr), A-Finale Sonntag (11:18 Uhr)

Vierer: Vorlauf Freitag (ab 11:43 Uhr), Halbfinale Samstag (ab 12:11 Uhr), A-Finale Sonntag (12:10 Uhr)

Achter: Bahnverteilungsrennen Freitag (14:32 Uhr), Finale Sonntag (12:49 Uhr)

Termine & Ergebnisse

Saison 2025/2026:
29.-31.05.2026: Weltcup in Sevilla (Spanien)
26.-28.06.2026: Weltcup in Luzern (Schweiz)
06.-24.07.2026: Trainingslager in Ratzeburg
25./26.07.2026: The Finals in Hannover
31.07.-02.08.2026: Europameisterschaften in Varese (Italien)
04.-15.08.2026: Trainingslager in Ratzeburg
24.-30.08.2026:
 Weltmeisterschaften in Amsterdam (Niederlande)
04.-06.09.2026: SH Netz Cup in Rendsburg

Unser weiterer Weg nach LA2028:

Weltmeisterschaften 2027 in Luzern (Schweiz)

Olympische Spiele 2028 in Los Angeles (USA, 14.-30. Juli 2028)

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