Platz 3 im WM-Vorlauf: Achter muss in den Hoffnungslauf

„Die Favoriten haben sich durchgesetzt“, sagte Bundestrainerin Sabine Tschäge nach dem Auftaktrennen in Belgrad. Dem Vierer ohne Steuermann fehlen 24 Hundertstelsekunden für den Halbfinal-Einzug.

Der Deutschland-Achter hat die erste Chance auf das Erreichen des WM-Finals in Belgrad verpasst und muss nun den vollen Fokus auf den Hoffnungslauf am Freitag (12.15 Uhr) richten. Im Vorlauf belegte das Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes hinter den Großbooten aus Australien und den USA den dritten Platz. Der EM-Zweite Rumänien spielte in dem Rennen keine Rolle, nachdem vier Ruderer aus dem Boot gut eine Stunde vorher noch den Vierer-Hoffnungslauf hatten bestreiten müssen. „Die Favoriten haben sich durchgesetzt. Sie haben gezeigt, welche Klasse sie haben. Wir sind hingegen nach einer guten Startphase nicht in den Schubschlag gekommen, wie wir es wollten“, sagte Bundestrainerin Sabine Tschäge.

Der Rückstand bei Streckenhälfte mit drei Sekunden auf die zu diesem Zeitpunkt führenden US-Amerikaner und knapp zwei Sekunden auf Luzern-Sieger Australien war letztlich nicht mehr aufzuholen. Im Gegensatz, der Abstand zur Spitze wuchs für Mattes Schönherr, Wolf-Niclas Schröder, Marc Kammann, Olaf Roggensack, Torben Johannesen, Max John, Jasper Angl, Benedict Eggeling und Steuermann Jonas Wiesen auf den zweiten 1.000-Metern weiter an. „Während sich die beiden Boote vorne um den Sieg gebattelt haben, fehlten uns auf der zweiten Hälfte die nötigen Mittel, um noch einmal den Anschluss herzustellen“, so Tschäge. Ähnlich analysierte Steuermann Jonas Wiesen den WM-Auftakt des Achters am dritten Regattatag: „Über die Mitte hatten wir zu wenig Tempo, die anderen sind uns zu einfach weggefahren, so dass wir bei 1.000 Metern keine Chance hatten zu intervenieren. Eine Achter-Länge fährt man nicht einfach wieder zu.“

„Der Hoffnungslauf wird eine harte Nummer“

Nun kommt es auf den Hoffnungslauf an. Hier trifft der Deutschland-Achter auf China, Österreich, Kanada, Italien und Rumänien. Die ersten beiden Boote ziehen ins A-Finale ein, für das sich neben Australien und den USA über den zweiten Vorlauf auch Titelverteidiger Großbritannien und der WM-Zweite aus den Niederlanden qualifizierten. „Der Hoffnungslauf wird eine harte Nummer. Aber wir haben die Chance uns durchzusetzen – und die werden wir auch nutzen“, so Tschäge. Und Wiesen fügte hinzu: „Wir werden unsere Schlüsse aus dem Rennen ziehen und es dann am Freitag deutlich besser machen.“

„Sie haben alles versucht und waren am Ende richtig KO“ 

24 Hundertstelsekunden fehlten dem Vierer ohne Steuermann für den Einzug ins Halbfinale. Im Hoffnungslauf kamen Sönke Kruse, Mark Hinrichs, Malte Großmann und Theis Hagemeister hinter Rumänien, der Ukraine und Dänemark ins Ziel. Ein Wimpernschlag fehlte letztlich, um weiterhin ein Wort im Kampf um die Olympia-Qualifikation mitsprechen zu können. Somit bleibt dem Quartett nur noch ein Rennen, das C-Finale (Samstag, 10.33 Uhr), in dem es um die Platzierungen 13 bis 16 geht. In Belgrad werden Olympia-Tickets nur an die ersten sieben Plätze vergeben. 

„Der Vierer ist von der Geschlossenheit ein besseres Rennen als im Vorlauf gefahren. Sie haben alles versucht und waren am Ende richtig KO. Bei 24 Hundertstel ärgert man sich zunächst über die vielen Ausfälle, die wir während der Saison hatten. Ohne diese hätte es wahrscheinlich gereicht“, sagte Bundestrainer Thomas Affeldt. Das Rennen war dadurch geprägt, dass der deutsche Vierer zunächst die davongefahrenen Iren auf der Backbordseite einholen musste und schließlich auf die Attacke von Dänemark auf der Steuerbord-Außenbahn reagieren musste. „Sie haben einiges investieren müssen, um die Iren, die eine Art Fluchtrennen gefahren sind, abzufangen. Dann hatten die Dänen die höhere Endgeschwindigkeit“, so Affeldt, der insgesamt feststellte: „Das Vierer-Feld ist eng. Damit wir um die Olympia-Qualifikation richtig mitfahren zu können, fehlen uns eineinhalb Bootslängen.“

05.09.2023 | von Carsten Oberhagemann

Platz 3 im Vorlauf reichte nicht für den direkten Finaleinzug. Jetzt müssen sie am Freitag im Hoffnungslauf alles in die Waagschale werfen: Mattes Schönherr, Wolf-Niclas Schröder, Marc Kammann, Olaf Roggensack, Torben Johannesen, Max John, Jasper Angl, Benedict Eggeling und Steuermann Jonas Wiesen.

Konzentriert vor dem WM-Start: Die Sportler aus dem Deutschland-Achter vom Bug zum Heck.

Fuhren knapp am Halbfinal-Einzug vorbei: Sönke Kruse, Mark Hinrichs, Malte Großmann und Theis Hagemeister im Vierer ohne Steuermann.

Bilder: Detlev Seyb & Maren Derlien

Ergebnisse

Achter, Vorlauf: 1. Australien 5:37,85 Minuten, 2. USA 5:40,41, 3. Deutschland (Mattes Schönherr, Wolf-Niclas Schröder, Marc Kammann, Olaf Roggensack, Torben Johannesen, Max John, Jasper Angl, Benedict Eggeling, Steuermann Jonas Wiesen) 5:46,18, 4. Italien 5:47,22, 5. Rumänien 6:08,86.

Vierer ohne Steuermann, Hoffnungslauf: 1. Rumänien 5:54,48 Minuten, 2. Ukraine 5:55,61, 3. Dänemark 5:57,32, 4. Deutschland (Sönke Kruse, Mark Hinrichs, Malte Großmann, Theis Hagemeister) 5:57,56, 5. Irland 6:03,69.

Termine

EM in Szeged (Ungarn, 25.-28. April 2024)
Qualifikationsregatta in Luzern
(Schweiz 19.-21. Mai 2024)
Weltcup in Luzern
(Schweiz, 24.-26. Mai 2024)
Weltcup in Poznan
(Polen, 14.-16 Juni 2024)

Trainingslager in Völkermarkt (Österreich, 18. Juni - 3. Juli 2024)
Trainingslager in Ratzeburg (11.-20. Juli 2024)
Olympische Spiele in Paris (Frankreich, 27. Juli - 3. August 2024)
SH Netz Cup in Rendsburg (6.-8. September 2024)

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