„Den Hammer fallen lassen“

Paul Klapperich und Theis Hagemeister – die Deutschen Meister im Zweier – im Interview

Paul Klapperich und Theis Hagemeister haben sich bei den Deutschen Kleinbootmeisterschaften in München den Meistertitel gesichert. In einem nervenaufreibenden Finale verwiesen sie Frederik Breuer und Leonard Brahms sowie Mattes Schönherr und Olaf Roggensack auf die Plätze zwei und drei. Im Drei-Fragen-Interview gibt das Siegerduo Auskunft darüber, wie sie das Finale wahrgenommen haben, was den Ausschlug zum Meistertitel gegeben hat und was die beiden aus dem Rennen für die internationale Saison mitnehmen.

Herzlichen Glückwunsch zum Meistertitel! Nehmt uns nochmal mit in dieses beeindruckende Finalrennen.

Theis Hagemeister: Im Finale hat routinemäßig alles gut funktioniert, die Abläufe haben gut gepasst. Wir hatten eigentlich damit gerecht, dass wir im ganzen Rennen Schiebewind haben, weil in den Rennen davor der Wind auch gerade drinstand. Doch dann hat der Wind am Start extrem zur Seite gedreht. Paul hat eigentlich die ganze Zeit aufgepasst, dass wir nicht schiefliegen. Und dann hat das Rennen mit einem Fehlstart von Jasper Angl und Benedikt Eggeling begonnen. Beim zweiten Versuch hat es geklappt.

Paul Klapperich: Ich glaube, mit dem Fehlstart ist ein bisschen Druck und Spannung abgefallen. Wir haben es recht gelassen genommen. Theis hat extra nochmal erwähnt: Auch wenn der erste Start jetzt in die Tonne ging, müssen wir trotzdem den Fokus oben halten und scharf bleiben. Für unsere Verhältnisse sind wir normal, vielleicht ein bisschen langsam gestartet. Wir wussten, dass Frederik Breuer und Leonard Brahms ebenso wie Mattes Schönherr und Olaf Roggensack, also die Bahnen neben uns, recht schnell starten. Das haben sie auch gemacht. Wir sind aber cool und super im Rennen geblieben. Wir haben auf unsere Stärken vertraut.

Wo lagen eure Stärken in diesem Finale?

Paul Klapperich: Das waren in dem Fall die mittleren Tausend, vor allem die dritten 500 Meter, wo wir Krawall gemacht haben. Da sind wir dann richtig wegmarschiert. Es hat sich auch einfach gut angefühlt. Wir wollten den Hammer fallen lassen. Auch aus den Rennen zuvor haben wir mitgenommen: Wir wollen einmal das zeigen, was wir wirklich können. Und die dritten 500 Meter waren das Resultat dessen, was wir die ganze Zeit machen wollten. Dann hieß es nur noch: Bugball vor den anderen lassen, immer ein Blick auf Freddy und Leo, Mattes und Olaf. Das war am Ende dann ganz schön, dass wir vor ihnen bleiben konnten. Sie haben es uns natürlich auch echt hart gemacht. Bei den letzten 500 Metern haben sie noch mal was angesagt. Ich habe Leonardo Brahms noch sagen hören: Die bluffen. Das war ganz amüsant im Rennen selbst. Wir haben nicht geblufft.

Theis Hagemeister: Es war wirklich ein gutes Rennen.

Was nehmt ihr mit aus der Vorbereitung für diese Saison, wo es dann gegen internationale Gegner gehen wird?

Theis Hagemeister: Man merkt, dass man von Rennen zu Rennen schärfer wird. Woran wir noch arbeiten können, ist die Schärfe schon im Vorlauf zu haben: von Anfang an scharf zu sein und unsere Leistung abzurufen – und nicht erst im Finale.

Paul Klapperich: Das ist uns in Shanghai ja auch schon ein bisschen auf die Füße gefallen. Wir waren im Vorlauf nicht scharf, nicht wach. Und das war jetzt schon mal eine gute Übung. Hier hat man das nochmal vorgezeigt bekommen, dass wir scharf sein müssen. Da waren auch einige gute U23-Athleten schon im Vorlauf dabei, die uns das Leben von Anfang an schwer gemacht haben – obwohl wir gegenüber ihnen jetzt am Ende deutlich überlegen waren.

20.04.2026 | Interview: Carsten Oberhagemann

 

Paul Klapperich und Theis Hagemeister beim Finale und der Siegerehrung der Deutschen Kleinbootmeisterschaften 2026.

Fotos: Detlev Seyb & Maren Derlien

Termine & Ergebnisse

Saison 2025/2026:
17.-19.04.2026: Deutsche Kleinbootmeisterschaften in München
29.-31.05.2026: Weltcup in Sevilla (Spanien)
12.-14.06.2026: Weltcup in Plovdiv (Bulgarien)
26.-28.06.2026: Weltcup in Luzern (Schweiz)
25./26.07.2026: The Finals in Hannover
30.07.-02.08.2026: Europameisterschaften in Varese (Italien)
23.-30.08.2026: Weltmeisterschaften in Amsterdam (Niederlande)
04.-06.09.2026: SH Netz Cup in Rendsburg

Unser weiterer Weg nach LA2028:

Weltmeisterschaften 2027 in Luzern (Schweiz)

Olympische Spiele 2028 in Los Angeles (USA, 14.-30. Juli 2028)

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