Henley: Silber für Hagemeister und Schmela

Außerdem: Der Deutschland-Achter von 1989 feierte bei der Henley Royal Regatta ein außergewöhnliches Jubiläum

Bei der Henley Royal Regatta gab es in der Zweier-Konkurrenz spannende Rennen mit Beteiligung des Team Deutschland-Achter. Zuerst gewannen Theis Hagemeister und René Schmela das deutsche Duell gegen Marc Kammann und Malte Großmann, am Ende konnte das Duo Silber mitnehmen. Eingeladen war auch das Team des Deutschland-Achter von 1989, das eine ganz besondere Verbindung zu Henley hat und aufgrund eines außergewöhnlichen Jubiläums die 2.112 Meter nochmal gemeinsam absolvierte.

Direkt in der ersten Runde des „Silver Goblets & Nickalls‘ Challenge Cup“ legte das Los das deutsche Duell im Zweier ohne Steuermann fest. „Wir verstehen uns gut untereinander, deswegen haben wir uns über das Los geärgert. Wir sind es dann freundschaftlich und in einer sportlich angenehmen Atmosphäre angegangen“, sagt Hagemeister. Beide Teams hatten nicht viele gemeinsame Kilometer als Duo absolviert und sind in dieser Besetzung noch nie gegeneinander gefahren. Es entwickelte sich ein spannendes Rennen auf Augenhöhe, bei dem Hagemeister/Schmela am Ende den Bug vor Großmann/Kammann hatten.

Für das siegreiche Duo hieß der nächste Gegner Irland und auch dieses Boot-gegen-Boot-Rennen wurde heiß. Die Iren holten sich nach dem Start die Führung, doch Hagemeister/Schmela gingen am Gegner vorbei, ruderten mutig weiter und ließen sich auch nicht verunsichern, als die Iren nochmal rankamen. „Da sind wir cool geblieben und haben gut pariert“, so Hagemeister. Im Finale warteten die Niederlande, gegen die sich ebenso ein spannendes Rennen entwickelte. In der zweiten Streckenhälfte mussten Hagemeister/Schmela aber abreißen lassen. „Wir sind technisch etwas auseinandergefallen. Da hat man auch gemerkt, dass wir noch nicht viele Kilometer miteinander gefahren sind“, findet Hagemeister: „Mit dem Ergebnis sind wir aber sehr zufrieden, damit hatten wir vorher nicht gerechnet.“

Beim Finale erlebte Hagemeister eine besondere Begegnung. Bei seinem ersten und bislang letzten Auftritt in Henley trat er 2019 im Holland-Achter an. Sein Trainer damals war diesmal der Trainer seines Finalgegners im Zweier: Rogier Blink. „Das war nochmal schön, sich mit ihm auszutauschen“, erzählt Hagemeister: „Henley war wieder eine wertvolle Erfahrung und ein besonderes Erlebnis für mich.“ Gleichzeitig war Henley für den 27-Jährigen, der gerade zum zweiten Ersatzmann im Team Deutschland-Achter berufen wurde, aber auch mit Reisestress verbunden. Vom Trainingslager in Völkermarkt ging es für ihn nach England und anschließend nun zum finalen Olympia-Trainingslager in Ratzeburg.

Ehre für die Achter-Crew von 1989

Ein weiteres Highlight in Henley setzte aus deutscher Sicht die Crew des Deutschland-Achters von 1989. Das Team blieb seinerzeit in einem Fabelrennen im Finale gegen Russland als erster Achter unter sechs Minuten und setzte somit in Henley eine neue Rekordmarke, die bis 2011 hielt, als wieder der Deutschland-Achter eine neue Bestzeit aufstellte. Zum 35-jährigen Jubiläum dieses historischen Ereignisses kamen Martin Steffes-Mies, Ansgar Wessling, Frank Dietrich, Norbert Kesslau, Jörg Puttlitz, Heiner Schwäppe, Mark Mauerwerk und Dirk Balster auf Einladung zusammen, um die Strecke noch einmal zu rudern. Schwäppe, damals Ersatzmann, ersetzte Roland Bahr, der 2018 verstorben ist. Und statt Manfred Klein, der nicht dabei sein konnte, half der Brite Martin Haycock als Steuermann aus. „Da wurde uns eine große Ehre zuteil, das war schon ein besonderer Moment und es zeigt auch den riesigen Sportsgeist der Engländer“, berichtet Mauerwerk, der bereits 2022 mit einer kleineren Delegation in Henley zu Gast war.

Umjubelt vom Publikum und untermalt von einem historischen Rückblick wurde dem Team in einer Wettkampfpause die Ehre zuteil, die 2.112 Meter auf der Themse zu rudern. „Es passte gleich vom ersten Schlag wieder zusammen, so etwas verlernt man nicht“, sagt Steffes-Mies. Auch drumherum konnte das 1989er-Team das Regattawochenende mit guten Gesprächen genießen, unter anderem waren sie beim deutschen Botschafter in London eingeladen. „Wir konnten das außergewöhnliche Ereignis nochmal Revue passieren lassen. Die Leute hier haben sich richtig Zeit für uns genommen. Da möchte ich auch Nigel Longley danken, der das mit organisiert hat“, lobt Mauerwerk: „Für mich war es sportlich wie menschlich ein riesiges Highlight.“ Auch Steffes-Mies war begeistert: „Es war klasse, das mit der Truppe nochmal zu erleben. Es war ganz anders als damals als Ruderer, wo man komplett im Tunnel war. Henley ist einfach ein unvergleichliches Erlebnis und ein riesiges gesellschaftliches Ereignis. Es hat super viel Spaß gemacht.“

09.07.2024 | von Felix Kannengießer

Theis Hagemeister und René Schmela holten in Henley Silber.

Der Auftritt des Deutschland-Achter von 1989 bei der Henley Royal Regatta.

Termine

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Anreise zu den Olympischen Spielen in Paris
(Frankreich, 23. Juli 2024)

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SH Netz Cup in Rendsburg (6.-8. September 2024)

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