Technik über den Bootsrand hinaus

Hinter den Leistungen des Team Deutschland-Achter steckt auch ein großes Team an Land: Jan Weigelt sorgt für das Herz der Technik.

In der Saisonvorbereitung greifen die Athleten und Trainer vom Stützpunkt Dortmund immer wieder auf die Messboottechnik zurück, mit der die Eindrücke auf dem Wasser anhand von Zahlen bis ins letzte Detail analysiert werden können. Um die Messboottechnik kümmert sich am Stützpunkt Dortmund Trainingswissenschaftler Stefan Weigelt, der das vom Institut für Forschung und Entwicklung (FES) entwickelte System immer weiter optimiert hat. Wenn es um technische Weiterentwicklungen geht, holt er außerdem seinen Sohn Jan Weigelt mit ins Boot, der hinter dem Herz der Technik steckt.

Jan Weigelt war schon immer technikbegeistert und hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Nach dem Abschluss seines Maschinenbau-Studiums an der TU Dortmund hängte er direkt das nächste Studium dran und beschäftigt sich aktuell mit Robotik. Dabei ist der 26-Jährige an der Uni auch in die Entwicklung eingebunden. Daneben arbeitet er bei einer Hardwarefirma in der Produktentwicklung. Wenn es um die Entwicklung von Software oder Hardware für die Messboottechnik geht, ist Stefan Weigelts erster Ansprechpartner deswegen immer der eigene Sohn. Und so ist der Freiberufler immer mal wieder auch mit dem Rudersport beschäftigt.

Praktische Anwendung des Studiums 

„Ich finde, dass man sein Studium im Ingenieursbereich am besten auch praktisch anwenden sollte. Ich habe viel Spaß am Entwickeln und bin immer mit Begeisterung dabei“, erzählt Jan Weigelt, der ansonsten mit dem Rudern nicht viel am Hut hat: „Ich bin eigentlich weit weg von dem Sport, aber durch meinen Vater habe ich das immer schon ein bisschen mitbekommen. Ich informiere mich mittlerweile über die Ergebnisse der Mannschaft und möchte natürlich, dass sie vorne dabei sind.“ Dazu trägt er einen Teil auch selbst bei.

Software und Hardware

Durch die von ihm mitentwickelte Software wird es ermöglicht, die Werte der Messboottechnik live auf einen Tablet-PC zu übertragen – ganz übersichtlich gekennzeichnet mit Farben auf einem Tachometer oder als Kurven in einer Tabelle. Auch die passende Hardware hat er gebaut und immer weiter für die Sportler eingerichtet, sodass diese die Technik im Training auch einbauen können, ohne einen der Weigelts dazuholen zu müssen. So wurde die Messboottechnik mehrfach weiterentwickelt. Für die Sportler und Trainer ist sie in der alltäglichen Arbeit unverzichtbar geworden.

Direktes Feedback

„Durch das direkte Feedback der Sportler konnte ich mich noch mehr auf ihre Bedürfnisse anpassen. Ich habe mich zum Beispiel bei der Handhabung mehr an modernen Apps orientiert. Es freut mich natürlich, wenn diese Sachen viel genutzt werden und noch mehr, wenn’s gefällt“, so Jan Weigelt, der zum Beispiel beim Einbau der Technik manchmal in direkten Kontakt mit den Sportlern kommt und sich dann auch mit den Athleten austauscht. Gerade bei der letzten Generation an Ruderern, bei denen einige Maschinenbau studiert hatten, wurden die Gesprächsthemen quasi auf dem Tisch serviert.

Neue Entwicklungen

Auch bei der Entwicklung einer Software zur großen Datenbank, in der mehrere tausend Datensätze festgehalten sind, hilft Weigelt seinem Vater. Und Ende vergangenen Jahres setzte er ein Forschungsprojekt der TU Dortmund mit den U23-Sportlern am Stützpunkt Dortmund um. Im Mittelpunkt dabei: die Messboottechnik. Dabei ging es vor allem darum, das Feedback-System zu verbessern und dadurch Reize zu setzen, um die Sportler zu motivieren, neue Dinge auszuprobieren. Die Studie verlief positiv, auch von dieser neuen Software könnten bald alle Sportler am Stützpunkt Dortmund profitieren, wenn sie Anwendung findet.

So wird auch hier im technischen Bereich an den Schrauben für das Vorankommen des Team Deutschland-Achter gedreht, wie in vielen Bereichen hinter den Kulissen, denn hinter den großen Leistungen der Sportler steckt auch ein großes Team. Und ein Teil steckt eben nicht nur in der Rudertechnik, sondern auch in der Technik an Land.

27.03.2024 | von Felix Kannengießer

Jan Weigelt

Vater und Sohn: Jan Weigelt zusammen mit Stefan Weigelt beim letztjährigen Betreueressen

Termine

Weltcup in Varese (Italien, 12.-14.04.2024):
Achter: Vorlauf: 1. NED, 2. GER, 3. AUT; Hoffnungslauf: 1. ITA1, 2. GER, 3. ROU, 4. AUT, 5. ITA2; A-Finale: 1. GBR, 2. NED, 3. GER, 4. ITA, 5. ROU, 6. AUT
Vierer ohne Steuermann: Vorlauf: 1. SUI, 2. GER, 3. NED, 4. DEN, IRL; A-Finale: 1. ITA, 2. GBR, 3. NED, 4. GER, 5. SUI, 6. UKR
Zweier ohne Steuermann: Vorlauf 1: 1. GBR1, 2. DEN, 3. GBR2, 4. IRL, 5. GER2, 6. ITA2; Vorlauf 2: 1. SUI, 2. CRO, 3. ITA1, 4. GER1, 5. SWE; Hoffnungslauf: 1. GBR2, 2. CRO, 3. GER1, 4. GER2; B-Finale: 1. IRL, 2. GER1, 3. ITA2, 4. GER2, 5. SWE

EM in Szeged (Ungarn, 25.-28. April 2024)
Qualifikationsregatta in Luzern
(Schweiz 19.-21. Mai 2024)
Weltcup in Luzern
(Schweiz, 24.-26. Mai 2024)
Weltcup in Poznan
(Polen, 14.-16 Juni 2024)
Trainingslager in Völkermarkt (Österreich, 18. Juni - 3. Juli 2024)
Trainingslager in Ratzeburg (11.-20. Juli 2024)
Olympische Spiele in Paris (Frankreich, 27. Juli - 3. August 2024)
SH Netz Cup in Rendsburg (6.-8. September 2024)

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