„Aufgeben kam nie in Frage“

Maximilian Korge hat sich nach einer Auszeit mühsam zurück ins Team Deutschland-Achter gekämpft. Im Interview erzählt er, wie es ihm ergangen ist.

Maximilian Korge ist zurück. Vor fünf Jahren qualifizierte er sich mit Johannes Weißenfeld noch als U23-Ruderer erstmals für das Team Deutschland-Achter und fuhr 2016 als Teil des Vierers ohne Steuermann zu den Olympischen Spielen nach Rio de Janeiro. Danach wurde es etwas ruhiger um den Berliner, der sich aus gesundheitlichen Gründen eine Auszeit nahm. Wie der 25-Jährige diese schwierige Zeit erlebt hat, wie er es ins Team Deutschland-Achter zurück geschafft hat, und was er sich nun vorgenommen hat, verrät Maximilian Korge im Interview.

Wie kam es zu deiner Auszeit nach Olympia 2016 in Rio?

Maximilian Korge: Die Probleme haben schon vor Olympia angefangen. Die Vorbereitung war für mich sehr schwierig, weil ich oft krank geworden bin. In der Saison bestimmt neun oder zehn Mal. Ich habe trotzdem meine Leistung gebracht, aber der Zustand hat mich fertig gemacht. Nach Olympia haben die Probleme angehalten, deswegen musste ich Ende 2016 die Reißleine ziehen, um es in den Griff zu kriegen.

Wie ist es dir in der Zeit danach ergangen?

Maximilian Korge: Ich bin erst noch in Dortmund geblieben, habe kaum Sport gemacht und war in der Betreuung bei einigen Ärzten. Aber trotzdem hat es sich zunächst nicht so entwickelt, wie ich es wollte. Das war mit der Zeit auch mental schwierig. Deswegen wollte ich raus aus dem Umfeld, bin 2017 zurück nach Berlin gezogen. Da hatte ich dann auch den familiären Rückhalt. In Berlin habe ich viele Behandlungen hinter mich gebracht, unter anderem Nasen-OPs. Eine richtig klare Diagnose gab es zwar nie, aber ich habe mich in der Zeit wieder gut gefangen. Eins war für mich klar: Aufgeben kam nie in Frage, deswegen habe ich immer durchgehalten.

Wie hast du deinen Weg zurück gefunden?

Maximilian Korge: Ich wusste, dass ich wieder richtig einsteigen will, deswegen habe ich nach der Pause weiter gerudert. Der Exit-Eight-Achter hat mir da viele Möglichkeiten geboten. So konnte ich an vielen Regatten teilnehmen mit anderen Sportlern, die ebenfalls einen hohen Anspruch an das Rudern haben. Das hat mich auch vom Kopf her fit gehalten. Man darf nicht unterschätzen, wie schwierig es ist, wieder einzusteigen. Auch da gab es natürlich Rückschläge, Höhen und Tiefen.

Ab wann ging es wieder richtig los?

Maximilian Korge: Anfang 2019 bin ich wieder richtig zurückgekehrt. Man weiß ja nie, wann der richtige Zeitpunkt ist. Ich wusste ja nicht mal, ob es überhaupt klappt. Es ist ganz schön schwierig, die Wettkampfhärte beizubehalten und diesen Ehrgeiz aufrecht zu erhalten. Aber ich wollte es wagen. Und es war gut, zurück im Umfeld in Dortmund zu sein, die Möglichkeit zu haben, hier mitzutrainieren und auf eine richtige Leistungsebene zurück zu kommen. Die Kleinbootüberprüfung im April, als ich mit Jakob Gebel ins C-Finale gerudert bin, war für mich dann der Startschuss. Ich bin sehr zufrieden, dass ich mich jetzt mit Olaf Roggensack beim Leistungstest in Dortmund vor zwei Wochen für das Team Deutschland-Achter qualifizieren konnte. Dass ich so schnell zurück in das Team finde, hätte ich aber nicht gedacht.

Was hast du dir nun vorgenommen?

Maximilian Korge: Ich habe viel Anlauf genommen, um wieder zurückzukommen. Und das war genau richtig, nicht einfach wieder ins kalte Wasser zu springen. Ich will weiter Schritt für Schritt gehen. Mit Olaf Roggensack als Zweier-Partner habe ich beste Voraussetzungen. Er ist ein junger Sportler, der sehr ambitioniert ist. Wir konnten uns auf den Leistungstest mit der Langstrecke mit unserem Heimtrainer Elia Krell in Berlin gut vorbereiten. Jetzt bin ich in den Stützpunkt nach Dortmund gezogen. Eigentlich wollte ich im nächsten Jahr in Berlin meinen Bachelor abschließen. Das könnte sich nun etwas verschieben, je nachdem wie es hier läuft.

01.11.2019 | Interview: Felix Kannengießer

Maximilian Korge im Jahr 2016 bei der Vorstellung des Team Deutschland-Achter…

…und bei Olympia 2016 in Rio im Vierer ohne Steuermann.

Anfang des Jahres legte Maximilian Korge im Zweier mit Jakob Gebel bei den Deutschen Kleinbootmeisterschaften den Grundstein für sein Comeback.

Maximilian Korge (li.) bei der Henley Royal Regatta im Juli diesen Jahres mit Jakob Gebel, Anton Schulz und Jacob Schulte-Bockholt (v.li.).

Termine

10.-26.11.2019: Trainingslager in Avis/Portugal

28.12.2019 - 13.01.2020: Ski-Trainingslager in St. Moritz/Schweiz 

28.01.-13.02.2020: Trainingslager in Lago Azul/Portugal 

01.-16.03.2020: Trainingslager in Gavirate/Italien

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