Malte Jakschik lehrt und forscht jetzt an der Uni

In einer neuen Serie hören wir bei den ehemaligen Athleten aus dem Deutschland-Achter nach, wie es bei ihnen nach der Ruderkarriere weitergeht.

Nach dem Gewinn der Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in Tokio im vergangenen Sommer haben viele langverdiente Sportler aus dem Deutschland-Achter einen neuen Lebensweg eingeschlagen. Aus der Silber-Crew von Tokio sind aktuell nur noch Laurits Follert, Torben Johannesen und Olaf Roggensack dabei. Wir hören in unserer neuen monatlichen Serie bei den ehemaligen Athleten aus dem Deutschland-Achter nach, wie es nach ihrer Ruderkarriere weitergeht. Im ersten Teil gewährt uns Malte Jakschik einen Blick in seinen neuen Lebensabschnitt.

Malte Jakschik ist mit dem Deutschland-Achter mehrfach Europameister sowie Weltmeister geworden und hat zwei Olympische Silbermedaillen gewonnen. Seit 2014 war er fester Bestandteil und eine verlässliche Größe im Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes. Auch im Zweier mit Richard Schmidt hatte er ein Siegerabo. In seinem neuen Tätigkeitsfeld zählt eher Köpfchen statt Muskeln, doch auch da hat der 28-Jährige viel zu bieten.

Schon vor den Olympischen Spielen in Tokio beendete Jakschik sein Maschinenbaustudium an der Ruhr-Universität in Bochum. Auch nach dem Ende der Laufbahn als Leistungsruderer ist er an der Uni geblieben und arbeitet seit Mitte Oktober 2021 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Produktionssysteme, wo er auch schon seine Abschlussarbeit geschrieben hatte.

Doktortitel angestrebt

„Hier bearbeite ich verschiedene Forschungsprojekte und gebe unterstützende Lehrtätigkeiten. Außerdem hat man die Möglichkeit zu promovieren, wenn sich ein Thema für eine Dissertation herauskristallisiert. Das kann ich mir gut vorstellen, mit diesem Gedanken habe ich mich auch dafür entschieden, an der Uni zu bleiben“, erzählt Jakschik.

Zurzeit forscht er im Bereich der Wasserstoffwirtschaft. Im Vordergrund steht dabei die Automatisierung von Produktionsprozessen, ein Thema, das ihm in ähnlicher Form schon in der Abschlussarbeit untergekommen ist. „Die Umsetzung interessiert mich sehr. Das ist ein großes Projekt, es gibt viel zu tun und macht viel Spaß“, verrät Jakschik.

Erste Lehrtätigkeiten

Daneben stehen erste Lehrtätigkeiten auf dem Programm: Er hält Übungen ab, betreut Laborpraktika oder Abschlussarbeiten. „Das ist auch ein spannender Teil meines neuen Lebens, der aber ebenso mit viel Aufwand verbunden ist. An einigen Stellen bedarf es viel Unterstützung. Es ist schon was anderes, jetzt auf der anderen Seite zu stehen und die Dinge aus einer anderen Blickrichtung zu betrachten. Im Studium kriegst du die Sachen vorgelegt, jetzt haben sich die Rollen geändert“, so Jakschik.

„Starker Kontrast“

In den neuen Beruf steckt Jakschik viel Zeit, anders als früher muss dafür nun der Sport zurückstecken. Seit Tokio saß er nicht mehr in einem Ruderboot. „Nach Tokio habe ich erstmal eine Pause gebraucht. Das ist ganz normal, das war auch nach Rio so. Aktuell ist Rudern für mich zeitlich eher schwierig, aber grundsätzlich kann ich es mir als Freizeitaktivität vorstellen“, sagt Jakschik, der die Umstellung gut gemeistert hat: „Es ist schon ein starker Kontrast: Früher war ich hauptsächlich draußen unterwegs, jetzt bin ich fast den ganzen Tag am Schreibtisch. Andererseits bin ich sehr froh, morgens nicht aufs Ergo zu müssen. Mit dem neuen Rhythmus komme ich gut klar.“

Das Team nicht aus den Augen verloren

Aus gesundheitlichen Gründen betreibt Jakschik weiter Sport, dann geht es aber eher aufs Rennrad oder die Joggingschuhe werden geschnürt. Dass er länger nicht mehr im Ruderboot saß, heißt jedoch nicht, dass er das Team Deutschland-Achter aus den Augen verloren hat: „Ich bin nach wie vor sehr interessiert, wie die Saison läuft. Auch wenn ich das alles selbst nicht mehr brauche, werde ich weiter akribisch verfolgen, was die Jungs machen.“ So schaute er mit seiner Familie bei den Deutschen Kleinbootmeisterschaften vorbei.

Zeit für die Familie

Seine Freizeit gehört nun mal jetzt seiner Familie. Mit seiner Frau Sara genießt er das Elternsein in vollen Zügen, seitdem Sohn Emil in ihr Leben getreten ist. „Das Familienleben läuft ganz hervorragend, die gemeinsame Zeit ist das Schönste. Da ist es übrigens auch von Vorteil gewesen, nicht ins Trainingslager zu fahren“, erzählt Jakschik. Nur eines will er dringend noch nachholen: Ein Familientreffen mit seinem ehemaligen Zweierpartner Richard Schmidt, der zwei kleine Kinder hat: „Wir sind immer noch in Kontakt. Es ist auch hier nicht ganz einfach Termine zu finden, aber das wird auf jeden Fall noch passieren.“

10.05.2022 | von Felix Kannengießer

Malte Jakschik hat im Team Deutschland-Achter eine extrem erfolgreiche Zeit hinter sich.

Früher werkelte er im Werkraum des Dortmunder Stützpunkts, heute lehrt Jakschik an der Uni im Bereich Maschinenbau.

Termine

Trainingslager in Lago Azul (Portugal, 03.-17.01.2023)

Trainingslager in Lago Azul (Portugal, 31.01.-15.02.2023)

Langstrecke in Leipzig und 2.000-Meter-Ergometer-Test (01./02.04.2023)

Deutsche Kleinbootmeisterschaften in Brandenburg (14.-16.04.2023)

Internationale Wedau-Regatta in Duisburg (13./14.05.2023)

Europameisterschaften in Bled (Slowenien, 26.-28.05.2023)

Weltcup in Varese (Italien, 16.-18.06.2023)

Weltcup in Luzern (Schweiz, 07.-09.07.2023)

Trainingslager in Völkermarkt (Österreich, 21.07.-06.08.2023)

Trainingslager in Ratzeburg (16.-26.08.2023)

Weltmeisterschaften in Belgrad (Serbien, 03.-10.09.2023)

SH Netz Cup in Rendsburg (15.-17.09.2023)

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