Lange auf Medaillenkurs, am Ende Vierter
Weltcup in Sevilla: Der Deutschland-Achter fährt über weite Strecken des Finalrennens in der Weltspitze mit, belegt schließlich den vierten Platz. Theis Hagemeister: „Wir sind offensiv los und am Ende den Heldentod gestorben.“Aggressiv und willensstark vom ersten Schlag, am Ende aber nicht belohnt: Der Deutschland-Achter fuhr im Weltcup-Finale in Sevilla mutig los, behauptete sich lange Zeit im Weltklasse-Feld der Großboote, musste sich schließlich aber mit dem vierten Platz hinter Weltmeister Niederlande, Großbritannien und Rumänien zufriedengeben. Trotz des verletzungsbedingten Ausfalls von Julius Christ, der von Ole Bartenbach ersetzt wurde, zeigte das Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes ein komplett anderes Gesicht als noch im Testrennen zwei Tage zuvor. „Das war viel besser. Die Mannschaft hat vom Start ihr Kämpferherz gezeigt. Dass sie am Ende etwas zu kämpfen hatte, gehört dazu. So können wir weitermachen“, sagte Bundestrainer Mark Emke.
Bei der 500-Meter-Marke lagen Sönke Kruse, Theis Hagemeister, Tassilo von Müller, Tobias Strangemann, Olaf Roggensack, Mattes Schönherr, Paul Klapperich, Ole Bartenbach und Steuermann Jonas Wiesen knapp vorn, wurden dann von den Niederländern und kurz nach Streckenhälfte auch von den Briten überholt. Auf dem letzten Streckenabschnitt zogen schließlich auch die Rumänen vorbei. „Auf den ersten 1000 Metern haben wir gesehen, dass es möglich ist, mit der Weltspitze mitzufahren. Wir sind offensiv ins Rennen gegangen und dann den Heldentod gestorben. Wenn der Ofen aus ist, dann ist es vorbei“, sagte Theis Hagemeister, der am heutigen Sonntag seinen 29. Geburtstag feierte – aber schließlich nicht den erhofften und möglichen Medaillengewinn.
Weitere Stimmen aus dem Deutschland-Achter:
Sönke Kruse: „Aus dem Testrennen haben wir wichtige Schlüsse gezogen. Es ist immer ärgerlich, wenn man die Medaille verpasst und am Ende übersprintet wird. Wir hatten den Tank leergefahren. Aber das ist kein Grund zu Sorge.“
Mattes Schönherr: „Wir haben gesehen, dass wir eine hohe Geschwindigkeit generieren können und hatten heute die Gelegenheit, vorne mitzufahren. Wir nehmen mit: Achter fahren heißt volle Kanne losfahren und draufbleiben.“
Tobias Strangemann: „Wir haben gezeigt, dass wir mitfahren können – auch mit Ersatzmann. Jetzt müssen wir dranbleiben und Richtung Luzern fortsetzen, was wir uns erarbeitet haben.“
Ole Bartenbach: „Davon, einmal im Deutschland-Achter mitfahren können, habe ich als Kind geträumt. Das war für mich heute eine große Chance zum Lernen. Schließlich tut es weh, wenn man auf Medaillenkurs ist und es dann nicht klappt.“
Vierer gibt B-Finale die „Note drei“
„Für die Umstände war die Regatta okay. Wir haben deutlich höhere Ambitionen, aber als Übung waren die Rennen wichtig“, sagte Mark Hinrichs, der mit dem Vierer ohne Steuermann den Weltcup auf Platz drei im B-Finale und damit auf dem Gesamtrang neun abschloss. „Ich würde dem letzten Rennen die Note drei geben – mehr als ausreichend, aber auch nicht gut“, ergänzte Benedict Eggeling.
Der Vierer mit Jasper Angl, Benedict Eggeling, Ben Gebauer, der kurzfristig René Schmela ersetzte, und Mark Hinrichs fuhr im B-Finale auf den ersten 1000 Metern mit den führenden Booten aus Litauen und Polen gut mit, musste dann aber leicht abreißen lassen. „Die Grundlage ist da, wir sind aber noch nicht präzise genug im Ablauf unserer Ruderbewegung. Das Viererfahren ist einen Tick schneller als im Zweier. Ich bin optimistisch, dass wir das hinbekommen. Das Wochenende hat gezeigt: das A-Finale ist realistisch für uns“ erklärte Hinrichs.
