Sechs „Neue“ heizen den Konkurrenzkampf an

Laurits Follert, Tom Tewes, Julian Garth, René Schmela, Kaspar Virnekäs und Frederik Breuer erweitern die Dortmunder Trainingsgruppe

Im Olympia-Jahr hat sich nochmal etwas getan, die Trainingsgruppe am Dortmunder Stützpunkt ist gewachsen: Sechs Athleten sind im Vergleich zur Vorsaison hinzugestoßen und sorgen für neue Konkurrenz. Insgesamt 24 Sportler bewerben sich damit um die begehrten Plätze im Team Deutschland-Achter. Wir haben einen Blick auf die „Neuen“ in der Trainingsgruppe geworfen, die teils auch alte Bekannte sind.

Laurits Follert ist seit der Saison 2017 ein fester Bestandteil des Team Deutschland-Achter, bis den Welt- und Europameister Anfang 2023 ein Bandscheibenvorfall aus der Bahn warf. In der vergangenen Saison hat er deswegen einen Teil seiner Ausbildung bei der Bundespolizei vorgezogen und sich über die Reha wieder zurückgekämpft. Seit dem Trainingslager in Völkermarkt im August, wo er mit dem Team mitreisen durfte, ist er wieder dabei. Jetzt ist er im kompletten Umfang im Trainingsalltag zurück und fühlt sich sichtlich wohl. „Ich bin happy. Es ist ein schönes Gefühl, dass ich wieder voll belastbar bin und dem Körper voll vertrauen kann. Es macht unglaublich viel Spaß, nach dieser schwierigen Zeit wieder mit den Jungs zu trainieren, ich brauche einfach Leute um mich herum“, sagt er. Der 27-Jährige wird bei der Dortmunder Langstrecke mit Sönke Kruse zusammen rudern und hat sich beim Leistungstest auf dem Ergometer vorgenommen, seinen Bestwert zu knacken. „Ich will es in den Achter schaffen und der Mannschaft helfen“, bekräftigt er.

Auch Tom Tewes ist kein gänzlich neues Gesicht in der Trainingsgruppe. Der 22-Jährige hat über die Rolle als Ersatzmann in der Saison 2021/22 im Team Deutschland-Achter schon Einsätze beim Weltcup im Zweier sowie bei der EM und WM im Deutschland-Achter vorzuweisen. In der vergangenen Saison schaffte er den Sprung in den A-Kader jedoch nicht. „Für mich war es Glück im Unglück, dass ich jung genug war, um nochmal in den U23-Bereich zurückzukehren“, erzählt Tewes. Im U23-Bereich konnte er im Vierer ohne Steuermann bei der WM auf Platz fünf rudern und bei den World University Games in China im Studenten-Achter Silber gewinnen. „Ich habe unser solides Auftreten im Vierer und die Erlebnisse in China aufgesogen“, so Tewes. Zurück im A-Kader heißt die Devise, bei der Langstrecke im Duo mit Paul Klapperich und auf dem Ergo so weit wie möglich vorne zu landen: „Ich bin von innen heraus motiviert. Ich kann die Erfahrungen, die ich aus dem A-Kader habe, in den Trainingsalltag mitnehmen. Ich will es auf jeden Fall besser als beim letzten Mal machen.“

Julian Garth ist ebenfalls den Umweg über den U23-Bereich gegangen. Der 21-Jährige, der wegen seiner hervorstechenden Leistungen vorzeitig in den A-Kader aufgerückt war und im Jahr 2022 in vielen Wettbewerben bis zur WM im Deutschland-Achter starten durfte, hatte zu Beginn der vergangenen Saison Pech, weil er in den entscheidenden Momenten von Krankheiten zurückgeworfen wurde. Deswegen ging es zurück in den U23-Bereich, wo es ihm nicht sofort gelang, seine Leistung wieder abzurufen. Schließlich wurde er U23-WM-Ersatzfahrer und kam in der Vorbereitung zu einigen Einsätzen im U23-Achter. „Insgesamt war die Saison für mich eher frustrierend und schwer zu verarbeiten. Am Ende habe ich die Rolle als Ersatzmann angenommen und das Beste daraus gemacht. Ich wollte die Saison nicht wegschmeißen“, berichtet Garth: „Ich bin jetzt sehr motiviert weiterzumachen.“ Im A-Kader will er diesmal sein „Bestes zeigen und Schritt für Schritt gehen. Aber natürlich will ich mich auch für Olympia empfehlen. Für meinen olympischen Traum werde ich alles geben.“

