„Das war noch nicht das Ende der Fahnenstange“

Malte Jakschik aus dem Weltmeister-Achter verrät im Interview, wie sein Saisonfazit ausfällt, warum er auch in seinem Urlaub jede Menge zu tun hat und was die nächsten Ziele sind.

Nach einer langen Saison befinden sich die Ruderer aus dem Team Deutschland-Achter im Urlaub, um sich zu regenerieren und die Akkus für das olympische Jahr aufzuladen. Jetzt, wo die Riemen im Bootshaus bleiben und die Seele etwas baumeln kann, ist es an der Zeit, die vergangenen Monate einmal Revue passieren zu lassen. Im Interview erzählt Malte Jakschik aus dem Deutschland-Achter, wie er die Saison erlebt hat.

Mit ein bisschen Abstand. Wie schaust du auf die Saison zurück?

Malte Jakschik: Mit Blick auf das gesamte Team Deutschland-Achter ist es natürlich ärgerlich, dass wir nicht alle drei Boote für Olympia qualifizieren konnten. Aber ich bin da sehr optimistisch, dass wir das in der kommenden Saison nachholen. Für uns im Deutschland-Achter war die Saison auf jeden Fall zufriedenstellend. Es ist gut gelaufen, natürlich mit der WM als Highlight. Aber auch die EM, als wir das erste Mal auf die internationale Konkurrenz getroffen sind, war sehr spannend. Es war einfach insgesamt eine tolle Saison.

Für dich war es der dritte WM-Titel. Wird das mit der Zeit zur Routine?

Malte Jakschik: Ein WM-Titel ist immer etwas ganz Besonderes, da haben wir die ganze Saison drauf hingearbeitet. Wir haben im Finale unser bestes Rennen gemacht, und es ist trotzdem noch genug Potential vorhanden, um nächste Saison einen draufzusetzen. Das war noch nicht das Ende der Fahnenstange. Am Ende war es im Finale auch ganz schön knapp, die Holländer waren nah dran an uns. Ich finde, insgesamt war das Feld in der Spitze in dieser Saison eng zusammen. Das hat man auch beim Weltcup in Rotterdam gesehen, wo die Briten ja vor uns lagen.

Wie seid ihr mit der Niederlage umgegangen?

Malte Jakschik: Wir haben das damals als Motivation genommen, und uns auch kritisch hinterfragt. Aber es ist nachher leicht zu sagen: Die Niederlage hat für den WM-Titel gut getan. Es wäre mir auf jeden Fall lieber gewesen, wenn wir ohne Niederlage durch die Saison gegangen wären, so wie wir es letztes Jahr geschafft haben. Dann hätten wir auch den Weltcup insgesamt gewonnen. Trotzdem war es eine starke Saison, wir haben uns sehr gut entwickelt.

Zum Ende der Saison gab es in Rendsburg nochmal einen kleinen Schock, als Christopher Reinhardt kurzzeitig im Boot umkippte. Wie hast du die Situation wahrgenommen?

Malte Jakschik: Ich habe schon gemerkt, dass etwas beim Ablauf nicht stimmt, aber ich wusste zuerst nicht was. Als Christopher dann den Krebs gefangen hat, war mir klar, was Sache ist. Als ich realisierte was los war, habe ich mich umgedreht, da hatte er den Riemen schon wieder in der Hand, und das Rennen ging weiter. Ich denke, die meisten Ruderer kennen den Moment, wenn es mal kurz schwarz vor den Augen wird. Wenn es so kommt, passiert das im Idealfall erst nach dem Rennen. Rudern ist eben ein Sport, bei dem man an die körperlichen Grenzen herangeht. Für Christopher war es ja das erste Marathon-Rennen, er wird die richtigen Schlüsse daraus ziehen.

Die Saison war lang. Wie genießt du nun deinen Urlaub?

Malte Jakschik: Ich bin bislang zu Hause geblieben, weil ich aktuell für mein Maschinenbau-Studium an der Masterarbeit über einen sensitiven Robotergreifarm schreibe. Da habe ich ordentlich was zu tun, aber diese Aufgabe macht mir Spaß. Außerdem versuche ich viel Zeit mit meiner Frau, der Familie und den Freunden zu verbringen. Die haben über das Jahr viel zurückstecken müssen, weil ich oftmals nicht viel Zeit hatte. Nächste Woche geht es dann in den Club der Besten, das ist eine Urlaubswoche von der Deutschen Sporthilfe organisiert. Da freue ich mich auch schon sehr drauf. Es ist in dieser Phase wichtig, dass man Kraft tankt und zur Ruhe kommt, damit sich der Körper von den Strapazen erholen kann.

Am 1. Oktober beginnt das Training am Stützpunkt in Dortmund wieder. Schwebt das schon in Hinterkopf?

Malte Jakschik: Ja, man denkt schon etwas darüber nach, denn man weiß, worum es geht und was wir vorhaben – es ist die olympische Saison. Wir wollen gerne auch den Vierer und Zweier ohne Steuermann für Olympia qualifizieren. Und im Deutschland-Achter wollen wir natürlich weiterhin erfolgreich bleiben. Die Olympischen Spiele sind für alle das große Ziel.

20.09.2019 | Interview: Felix Kannengießer

Das Ende einer erfolgreichen und langen Saison: Impressionen von der WM in Linz und dem Abschluss in Rendsburg.

Termine

11.-26.11.2019: Trainingslager in Avis/Portugal

28.12.2019 - 13.01.2020: Ski-Trainingslager in St. Moritz/Schweiz 

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