Stabiles Weltcup-Debüt für Breuer/Brahms im Zweier
Knapp das A-Finale verpasst und den Weltcup mit dem zweiten Platz im B-Finale abgeschlossen: Frederik Breuer und Leonard Breuer haben im stark besetzten Zweier-ohne-Feld eine gute erste Duftmarke gesetzt. Im B-Finale lag das Duo bei Streckenhälfte noch in Führung, musste auf den zweiten 1000 Metern aber die Norweger auf der Außenbahn passieren lassen. Weltcup-Platz acht nach drei guten und stabilen Rennen ist ein guter Auftakt, das sah auch Frederik Breuer so: „Wir sind mit dem Ergebnis zufrieden. Für Leo war es der erste Weltcup überhaupt, für uns zusammen die erste internationale Regatta im Zweier – und dann noch mit einem sehr starken Feld. Am Ende wollen wir weiter vorne sein, uns Richtung A-Finale orientieren.“ Für das deutsche Cambridge-Duo geht es nun zurück nach Großbritannien. Breuer: „Wir werden weiter an unserer Fitness arbeiten, unsere Masterarbeiten abschließen und dann in einem Monat ins Training in Deutschland einsteigen.“
31.05.2026 | von Carsten Oberhagemann
Gut gestartet, alles reingeworfen, aber Ende aber Vierter: der Deutschland-Achter mit Sönke Kruse, Theis Hagemeister, Tassilo von Müller, Tobias Strangemann, Olaf Roggensack, Mattes Schönherr, Paul Klapperich, Ole Bartenbach und Steuermann Jonas Wiesen.
Zufrieden mit dem ersten gemeinsamen Weltcup-Wochenende im Zweier ohne Steuermann: Frederik Breuer und Leonard Brahms kamen im B-Finale auf Rang zwei.
Platz 3 im B-Finale zum Abschluss der Regatta in Sevilla: Jasper Angl, Benedict Eggeling, Ben Gebauer und Mark Hinrichs im Vierer ohne Steuermann.
Bilder: Detlev Seyb & Maren Derlien
Ergebnisse
Achter, Finale: 1. Niederlande 5:33,23 Minuten, 2. Großbritannien 5:34,69, 3. Rumänien 5:35,50, 3. Deutschland-Achter (Sönke Kruse, Theis Hagemeister, Tassilo von Müller, Tobias Strangemann, Olaf Roggensack, Mattes Schönherr, Paul Klapperich, Ole Bartenbach, Steuermann Jonas Wiesen) 5:38,31, 5. Polen 5:42,36.
Vierer ohne Steuermann, B-Finale: 1. Litauen 6:09,32 Minuten, 2. Polen 6:10,52, 3. Deutschland 1 (Jasper Angl, Benedict Eggeling, Ben Gebauer, Mark Hinrichs) 6:13,43, 4. AIN 6:16,21, 5. Spanien 6:18,49, 6. Kanada 6:18,79.
Zweier ohne Steuermann, B-Finale: 1. Norwegen 6:44,15 Minuten, 2. Deutschland (Frederik Breuer, Leonard Brahms) 6:46,25, 3. Großbritannien 6:46,90, 4. Kroatien 6:48,61, 5. Uruguay 6:49,78, 6. Irland 6:54,18.
Termine & Ergebnisse
Saison 2025/2026:
29.-31.05.2026: Weltcup in Sevilla (Spanien)
26.-28.06.2026: Weltcup in Luzern (Schweiz)
06.-24.07.2026: Trainingslager in Ratzeburg
25./26.07.2026: The Finals in Hannover
31.07.-02.08.2026: Europameisterschaften in Varese (Italien)
04.-15.08.2026: Trainingslager in Ratzeburg
24.-30.08.2026: Weltmeisterschaften in Amsterdam (Niederlande)
04.-06.09.2026: SH Netz Cup in Rendsburg
Unser weiterer Weg nach LA2028:
Weltmeisterschaften 2027 in Luzern (Schweiz)
Olympische Spiele 2028 in Los Angeles (USA, 14.-30. Juli 2028)
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