Team Deutschland-Achter vor der WM: „Je höher, je besser“

Für den Deutschland-Achter, den Vierer und den Zweier beginnt in Amsterdam die letzte Etappe der Saison

Die letzten Vorbereitungen laufen, die ersten Boote sind bereits auf dem Weg zur Weltmeisterschaft in Amsterdam (24.-30. August): Für den Deutschland-Achter, den Vierer ohne Steuermann und den Zweier beginnt der Countdown zum Saisonhöhepunkt. Während Vierer und Zweier bereits am Donnerstag angereist sind und Anfang der Woche in ihre WM-Rennen starten, bleibt der Deutschland-Achter noch bis Mittwoch am Stützpunkt in Dortmund. Sein erster Einsatz erfolgt erst am Finalwochenende – am Samstag mit dem Vorlauf und dann am Sonntag mit Halbfinale und Finale innerhalb weniger Stunden. Alle drei Boote wollen ihre starken EM-Leistungen nun auch im großen WM-Feld bestätigen.

Deutschland-Achter: „Wie ein Uhrwerk“

Für den Deutschland-Achter wird der heutige Donnerstag noch einmal zum wichtigen Belastungstest. Mit zwei intensiven Einheiten und einer Pause dazwischen bildet die Mannschaft den WM-Sonntag nach, an dem zwischen Halbfinale und Finale ebenfalls nur wenige Stunden liegen. „Wir machen das, um den Wettkampf von Sonntag zu simulieren. Die zwei Rennen kurz nacheinander sind eine ungewohnte Herausforderung, aber wir nehmen das an“, sagt Bundestrainer Mark Emke.

Über die Saison hat sich der Deutschland-Achter kontinuierlich weiterentwickelt. Vor allem im gemeinsamen Rhythmus und in der Präzision der Ruderschläge sieht Emke deutliche Fortschritte. Einen wichtigen Impuls brachte die Hereinnahme von Frederik Breuer, der direkt die Schlagposition übernahm. „Er macht das wie ein Uhrwerk und die Mannschaft zieht genauso mit“, findet Emke. Auch physisch habe sich das Team über die vergangenen Monate deutlich entwickelt. Gleichzeitig hat der Achter an seiner Fähigkeit gearbeitet, das hohe Tempo auch über die zweite Rennhälfte hochzuhalten. „Wir haben im Training gesehen, was möglich ist. Das ist jetzt unsere Aufgabe, es auch im Wettkampf umzusetzen“, so Emke.

Zuletzt holten Frederik Breuer, Paul Klapperich, Julius Christ, Tassilo von Müller, Mattes Schönherr, Olaf Roggensack, Theis Hagemeister, Sönke Kruse und Steuermann Jonas Wiesen bei der EM in Varese Silber. Auch bei der WM will der Deutschland-Achter wieder um die Medaillen mitkämpfen. „Wir wollen aufs Podium. Je höher, je besser“, sagt Emke. Die Konkurrenz in Amsterdam ist groß: 13 Boote gehen an den Start. Neben den EM-Gegnern haben auch die Nationen aus Übersee und vor allem Olympiasieger Großbritannien und der Weltmeister aus den Niederlanden größte Ambitionen. Für das deutsche Team gilt der Fokus der eigenen Leistung. „Dass gute Gegner dabei sind, ist ja auch das Schöne. Genau deswegen fahren wir zur WM“, meint Emke, für den die Weltmeisterschaft auch eine Rückkehr in die Heimat ist: Der gebürtige Niederländer kennt die Strecke in Amsterdam bestens und wird bei der WM auf viele Bekannte treffen. „Ich kenne die Bosbaan sehr gut und weiß, wie sie sein kann“, so Emke.

Vierer: Wieder ins A-Finale

Auch der Vierer ohne Steuermann reist nach dem Gewinn der EM-Bronzemedaille mit Rückenwind nach Amsterdam. Nachdem zuletzt im Trainingslager in Ratzeburg verletzungsbedingt kurzzeitig Ersatzmann Hanno Brach einspringen musste, geht nun wieder rechtzeitig die bewährte Originalbesetzung aufs Wasser. René Schmela sitzt auf Schlag, dahinter Benedict Eggeling, Mark Hinrichs und Jasper Angl. „Wir sind wieder vollständig und in einem guten Takt“, berichtet Bundestrainerin Sabine Tschäge.

