Viele heilende Hände für Dortmund

Hinter den Leistungen des Team Deutschland-Achter steckt auch ein großes Team an Land. Ein Duo hat vor einem Jahr die Leitung des Physioteams am Stützpunkt Dortmund übernommen

Lange Zeit war Carsten Hoffmann Leiter des Physioteams am Stützpunkt Dortmund und beim Deutschen Ruderverband (DRV). Ende 2022 ist der 50-Jährige einen Schritt zurückgetreten und hat der nächsten Generation das Ruder überlassen. Seitdem ist Marco Bührer Leitender Physiotherapeut des DRV. Am Stützpunkt Dortmund haben Josefine Michelle Dierkes (A-Kader) und Ann-Kathrin Kujawa (U23) die Leitung des Physioteams übernommen. Wir stellen das Duo vom Stützpunkt vor.

Josefine Michelle Dierkes ist vielen besser unter ihrem Spitznamen Mitch bekannt. Die 30-Jährige ist 2017 – und damit quasi nahtlos nach ihrer Ausbildung – Teil des Physioteams am Stützpunkt Dortmund geworden. Dass es gerade der Rudersport geworden ist, war bei Mitch nicht zufällig, denn sie hat selbst ihre Erfahrungen im Boot gemacht. Viele Jahre, damals hieß sie mit Nachnamen noch Otto, trat sie im Frauenachter des RV Castrop-Rauxel in der Ruder-Bundesliga an. Heute sitzt sie immer noch hin und wieder im Boot, dann aber nur noch im Rahmen des Breitensports.

Einen guten Draht zu den Sportlern

„Ich wollte das Rudern nicht ganz aufgeben, deswegen war es für mich ein spannender Weg, die Ruderer physiotherapeutisch begleiten zu dürfen“, erzählt Mitch, wie sie zu ihrem Beruf gekommen ist. Mittlerweile ist sie eine anerkannte Spezialistin auf ihrem Gebiet und hat vor allem für muskuläre Verletzungen ein heilsames Händchen. Doch auch darüber hinaus ist sie gefragt. Mitch hat immer einen lockeren Spruch auf den Lippen und einen guten Draht zu den Sportlern: „Mit am wichtigsten ist es, einen guten Zugang zu den Athleten zu bekommen. Wenn du auf einer Wellenlänge bist, verstehst wie der Athlet tickt, dann öffnet das der Therapie nochmal ganz andere Türen.“

Viele neue Aufgaben

Als Leitende Physiotherapeutin am Stützpunkt Dortmund ist sie nun das Bindeglied zwischen den Sportlern und dem Trainerteam, steht mit beiden Seiten immer im engen Austausch. Außerdem ist sie nun für die Organisation des Physioteams für den A-Kader zuständig. „Ich muss die Abläufe bei den Trainingslagern und in Dortmund planen, muss schauen, dass das Team immer vollzählig ist, sodass wir so oft wie möglich Physiotherapie anbieten können, wenn die Athleten trainieren“, berichtet Mitch, die sonst in einer Praxis in Bochum arbeitet, von ihren neuen Aufgaben als Leiterin. Mit Franzi Zeuch, Magnus Erley, Matthias Görler, Carsten Hoffmann und Ann-Kathrin Kujawa umfasst das Physioteam in Dortmund aktuell sechs Personen.

Erfahrene Kraft für den U23-Bereich

Ann-Kathrin Kujawa ist Chef-Physiotherapeutin für den U23-Bereich. Die 38-Jährige kommt ursprünglich vom Handball, hat als Linksaußen sogar in der 2. Bundesliga gespielt. Im Rudersport ist sie dennoch kein neues Gesicht, denn seit 15 Jahren ist sie als Physiotherapeutin genau in diesem Bereich aktiv. „Ich finde, Rudern ist einfach ein cooler Sport. Und die Leute sind sehr sympathisch und höflich. Das ist nicht überall so“, erzählt Kujawa, warum sie immer dabeigeblieben ist.

„Komplexe Bewegungsabläufe“

Zwar ist sie nicht vom Handball aufs Ruderboot umgestiegen, aber Kujawa hat sich durchaus intensiv mit dem Sport auseinandergesetzt und auch schon die eine oder andere Probefahrt und sogar einen Ergometertest auf der Rudermaschine absolviert. „Ich fahre auch gerne im Motorboot mit und schaue mir das Training an. Ich finde es wichtig, die komplexen Bewegungsabläufe beim Rudern nachvollziehen zu können und auch spüren zu können, was die Sportler erleben. Es gibt so viel, was man bei diesem Sport mit Physiotherapie bewirken und auf die Leistung einwirken kann“, erklärt Kujawa, die hauptberuflich in einer Praxis in Bottrop arbeitet.

Flexibilität im Job

Weil Josefine Michelle Dierkes im vergangenen Jahr ihr erstes Kind bekommen hat und in Elternzeit gegangen ist, übernahm Ann-Kathrin Kujawa vorübergehend bis November auch die Verantwortung im A-Kader. Überhaupt arbeitet das Duo sehr eng zusammen. Nun konzentriert sich Kujawa wieder voll auf den U23-Bereich, wo sie zuletzt über den Jahreswechsel auch mit im Trainingslager in Sabaudia war. Einen kleinen Ausflug wird es demnächst trotzdem geben, wenn sie mit dem Frauen-Achter ins DRV-Trainingslager nach Breisach reist: „Bei ihnen ist es auch gerade spannend, weil für sie noch die Olympia-Qualifikation ansteht.“ Die heilenden Hände aus Dortmund sind überall gefragt.

14.02.2024 | von Felix Kannengießer

Die neue Leitende Physiotherapeutin für den A-Kader in Dortmund: Josefine Michelle Dierkes, genannt Mitch.

Physiotherapeutin Ann-Kathrin Kujawa kümmert sich um den U23-Bereich.

Termine

Weltcup in Varese (Italien, 12.-14.04.2024):
Achter: Vorlauf: 1. NED, 2. GER, 3. AUT; Hoffnungslauf: 1. ITA1, 2. GER, 3. ROU, 4. AUT, 5. ITA2; A-Finale: 1. GBR, 2. NED, 3. GER, 4. ITA, 5. ROU, 6. AUT
Vierer ohne Steuermann: Vorlauf: 1. SUI, 2. GER, 3. NED, 4. DEN, IRL; A-Finale: 1. ITA, 2. GBR, 3. NED, 4. GER, 5. SUI, 6. UKR
Zweier ohne Steuermann: Vorlauf 1: 1. GBR1, 2. DEN, 3. GBR2, 4. IRL, 5. GER2, 6. ITA2; Vorlauf 2: 1. SUI, 2. CRO, 3. ITA1, 4. GER1, 5. SWE; Hoffnungslauf: 1. GBR2, 2. CRO, 3. GER1, 4. GER2; B-Finale: 1. IRL, 2. GER1, 3. ITA2, 4. GER2, 5. SWE

EM in Szeged (Ungarn, 25.-28. April 2024)
Qualifikationsregatta in Luzern
(Schweiz 19.-21. Mai 2024)
Weltcup in Luzern
(Schweiz, 24.-26. Mai 2024)
Weltcup in Poznan
(Polen, 14.-16 Juni 2024)
Trainingslager in Völkermarkt (Österreich, 18. Juni - 3. Juli 2024)
Trainingslager in Ratzeburg (11.-20. Juli 2024)
Olympische Spiele in Paris (Frankreich, 27. Juli - 3. August 2024)
SH Netz Cup in Rendsburg (6.-8. September 2024)

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