Ein weiter Weg bis Olympia

Die Saisonplanung des Team Deutschland-Achter: noch gut acht Monate bis Paris.

Die Olympischen Spiele sind diese Saison das große Ziel für die Athleten des Team Deutschland-Achter – und so weit weg ist der Saisonhöhepunkt gar nicht mehr: Noch gut acht Monate sind es bis Paris. Für die Athleten ist es dennoch ein weiter Weg, wie der Blick auf die Saisonplanung verrät.

Die ersten Schritte in der neuen Saison sind bereits gegangen: Im Oktober haben die Sportler ein Athletik-Trainingslager auf Mallorca absolviert. Aktuell befinden sich die 22 Ruderer und zwei Steuerleute am Stützpunkt Dortmund, wo hart an den Grundlagen gearbeitet wird und viele Kilometer im Ruderboot gefahren werden. Die erste Hürde wartet dann am 2. und 3. Dezember bei der Kaderüberprüfung in Dortmund. Zuerst müssen sich die Sportler über 2.000 Meter auf dem Ergo beweisen, tags darauf über sechs Kilometer bei der Langstrecke auf dem Dortmund-Ems-Kanal.

„Das wird die erste Zwischenstation und ist die Eintrittskarte für das, was folgt. Damit wollen wir auch Klarheit, wie der Stand der Dinge ist und wo Verbesserungen eingetreten sind“, erklärt Bundestrainerin Sabine Tschäge und wirft einen Blick auf das bisherige Training: „Die Sportler haben harte Wochen hinter sich. Bis jetzt ist alles gut gelaufen. Wir haben das, was wir uns vorgenommen hatten, vollumfänglich umsetzen können.“

Dreimal Lago Azul

Am 7. Dezember geht es in Richtung Portugal, wo in Lago Azul das erste von drei aufeinanderfolgenden Trainingslagern stattfindet. „Der Deutsche Ruderverband setzt langfristig auf diesen Standort. Fürs Rudern ist Lago Azul perfekt, dort gibt es unzählige Wasserkilometer und viele gute Ausweichmöglichkeiten. Außerdem hast du alles da, was du brauchst, vom Kraftraum bis zur Tiefgarage mit den Ergos und Rädern“, findet Tschäge.

Ins erste Trainingslager, das bis zum 20. Dezember läuft, werden 16 Ruderer und ein Steuermann mitkommen. Der Fokus liegt in dieser Zeit auf dem Großbootfahren im Vierer und Achter. Über die Teilnahme entscheidet auch die erste Kaderüberprüfung, der restliche Teil der Mannschaft wird am Stützpunkt in Dortmund weiter trainieren. „Wir wollen den Kreis möglichst lange groß halten und auch ein Zukunftsteam mit jungen Leuten aufbauen, dass nach Olympia 2024 schon integriert ist“, so Tschäge.

Boote werden gebildet

Den Jahreswechsel verbringen die Sportler noch in Dortmund, anschließend steht vom 2. bis zum 16. Januar das nächste Trainingslager in Lago Azul an, zu dem nochmal zwei Athleten mehr mitreisen werden. „Das wird die Verlängerung des ersten Aufenthalts“, beschreibt Tschäge. Im dritten Trainingslager vom 31. Januar bis 15. Februar sollen vor allem Achter und Zweier gefahren werden, um weitere Eindrücke für die Bootsbildung zu erhalten. Von Ende Februar bis Ende März laufen dann die Bildungsprozesse für den Deutschland-Achter, den Vierer und Zweier ohne Steuermann.

Erster Wettkampf

Ab dem 12. April findet der erste internationale Wettkampf für das Team Deutschland-Achter statt: Beim Weltcup in Varese sollen alle drei Boote an den Start gehen. „Das wird für alle der erste internationale Start der Saison. Wir wollen früh wissen, wo wir stehen“, sagt Tschäge. Die Langstrecke in Leipzig und die Deutschen Kleinbootmeisterschaften, die kurz vorher und nachher steigen, lässt die Mannschaft wegen des insgesamt engen Zeitplans bis Olympia aus und macht stattdessen weiter viele Trainingskilometer in den Booten. „Zeitlich ist die Planung sehr eng, die Saison ist kurz und heftig. Wir müssen den Balanceakt schaffen, unsere Möglichkeiten zum Testen zu nutzen und gleichzeitig Dinge zu erarbeiten“, erklärt Tschäge.

Nachqualifikation für Olympia

Der nächste Wettkampf wird die Europameisterschaft im ungarischen Szeged (25. bis 28. April), wo zumindest der Achter antreten wird. Der Vierer und der Zweier werden zu diesem Zeitpunkt schon in der Vorbereitung auf die olympische Nachqualifikation in Luzern (19. bis 21. Mai) sein. Den Weltcup in Luzern (24. bis 26. Mai) fährt wegen des straffen Programms dann voraussichtlich wieder nur der Deutschland-Achter. Vor den Olympischen Spielen 2024 in Paris wäre die letzte Möglichkeit zu einem internationalen Kräftemessen über 2.000 Meter der dritte Weltcup in Posen vom 14. bis 16. Juni. Die Entscheidung, ob und mit welchen Booten das Team Deutschland-Achter dort startet, wird während der Saison fallen.

Olympia 2024 in Paris

Ab dem 27. Juli steht der große Saisonhöhepunkt an: die Olympischen Spiele 2024 in Paris, die Ruderwettkämpfe laufen bis zum 3. August. Zuvor geht es in die Trainingslager nach Völkermarkt (18. Juni bis 3. Juli) und Ratzeburg (11. bis 20. Juli). Auch wenn noch gut acht Monate Zeit sind, spielt der Gedanke an Olympia natürlich in den Köpfen schon eine Rolle, wie Tschäge abschließend verrät: „Das Bewusstsein für Paris ist da, auch dass wir ein Boot schon qualifiziert haben – was zu einem großen Run auf die Plätze im Achter führt. Wir wollen den Deutschland-Achter optimal bedienen: Uns haben zuletzt nur 1,4 Sekunden zur Medaille gefehlt, diese Lücke wollen wir schließen. Wir wollen aber auch unbedingt schauen, dass wir den Vierer und Zweier nachqualifizieren und mit drei Booten zu Olympia fahren.“

09.11.2023 | von Felix Kannengießer

Der Deutschland-Achter, der Vierer ohne Steuermann und der Zweier bei der Teampräsentation der letzten Saison.

Fotos: Detlev Seyb

Termine

EM in Szeged (Ungarn, 25.-28. April 2024)
Qualifikationsregatta in Luzern
(Schweiz 19.-21. Mai 2024)
Weltcup in Luzern
(Schweiz, 24.-26. Mai 2024)
Weltcup in Poznan
(Polen, 14.-16 Juni 2024)

Trainingslager in Völkermarkt (Österreich, 18. Juni - 3. Juli 2024)
Trainingslager in Ratzeburg (11.-20. Juli 2024)
Olympische Spiele in Paris (Frankreich, 27. Juli - 3. August 2024)
SH Netz Cup in Rendsburg (6.-8. September 2024)

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