„Auf Malte kann man sich verlassen“

Malte Jakschik war im Team Deutschland-Achter „Mister 100 Prozent“. Zum Ausklang seiner erfolgreichen Karriere blicken einige seiner Weggefährten auf die gemeinsame Zeit zurück.

Der Deutschland-Achter hat in den vergangenen Jahren große Erfolge eingefahren, Siegesserien aufgestellt und die Weltbestzeit geknackt – Malte Jakschik hat all das miterlebt. Seit seiner ersten Berufung 2014, mit damals noch 21 Jahren, war er immer ein fester Bestandteil des Deutschland-Achter, eine verlässliche Größe und so etwas wie „Mister 100 Prozent“. Der Gewinn der Silbermedaille in Tokio war sein letzter großer sportlicher Auftritt im Ruderboot. Zum Abschied erzählen einige Weggefährten aus ihrer Zeit mit Malte Jakschik.

Mit dem Junioren-Weltmeistertitel im Vierer ohne Steuermann in der Tasche machte Jakschik erstmals 2013 im Team Deutschland-Achter auf sich aufmerksam. Sein Zweierpartner damals war Maximilian Planer. Gemeinsam verdienten sie sich im A-Kader einen Rollsitz im Vierer ohne Steuermann und holten bei der EM gleich Bronze. „Es ist schon lange her, doch wir hatten eine tolle Zeit damals. Wir haben uns als Team gut ergänzt. Deshalb war ich auch echt traurig, als unser Trainer uns dann auseinander genommen hat“, erinnert sich Planer.

Planer: „Humor ins Team gebracht“

Über seinen damaligen Zweierpartner, mit dem er später Welt- und Europameister im Deutschland-Achter wurde, hat er nur Gutes zu berichten. „Malte zeichnet sportlich aus, dass er sehr akribisch und fleißig arbeitet. Außerdem hat er ein bärenstarkes Mindset. Ein eventuelles Scheitern hat in seinem Kopf keinen Platz“, sagt Planer und zeigt eine Eigenschaft auf, die man dem harten Arbeiter im Boot nicht auf den ersten Blick ansieht – im Team ist er auch für die gute Laune zuständig: „Malte strahlt immer eine gewisse Lockerheit aus und er hat immer viel Humor ins Team gebracht. Manchmal war er so dauerhaft gut gelaunt, dass andere sich über seine gute Laune aufgeregt haben. Das wiederum fand er dann umso lustiger.“

Kuffner: „Ein Macher“

In den Jahren darauf ruderte Malte Jakschik im Zweier erfolgreich mit Maximilian Reinelt, im Deutschland-Achter saß er direkt hinter Andreas Kuffner. Der erinnert sich noch genau an seinen ehemaligen Teamkollegen: „Wir hatten immer einen direkten Bezug, weil wir im Achter hintereinander saßen. Da muss es stimmen, und das hat es bei uns immer. Sportlich wie menschlich ist Malte einfach top.“

Kuffner und Jakschik gewannen gemeinsam im Deutschland-Achter unter anderem Silber bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro. Für Kuffner ist „Malte ein klarer, pragmatischer Typ, der ein Macher ist. Er legt einfach los und zieht bis zum Ende durch. Er ist ein Topruderer, auch total konsequent im Training. Ich habe seine Arbeit immer geschätzt, auf Malte kann man sich verlassen. Dafür will ich an dieser Stelle auch einfach mal Danke sagen.“

Schmidt: „Ehrgeizig und engagiert“

Seit 2016 rudert Jakschik mit Richard Schmidt im Zweier, zusammen haben die beiden im Kleinboot drei Deutsche Meisterschaften in Folge eingefahren. Dabei haben sie sich immer gegenseitig zu neuen Erfolgen gepusht, sind nach Olympia-Silber in Rio im Deutschland-Achter viermal in Folge Europameister und dreimal in Folge Weltmeister geworden und beenden nun gemeinsam nach Tokio ihre Ruderkarriere. „Erstmals saßen wir 2014 zusammen im Achter, da war Malte noch recht jung. Seit 2016 fahren wir auch extrem erfolgreich Zweier“, erinnert sich Schmidt: „Wir haben sehr viel Zeit miteinander verbracht, im Trainingslager, in den Zimmern. Es hat immer Spaß gemacht mit ihm, es war eine erfolgreiche und sehr schöne Zeit.“

Auch über den Bootsrand hinaus sind Schmidt und Jakschik als gute Freunde zusammengewachsen. Als im Januar 2020 die Geburt von Jakschiks Sohn Emil anstand, absolvierten die beiden ihr Trainingslager gemeinsam in Dortmund, statt in Sabaudia, wie der Rest des Team Deutschland-Achter. Das hat die beiden noch mehr zusammengeschweißt, doch auch vorher kannten sich die beiden schon fast wie ihre Westentasche. Schmidt hat Jakschik immer geschätzt. „Er ist ehrgeizig und wirklich engagiert im Rudern, dazu ein cooler und witziger Typ“, zählt Schmidt auf und fügt mit einem Lachen an: „Er hat auch immer alles mitgemacht, was ich gesagt habe. Das war sehr wichtig.“

Hoffmann: „Ein Vorzeigeathlet“

Nicht nur unter den Ruderern, auch beim Team an Land ist Jakschik beliebt. Er ist fleißig und engagiert, ob im Training, bei Wettkämpfen oder wenn es um das Team geht. Jakschik ist so etwas wie „Mister 100 Prozent“. „Malte war immer einer, der von Beginn an sehr konsequent an sich gearbeitet hat, der ein Vorzeigeprofi war und sich zu einem Vorzeigeathleten entwickelt hat, sowohl körperlich als auch mental“, berichtet Chef-Physio Carsten Hoffmann.

Als Physiotherapeut kennt Hoffmann auch den Menschen hinter dem Sportler, auf der Massagebank erzählen die Ruderer gerne, was sie beschäftigt. „Er war immer ein unaufgeregter Sportler, der sein Ding gemacht hat und sich für das Team eingesetzt hat. Auch im Boot war er sehr unaufgeregt und ein Stabilitätsfaktor, an dem sich die Neuen orientieren konnten“, berichtet Hoffmann, der seine Hände gar nicht so oft bei Jakschik anlegen musste: „Malte war immer auf den Punkt fit. Er ist jemand, der eigentlich nie viel Pflege brauchte, der immer für sich wusste, was zu tun war. Er hat einfach hart an sich gearbeitet und seinen Weg konsequent gemacht.“

17.09.2021 | von Felix Kannengießer

Malte Jakschiks erfolgreiche Karriere in Bildern.

Termine & ergebnisse

SH Netz Cup in Rendsburg:

Stadtwerke SH Ergo-Cup der internationalen Achter (500 Meter): 1. Polen 1:20,3 Min., 2. Deutschland-Achter 1:20,4, 3. Niederlande 1:21,8

Emil Frey Küstengarage Ruder-Sprint-Cup der Internationalen Achter (400 Meter), 1. Rennen: 1. Deutschland-Achter 1:01,52 Min., 2. Niederlande 1:02,32, 3. Polen 1:04,06; 2. Rennen: 1. Deutschland-Achter 1:05,65 Min., 2. Niederlande 1:06,82, 3. Polen 1:07,07

 

 

SH Netz Cup über 12,7 Kilometer: 1. Deutschland 21:12,4 Minuten, 2. Niederlande 21:52,1, 3. Polen 42:25,0.

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