FriWi war schon immer da

Friedrich Wilhelm Bücker formt seit vielen Jahren die Nachwuchstalente für die Nationalmannschaft. In Dortmund ist er der dienstälteste Trainer nach Ralf Holtmeyer.

Er ist der dienstälteste Trainer am Stützpunkt in Dortmund nach Ralf Holtmeyer und außerdem der einzige, der gleich nebenan beim RC Hansa seine Wurzeln hat: U23-Stützpunkttrainer Friedrich Wilhelm Bücker ist ein echter Dortmunder Junge. „Ich wollte hier nie richtig weg“, sagt der 53-Jährige, lacht herzlich und fügt hinzu: „Ich bin in Dortmund tief verwurzelt und fühle mich hier einfach wohl.“

FriWi, wie ihn die meisten nennen, ist nun schon 42 Jahre lang Mitglied beim RC Hansa. Mit elf Jahren hat er mit dem Rudern angefangen und ist damit in die Fußstapfen von Großvater , Mutter und Vater getreten. „Als Athlet war ich ganz in Ordnung. Ich hatte viel Spaß, aber meine Erfolge haben sich in Grenzen gehalten“, sagt er bescheiden. In der Jugend holte er einige Medaillen, 1985 schaffte er es in den bundesdeutschen Junioren-Achter, der bei der U19-WM in Brandenburg Vierter wurde. „Das war für mich neben einigen anderen Erlebnissen das Größte als Ruderer“, erinnert sich Bücker.

Seit über 30 Jahren Trainer

Im Jahr 1988 ging FriWi in seine letzte U23-Saison und wechselte anschließend die Seiten. Als ehrenamtlicher Trainer fing er mit den B-Junioren an und arbeitete sich schnell hoch. Auch hinter den Kulissen übernahm er beim RC Hansa Verantwortung, zum Beispiel im Jugendvorstand, später im Vorstand und als Organisator der Dortmunder Langstrecke, was nach 26 Jahren mittlerweile in die Hände seines Bruders übergegangen ist.

„Die Langstrecke ist etwas, was mir am Herzen liegt. Wir sind gemeinsam mit dem RC Hansa immer mit der Zeit gegangen und haben für viele Entwicklungen gesorgt“, sagt Bücker. Als Jugendtrainer konnte er sich ebenfalls schnell beweisen und ergatterte 1993 am Stützpunkt seine erste feste Stelle. Damals studierte er Sportwissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum. „Ich wusste lange nicht genau, wo die Reise hingehen sollte, bevor sich das mit der Stelle als Trainer ergeben hat“, erinnert sich FriWi. Seitdem ist er offiziell Bestandteil des Teams, das die Nachwuchstalente für das Team Deutschland-Achter formt, – und bis heute geblieben.

Goldene Zeiten zur Jahrtausendwende

Dabei hat er über die Jahre verschiedenste Nachwuchsteams trainiert und immer wieder Talente an die Nationalmannschaft herangeführt, etwa Johanna Prinz oder Klaus Ploke. Erstmals selbst als Trainer bei einer Junioren-WM am Streckenrand stand Bücker 1997 in Hazewinkel und holte prompt Gold mit dem Zweier mit Steuermann in der Besetzung Michael Ruhe, Markus Wielgosch und Steuermann Stefan Lier. Den späteren Schlagmann des Deutschland-Achters, Michael Ruhe, begleitete er auch, als er 2000 kurzfristig den U23-Achter übernahm und wieder gleich Gold beim Nations Cup – jetzt U23WM- in Kopenhagen gewann.

Der U23-Bereich blieb sein Steckenpferd, ab 2012 übernahm Bücker dann für vier Jahre die Leitung der U23-Riemenruderinnen im DRV. „Da lief nicht alles so, wie ich mir das vorgestellt hatte“, blickt er mit gemischten Gefühlen zurück. Dennoch wurden in diesem Zeitraum die letzten Medaillen der Riemenruderinnen im Zweier, Vierer und Achter gewonnen. Anschließend trainierte er mit Thomas Affeldt gemeinsam die Skull-Frauen am Stützpunkt, mischte aber parallel bei den männlichen U23-Ruderern mit. Zu Beginn der vergangenen Saison ist er nun ganz zu den Männern gewechselt, wo er gemeinsam mit Christian Viedt arbeitet. „Ich wollte mich ganz auf eines konzentrieren, du kannst nicht auf zwei Hochzeiten gleichzeitig tanzen“, begründet Bücker, der neben der Trainertätigkeit weiterhin hinter den Kulissen mit organisiert und Bindeglied zum Nordrhein Westfälischen Ruderverband sowie zu den lokalen Vereinen ist.

Auch neben dem Boot Ansprechpartner

Die Arbeit mit dem Nachwuchs liegt Bücker, besonders der U23-Bereich hat es ihm angetan. „Das ist ein sehr interessanter und anspruchsvoller Altersbereich. Die jungen Menschen sind gerade auf dem Weg in einen neuen Lebensabschnitt. Sie sind mit der Schule fertig, beginnen ein Studium, sind erstmals von zu Hause weg und in einem neuen Trainingsrevier mit neuem Trainer und neuen Methoden. Das sind viele Herausforderungen, die es zu meistern gilt“, berichtet er: „Auch für mich ist das eine spannende Aufgabe. Du bist nicht nur Trainer, sondern auch Ansprechpartner bei vielen anderen Problemen. Es geht darum, die Ruderer so gut es geht auf ihrem Weg zu unterstützen.“

FriWi liebt Schnelligkeit – und die Familie

Als Vater einer Patchwork-Familie mit drei großen Kindern hat FriWi seine Erfahrungen mit Erziehungstipps. Die Familie ist ihm heilig: „Da bin ich voll glücklich und ausgelastet. Gott sei Dank gibt es in meinem Leben genug Dinge, die nichts mit dem Rudern zu tun haben. Das brauche ich, um abzuschalten.“ Auch mit Sport bekommt er den Kopf gut frei, zum Beispiel auf dem Fahrrad, auf Skiern oder dem Motorrad – und bei der Gartenarbeit.

Das Ziel ist WM-Gold

Mit voller Kraft kann Bücker so am nächsten Tag wieder zu Werke gehen – wie immer am Stützpunkt in Dortmund. Und dort hat er noch einiges vor: „Wir wollen den U23-Bereich auf gesunde Füße stellen und versuchen, in diesem Altersbereich wieder WM-Medaillen einzufahren. Und natürlich ist es unser Ziel, die Jungs gut auszubilden und fit zu machen, damit wir sie guten Gewissens an den A-Bereich abgeben können.“

10.06.2020 | von Felix Kannengießer

Friedrich Wilhelm Bücker ist ein echter Dortmunder Junge.

Die Dortmunder Langstrecke hat FriWi über die Jahre begleitet und mit entwickelt.

Seit dieser Saison arbeitet FriWi (hier im Hintergrund) mit Christian Viedt zusammen als Trainer für den männlichen U23-Bereich.

Termine

SH Netz Cup in Rendsburg:
Freitag (16.10.2020):
Ergo-Cup um 18.45 Uhr, Bühne Kreishafen
Samstag (17.10.2020):
Sprint Cup um 17 Uhr, Kreishafen
Sonntag (18.10.2020):
12,7-Kilometer-Langstrecke um 14.30 Uhr, Breiholz-Rendsburg (Livestream: www.shz.de)

03.-19.11.2020:
Trainingslager in Lago Azul (Portugal)
02-18.12.2020:
Trainingslager in Avis (Portugal)

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