Achter: Als Vorlauf-Zweiter ins Rotsee-Finale

Das deutsche Flaggschiff muss sich Australien geschlagen geben, qualifiziert sich aber auf direktem Weg für den Endlauf am Sonntag (14.45 Uhr/live in der ARD).

Minimalziel erreicht, aber mit Vorlaufplatz zwei nicht zufrieden: Der Deutschland-Achter musste sich beim Weltcup-Finale auf dem Luzerner Rotsee den Australiern geschlagen geben. Der zweite Platz, der ebenfalls zum direkten Finaleinzug reichte, geriet aber nie in Gefahr. „Die Australier sind jetzt etwas länger in Europa, haben sich besser akklimatisiert und gegenüber dem Weltcup in Posen den Spieß umgedreht. Sie sind aggressiv und dominant losgefahren, wir haben uns schwergetan, nach dem Rückstand noch mal anzugreifen“, analysierte Bundestrainer Uwe Bender.

Das australische Großboot setzte sich auf dem ersten Streckenabschnitt Platz um Platz ab und lag nach 500 Metern mit einer Sekunde in Führung, im Ziel waren es schließlich knapp zwei Sekunden. „Der Start klappte nicht so, wie wir es für selbstverständlich gehalten haben. Und es wird dann schwierig, wenn man vorne ein paar Meter verliert. Das haben wir heute am eigenen Leib erfahren“, meinte Bugmann Olaf Roggensack und Steuermann Jonas Wiesen ergänzte: „Die Australier haben uns damit geschlagen, mit dem wir es vor drei Wochen geschafft hatten. Wir wussten, dass es passieren wird, aber konnten rudertechnisch nicht auf die Dinge verlassen, die wir können.“

Bender: „Müssen uns bis Sonntag Lösungen überlegen“

Schon in Posen verlief der Vorlauf, auch wenn das deutsche Ruder-Flaggschiff diesen gewinnen konnte, nicht zufriedenstellend. Die Hoffnung, dass nun im Rotsee-Finale am Sonntag (14.45 Uhr, live in der ARD) besser läuft, herrscht auch in Luzern – aber die Konkurrenz ist hier stärker. Schließlich war der zweite Vorlauf, den Großbritannien vor Rumänien gewinnen konnte, deutlich schneller. „Wir müssen uns bis Sonntag Ansätze und Lösungen überlegen und diese dann auch umsetzen“, so Bender.

Vierer: „Voller Fokus auf den Hoffnungslauf“

Platz drei in einem starken Vorlauf – mehr war für den Vierer ohne Steuermann am ersten Regattatag in Luzern nicht drin. Marc Kammann, Max John, Malte Großmann und Theis Hagemeister kamen hinter dem britischen Vierer, Sieger beim Auftakt-Weltcup in Belgrad und zuletzt Zweiter in Henley, und dem Olympia-Zweiten Rumänien ins Ziel. Bis zur Streckenhälfte waren sie bei zweieinhalb Sekunden Rückstand noch in Schlagdistanz, danach riss der Kontakt ab. „Wir sind ein bisschen auseinandergefallen. Das Feuer war, als der Rückstand größer wurde, nicht mehr ganz da. Unser voller Fokus liegt nun auf dem Hoffnungslauf. Da gilt volle Attacke. Das Ziel ist klar: Wir wollen ins A-Finale“, sagte Malte Großmann.

Tom Tewes und Mark Hinrichs haben im Zweier ohne Steuermann knapp das Halbfinale verpasst. Im Hoffnungslauf belegte das Duo hinter Japan und der Schweiz den dritten Platz. Keine sechs Stunden nach dem Vorlauf, als die beiden 21-Jährigen beim Sieg der beiden Achter-Olympiasieger Matt MacDonald/Thomas Mackintosh aus Neuseeland den vierten Platz belegt hatten, fuhren Tewes/Hinrichs um einen Platz am erhofften Halbfinale vorbei. Damit bleibt den beiden Youngstern bei ihrem Rotsee-Debüt nur noch ein Rennen, das C-Finale am Samstagvormittag (9.20 Uhr).

08.07.2022 | von Carsten Oberhagemann

 

Start ins Weltcup-Finale: der Deutschland-Achter mit Jonas Wiesen, Mattes Schönherr, Wolf-Niclas Schröder, Torben Johannesen, Benedict Eggeling, Laurits Follert, Julian Garth, Jasper Angl und Olaf Roggensack.

Nach Platz drei im Vorlauf setzen Marc Kammann, Max John, Malte Großmann und Theis Hagemeister im Vierer ohne Steuermann voll auf den Hoffnungslauf.

Nach zwei harten Zweier-Rennen im C-Finale: Die Youngster Tom Tewes und Mark Hinrichs.
Fotos: Detlev Seyb

Ergebnisse

Achter, Vorlauf: 1. Australien 1 5:30,37 Minuten, 2. Deutschland-Achter (Mattes Schönherr, Wolf-Niclas Schröder, Torben Johannesen, Benedict Eggeling, Laurits Follert, Julian Garth, Jasper Angl, Olaf Roggensack, Steuermann Jonas Wiesen) 5:32,28 Minuten, 3. Kanada 5:35,94, 4. Niederlande 5:36,29, 5. China 5:55,96.

Vierer ohne Steuermann, Vorlauf: 1. Großbritannien 5:53,64 Minuten, 2. Rumänien 5:58,30, 3. Deutschland (Marc Kammann, Max John, Malte Großmann, Theis Hagemeister) 6:05,51, 4. Tschechien 6:06,88, 5. Japan 6:09,11.

Zweier ohne Steuermann, Vorlauf: 1. Neuseeland 6:24,75 Minuten, 2. Großbritannien 2 6:26,99, 3. Südafrika 1 6:28,27, 4. Deutschland (Tom Tewes, Mark Hinrichs) 6:56,29, 5. Niederlande 1 7:04,01.

Zweier ohne Steuermann, Hoffnungslauf: 1. Japan 6:32,86 Minuten, 2. Schweiz 6:34,17, 3. Deutschland (Tom Tewes, Mark Hinrichs) 6:37,79, 4. Norwegen 6:39,78, 5. Brasilien 2 6:47,82.

Termine

Trainingslager in Lago Azul (Portugal, 03.-17.01.2023)

Trainingslager in Lago Azul (Portugal, 31.01.-15.02.2023)

Langstrecke in Leipzig und 2.000-Meter-Ergometer-Test (01./02.04.2023)

Deutsche Kleinbootmeisterschaften in Brandenburg (14.-16.04.2023)

Internationale Wedau-Regatta in Duisburg (13./14.05.2023)

Europameisterschaften in Bled (Slowenien, 26.-28.05.2023)

Weltcup in Varese (Italien, 16.-18.06.2023)

Weltcup in Luzern (Schweiz, 07.-09.07.2023)

Trainingslager in Völkermarkt (Österreich, 21.07.-06.08.2023)

Trainingslager in Ratzeburg (16.-26.08.2023)

Weltmeisterschaften in Belgrad (Serbien, 03.-10.09.2023)

SH Netz Cup in Rendsburg (15.-17.09.2023)

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