Julian Garths aktueller Zweierpartner heißt René Schmela. Der Berliner hat seine Erfahrungen am Stützpunkt in Dortmund, wo er 2018 sein Glück versuchte und dabei sportlich einige Ausrufzeichen hinterließ. Anschließend ging er zurück in seine Heimat und hörte zwischenzeitlich sogar mit dem Rudern auf. Seit eineinhalb Jahren wohnt er mit seiner Freundin in Essen, als ihn Anfang des Jahres die Motivation wieder packte. „Ich hatte mit dem Rudern noch nicht abgeschlossen. Ich will mein Potential noch ausschöpfen“, sagt Schmela, der sich am Stützpunkt schnell wieder wohl gefühlt hat: „Der Einstieg in der Gruppe war angenehm, alle haben mich gut willkommen geheißen.“ Auch körperlich hat er sich schnell wieder auf den richtigen Stand gebracht, wie er erzählt: „Ich habe meine Erfahrungen, nach einer Pause wieder einzusteigen und mich körperlich wieder hochzubringen.“ Nun hat sich der 25-jährige BWL-Student, der auch bei den World University Games in China Silber im Achter gewann, vorgenommen, bei der Langstrecke wieder ein Ausrufezeichen zu setzen und möglichst weit nach vorne zu fahren.

Kaspar Virnekäs kommt frisch aus dem U23-Bereich, wo er immer wieder auf sich aufmerksam machen konnte. In der vergangenen Saison gehörte der Biologiestudent zu den stärksten Nachwuchsruderern, wurde dreifacher Deutscher U23-Meister und saß bei der U23-Weltmeisterschaft im Achter, der in Plovdiv die Bronzemedaille gewann. Seine nächsten Ziele hat er schon gesteckt: „Die Umstellung vom U23-Bereich war hart, danach habe ich schon im August das Training wieder aufgenommen und konnte mich gut anpassen. Ich will jetzt möglichst angreifen und meine Position im A-Team festigen.“ Der 22-Jährige lernt aktuell von Tag zu Tag dazu, saugt alles auf. Bei der Langstrecke hat er mit Torben Johannesen einen erfahrenen Partner an seiner Seite. „Er ist sehr hilfreich für mich, ich kann viel an mir arbeiten. Unsere Zusammenarbeit läuft gut“, findet Virnekäs, der sich neben einer guten Platzierung im Zweier beim Leistungstest in Dortmund einen neuen Bestwert auf dem Ergo vorgenommen hat.

Den weitesten Weg zum Stützpunkt Dortmund hat Frederik Breuer auf sich genommen. Der 21-Jährige studiert in Berkeley in Kalifornien (USA) und hat sein letztes Bachelor-Studienjahr für eine Chance auf einen Platz im Olympiateam pausiert. Seit diesem Sommer ist er in Dortmund, hat im U23-Bereich im Zweier ohne Steuermann mit Paul Klapperich bei der U23-WM das B-Finale gewonnen. Nun will er den nächsten Schritt im A-Team gehen. „Ich fokussiere mich in Dortmund aktuell nur aufs Rudern. Olympia ist das hohe Ziel, darauf will ich hinarbeiten.“ Die Umstellung von Amerika erst auf den U23-Bereich, dann auf den A-Kader hat er gut verpackt: „Ich habe es schon gemerkt, die Umfänge sind größer geworden, aber ich komme damit gut klar. Auch die Eingewöhnung war kein Problem. Ich kenne viele Leute hier und war schnell integriert.“ Bei der Langstrecke fährt Breuer mit Malte Großmann zusammen und will sich dabei für weitere Aufgaben empfehlen: „Wir sind motiviert.“

21.11.2023 | von Felix Kannengießer

Laurits Follert, Tom Tewes, Julian Garth, René Schmela (li. bei seiner ersten Zeit am Stützpunkt), Kaspar Virnekäs und Frederik Breuer (re. im Zweier mit Paul Klapperich),

Termine

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Einkleidung in Düsseldorf (05. Juli 2024)
Trainingslager in Ratzeburg (08.-20. Juli 2024)

Anreise zu den Olympischen Spielen in Paris (Frankreich, 23. Juli 2024)
Olympische Spiele in Paris
(Frankreich, 27. Juli - 3. August 2024)
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