„Eine völlig andere Erfahrung“

Im Interview erzählt U23-Steuermann Florian Koch von seinem Einsatz bei der Coastal-WM

Florian Koch, Steuermann des U23-Achters beim EM-Gewinn im vergangenen Jahr, hat einen Ausflug in eine andere Rudersparte gewagt. Bei der Coastal Rowing WM im portugiesischen Oeiras steuerte er den Vierer des Team Deutschland mit Constantin Gadilhe, Frederik Mann, Julian Ritter und Alexander Dahmen. Was der 20-Jährige bei der „Wildwasser-Variante“ des Ruderns erlebt hat, berichtet Koch im Interview.

Wie ist es zu deinem Einsatz bei der Coastal-WM gekommen?

Florian Koch: Das war eher zufällig. Vier Jungs aus München, mit denen ich schon mal Herbstregatten und Sprintrennen gefahren bin, wollten zur Coastal-WM und haben einen Steuermann gesucht. Da habe ich spontan zugesagt. Ich wusste im Prinzip, was es ist, und habe mich dann eingearbeitet. Es gab mehrere Regeln und Varianten, die ich mir aneignen musste – und den Kurs musste ich kennenlernen. Wir sind ja auf dem offenen Meer gerudert.

In deinen Worten – was ist Coastal?

Florian Koch: Man fährt mit deutlich stabileren und breiteten Ruderbooten, in diesem Fall auf dem Meer, auf einem Kurs, der vier bis sechs Kilometer lang ist und um Bojen herum führt.

Das klingt nach jeder Menge Arbeit für den Steuermann…

Florian Koch: Was das Steuern anbetrifft, ist es auf jeden Fall deutlich mehr Arbeit. Es gibt viel zu beachten: Strömungseinflüsse, Wellen, Wind und natürlich die Bojen. Es ist ein Feld mit 20 Booten unterwegs, die alle um die eine Boje wollen.

Wie hast du das Coastal-Abenteuer erlebt?

Florian Koch: Es war interessant, eine völlig andere Erfahrung. Schon der Einstieg ins Boot war eine Herausforderung, weil man eine zwei Meter hohe Brandung hat, wenn man vom Strand ins Boot will. Aber es hat auf alle Fälle Spaß gemacht, eine ganz neue Seite des Ruderns kennenzulernen.

Wie sind die Rennen für euch gelaufen?

Florian Koch: Besonders kritisch sind die ersten 1000 Meter, da musst du Vollgas geben, denn an der ersten Boje kommt es definitiv zu Crashs, da willst du nicht beteiligt sein. Im Vorlauf hat sich leider direkt vor uns ein Boot gedreht, aber wir sind relativ gut durchgekommen und konnten uns für das A-Finale qualifizieren. Da haben wir dann den weiten Weg um die Boje gewählt und uns aus dem Chaos herausgehalten. Am Ende sind wir Elfter geworden, 40 Boote hatten gemeldet.

War das für dich ein einmaliger Ausflug?

Florian Koch: Ich bleibe schon beim Rudern, aber ich kann mir gut vorstellen, das nochmal zu machen. Es ist ja auch in Planung, dass Coastal 2028 olympisch wird, bis dahin kann noch viel passieren.

11.10.2021 | Interview: Felix Kannengießer

Steuermann Florian Koch.

Termine & ergebnisse

SH Netz Cup in Rendsburg:

Stadtwerke SH Ergo-Cup der internationalen Achter (500 Meter): 1. Polen 1:20,3 Min., 2. Deutschland-Achter 1:20,4, 3. Niederlande 1:21,8

Emil Frey Küstengarage Ruder-Sprint-Cup der Internationalen Achter (400 Meter), 1. Rennen: 1. Deutschland-Achter 1:01,52 Min., 2. Niederlande 1:02,32, 3. Polen 1:04,06; 2. Rennen: 1. Deutschland-Achter 1:05,65 Min., 2. Niederlande 1:06,82, 3. Polen 1:07,07

 

 

SH Netz Cup über 12,7 Kilometer: 1. Deutschland 21:12,4 Minuten, 2. Niederlande 21:52,1, 3. Polen 42:25,0.

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