Die Vierer-Crew hat über die Saison hinweg spürbare Fortschritte gemacht, dabei hat sich die Sitzreihenfolge als wichtiger Faktor erwiesen. „Es hat ein bisschen gebraucht, aber wir haben die richtige Sitzreihenfolge gefunden. Das hat sich sehr schnell positiv bemerkbar gemacht“, sagt Tschäge und hebt die Qualitäten des Quartetts hervor: „Das Team ist technisch gut und kämpferisch stark eingestellt. Das sind echte Wettkampftypen.“

In Amsterdam soll die Mannschaft an die Leistung von Varese anknüpfen und sich erneut möglichst weit vorne behaupten. Nun wartet ein noch größeres Feld. Insgesamt 18 Boote kämpfen um den Einzug ins WM-Finale. Der Anspruch bleibt dennoch unverändert: Das A-Finale ist das Ziel, um dort nochmal alles rauszuholen. „Wir wollen uns so teuer wie möglich verkaufen“, so Tschäge.

Zweier: Im größten Riemen-Feld weiter wachsen

Noch größer ist das Feld im Zweier: 23 Boote sind gemeldet. Für den jungen deutschen Zweier mit Tobias Strangemann und Leonard Brahms wird die WM damit zur besonderen Herausforderung – und genau die nehmen die beiden mit großem Enthusiasmus an. Nach ihren ersten gemeinsamen internationalen Rennen bei der EM konnte das von Heiner Schwartz betreute Duo im Training weitere wichtige Kilometer sammeln und sich Stück für Stück steigern.

„Das ist ein hartes Feld, in dem es richtig zur Sache geht“, sagt Tschäge. Viele etablierte Zweier treffen in Amsterdam aufeinander. Das deutsche Duo will sich davon jedoch nicht beeindrucken lassen, sondern seine positive Entwicklung fortsetzen. Bei der EM erreichte die junge Kombination das B-Finale und mischte dort als Zweiter vorne mit. Dieses Ergebnis soll nun bestätigt und möglichst verbessert werden. „Wir wollen noch ein paar Prozent drauflegen und dann schauen, wozu es reicht“, sagt Tschäge.

Mixed-Achter und Ersatzmänner

Das Zweierduo sowie René Schmela und Benedict Eggeling aus dem Vierer gehen außerdem im Mixed-Achter mit Frauke Hundeling, Hannah Reif, Lisa Gutfleisch, Sarah Wibberenz und Steuermann Till Martini auf Medaillenjagd, nachdem zuletzt bei der EM schon Silber herausgesprungen war. Neben den WM-Booten gehören die Ersatzmänner Hanno Brach und Max John zur WM-Mannschaft. In der Vorbereitung haben sie eine wichtige Rolle übernommen, auch immer wieder in den Booten ausgeholfen und die Qualität hochgehalten.

Zeitplan

Der Zweier steigt als erstes in die WM ein, mit seinem Vorlauf direkt am Montag ab 16:58 Uhr. Weiter geht es mit dem Halbfinale am Mittwoch ab 16:59 Uhr. Das B-Finale findet am Freitag um 13:57 Uhr statt, das A-Finale um 16:43 Uhr. Für den Vierer beginnt der Vorlauf am Dienstag ab 14:03 Uhr, das Halbfinale am Donnerstag ab 15:35 Uhr. Das A-Finale steigt am Samstag um 11:41. Für den Deutschland-Achter stehen drei Rennen binnen 24 Stunden an: Los geht es am Samstag (29.8.) mit dem Vorlauf ab 15:46 Uhr. Am Sonntag folgen dann das Halbfinale ab 10:05 Uhr sowie das A-Finale um 13:38 Uhr. Zum Abschluss der WM fährt der Mixed-Achter sein Finale um 15:08 Uhr.

20.08.2026 | von Felix Kannengießer

 

Das Team Deutschland-Achter und der Mixed-Achter zuletzt bei der EM in Varese.

Bilder: Detlev Seyb & Maren Derlien

Termine

Saison 2025/2026:
04.-15.08.2026: Trainingslager in Ratzeburg
24.-30.08.2026:
 Weltmeisterschaften in Amsterdam (Niederlande)
04.-06.09.2026: SH Netz Cup in Rendsburg

Unser weiterer Weg nach LA2028:

Weltmeisterschaften 2027 in Luzern (Schweiz, 23.-29. August 2027)

Olympische Spiele 2028 in Los Angeles (USA, 14.-30. Juli 2028)

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