Sönke Kruse: Von der Werkstatt auf den Sattel

Teil 4 der Serie „Über dem Bootsrand“ beschäftigt sich mit Sönke Kruses zweiter Leidenschaft neben dem Rudern

Die Ruderer aus dem Team Deutschland-Achter sind meistens auf dem Wasser zu sehen, wie sie ihre Boote vorantreiben, trainieren und in Wettkämpfen die deutschen Farben vertreten. In unserer Serie blicken wir über den Bootsrand hinaus und schauen, was die Sportler außerdem noch bewegt. Im vierten Teil steht Sönke Kruse im Fokus.

Sönke Kruse wurde das Rudern quasi in die Wiege gelegt: Mutter Elke war Olympionikin im Achter, Vater Birger war im U23-Bereich erfolgreich. So richtig mit dem Rudern angefangen hat der Filius aber erst mit 14 Jahren, bis dahin standen andere Sportarten in seiner Gunst weiter vorne, zum Beispiel Fußball oder Radfahren. Während die Fußballschuhe mittlerweile im Keller verstauben, hat sich das Thema Fahrrad über die Jahre zu einer zweiten Leidenschaft neben dem Rudern entwickelt.

Leidenschaftlicher Bastler

„Ich komme aus Münster, da ist das Rad ja sowieso das Standard-Verkehrsmittel. Immer wenn ich Zeit finde und es in den Trainingsplan passt, bin ich auch heute noch gerne mit dem Rad auf der Straße unterwegs“, erzählt Kruse. Seine Faszination geht sogar über das reine Radfahren hinaus: Seitdem er sich 2020 erstmals einen Rahmen im Internet bestellt hat, baut er sich leidenschaftlich gerne seine Fahrräder selbst zusammen.

Alles selbst beigebracht

Weil sich Kruse schon immer mit Fahrrädern beschäftigt hat und er als Schüler ein Praktikum in einer Radwerkstatt absolviert hatte, besteht in Sachen Fahrradbau bei ihm ein gewisses Grundverständnis. Alles andere hat er sich Schritt für Schritt selbst beigebracht. „Es hat von Anfang an gut funktioniert und mich schnell begeistert. Ich habe schon immer gerne geschraubt und gebastelt“, sagt der 23-Jährige. Und so ist es nicht bei dem einen selbst gebauten Fahrrad geblieben.

Mehrere Räder

Immer wieder bestellt sich Kruse neue Modelle und verkauft dann teilweise seine alten Räder. In Kruses Sammlung befinden sich momentan ein City-Rennrad („ein schnelles Teil“), ein Gravel Bike („für Bikepacking und den Urlaub“), ein Rennrad mit Schutzblechen („für regnerische Tage“), ein altes Bianchi-Rennrad aus den 80er Jahren („Die Restauration war mein größtes Projekt.“) und ein Fixie, das ursprünglich vom Bahnradsport kommt. „Es macht mir richtig Freude, das Fixie zu fahren. Es ist sehr eigen, simpel und leise, das macht es für mich besonders – auch wenn man ziemlich doll treten muss, um loszufahren.“ Wenn die Rudersaison vorbei ist, will er sogar an einem Fixie-Rennen auf der Marathonstrecke in Berlin teilnehmen – sein erster Wettbewerb auf dem Rad.

Ein guter Ausgleich

Das Radfahren und insbesondere das Werkeln sind für ihn ein guter Ausgleich zum Leistungssport und dem Umweltingenieurswesen-Studium an der Ruhr-Universität Bochum. „Das Schrauben ist eine recht geduldige, langsame Sache. Das ist für mich ein passender Ausgleich“, sagt Kruse, der ansonsten auch gerne ein Buch zur Entspannung zur Hand nimmt. In seiner kleinen Werkstatt im Keller arbeitet er für gewöhnlich alleine, beim Fahren selbst hat er einige Mitstreiter, darunter auch andere Ruderer.

Beliebter Ansprechpartner

Im Team am Stützpunkt Dortmund hat es sich herumgesprochen, dass Kruse ein gutes Händchen für Fahrräder hat. Wenn es im Trainingslager an einem Rad ein Problem gibt, ist er ein beliebter Ansprechpartner, auch bei Kumpels hilft er gerne. Als Experten will er sich aber selbst nicht bezeichnen. „Ich würde eher sagen, dass ich ein ambitionierter Pfuscher bin“, sagt Kruse lachend und erzählt, was er noch vorhat: „Ich habe viele Ideen, was für Räder ich noch bauen und fahren möchte. Ich bin immer angetrieben davon, was Neues zu machen.“

24.02.2024 | von Felix Kannengießer

Sönke Kruse im Trainingslager auf Mallorca.

Sönke Kruse auf und am Rad in Aktion.

Kruses Lieblingsbike, das Fixie.

Termine

Weltcup in Varese (Italien, 12.-14.04.2024):
Achter: Vorlauf: 1. NED, 2. GER, 3. AUT; Hoffnungslauf: 1. ITA1, 2. GER, 3. ROU, 4. AUT, 5. ITA2; A-Finale: 1. GBR, 2. NED, 3. GER, 4. ITA, 5. ROU, 6. AUT
Vierer ohne Steuermann: Vorlauf: 1. SUI, 2. GER, 3. NED, 4. DEN, IRL; A-Finale: 1. ITA, 2. GBR, 3. NED, 4. GER, 5. SUI, 6. UKR
Zweier ohne Steuermann: Vorlauf 1: 1. GBR1, 2. DEN, 3. GBR2, 4. IRL, 5. GER2, 6. ITA2; Vorlauf 2: 1. SUI, 2. CRO, 3. ITA1, 4. GER1, 5. SWE; Hoffnungslauf: 1. GBR2, 2. CRO, 3. GER1, 4. GER2; B-Finale: 1. IRL, 2. GER1, 3. ITA2, 4. GER2, 5. SWE

EM in Szeged (Ungarn, 25.-28. April 2024)
Qualifikationsregatta in Luzern
(Schweiz 19.-21. Mai 2024)
Weltcup in Luzern
(Schweiz, 24.-26. Mai 2024)
Weltcup in Poznan
(Polen, 14.-16 Juni 2024)
Trainingslager in Völkermarkt (Österreich, 18. Juni - 3. Juli 2024)
Trainingslager in Ratzeburg (11.-20. Juli 2024)
Olympische Spiele in Paris (Frankreich, 27. Juli - 3. August 2024)
SH Netz Cup in Rendsburg (6.-8. September 2024)

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