Braun und Leske: Unterschiedliche Vita, gleiches Ziel

Das Duo für den Zweier ohne Steuermann hat sich in der Kürze der Zeit zu einem echten Team entwickelt. Beide schauen in die gleiche Richtung – in Richtung Olympia

Im Zweier ohne Steuermann trifft in dieser Saison pure Erfahrung auf frischen Mut. Auf der Schlagposition sitzt Anton Braun, zweifacher Deutscher Meister, 2014 EM-Dritter und WM-Fünfter sowie 2012 Olympia-Siebter im Zweier. Hinter sich hat er Marc Leske, der gerade aus dem U23-Bereich aufgerückt ist und die ersten Erfahrungen im A-Kader sammelt. So unterschiedlich die Vita der beiden ist, so gut ergänzen sie sich im Ruderboot. Denn Braun und Leske haben das gleiche Ziel: Sie wollen angreifen.

Leske ist bei den Junioren und der U23 fast immer im Achter gefahren, holte zweimal WM-Gold und einmal WM-Bronze. Seine erste Medaille im Zweier ohne Steuermann feierte er im vergangenen Jahr: Silber mit Jakob Gebel bei der Studenten-WM in Shanghai. Jetzt hat er Blut geleckt. „Es gibt mir viel Motivation, dass ich gleich im ersten Jahr im A-Kader einen Bootsplatz ergattert habe“, sage der 23-Jährige. Medaillen stehen für Braun und Leske – die ja erst seit rund drei Monaten zusammen im Boot sitzen – allerdings erst einmal nicht im Vordergrund. Für das Duo geht es darum, bei der WM unter die ersten Elf zu kommen und damit das Boot für die Olympischen Spiele 2020 zu qualifizieren.

Beide profitieren voneinander

„Die Olympia-Quali ist unsere Mission“, bestätigt Leske und weiß, dass bis dahin noch viel Arbeit wartet: „Wir haben uns schon gut zusammengerafft und einige Fortschritte gemacht, aber wir müssen uns noch besser aneinander angleichen. Das ist ein größerer Prozess, der vor uns liegt. Vor allem ich muss noch mehr den Zweier-Schlagstil verinnerlichen.“ Braun gibt in diesem Thema Starthilfe, den Zweier beherrscht er wie seine Westentasche: „Ich kann mich noch gut erinnern, wie es bei mir früher war. Marc kommt aus der U23, ist jahrelang Achter gefahren. Das ist jetzt ein hartes Brot für ihn, aber er gibt immer alles und hört gut zu. Wir sind dabei, eine gemeinsame Handschrift zu finden.“

Beim Training profitieren beide voneinander: Leske von der großen Erfahrung des sechs Jahre älteren Kollegen und Braun von der ansteckenden positiven Art seines Zweier-Partners. „Marc ist immer voll motiviert, auf ihn kann ich mich verlassen“, sagt Braun. Der 23-Jährige gibt das Kompliment zurück: „Anton hat ein gutes Bootsgefühl und unterstützt mich mit seinem Feedback.“

Aus guten Ansätzen sollen Stärken werden

Bei den Europameisterschaften in Luzern hatte das Duo seinen ersten internationalen Auftritt. Braun und Leske kämpften sich über den Hoffnungslauf ins B-Finale und wurden am Ende Zehnter. Vor allem auf der ersten Streckenhälfte lieferte das Duo stark ab. „Das war ein vernünftiger Beginn. Wir haben ein paar gute Ansätze gezeigt, aus denen Stärken werden können“, sagt Leske: „Vom Körper, von den Proportionen und der Schlaglänge passen wir super zueinander. Und wir sind beide Wettkampf-Typen. Da sind noch einige Reserven, die wir ausbauen können.“

Standortbestimmung in Posen

Das deutsche Zweier-Duo ist vorsichtig optimistisch und gespannt auf die kommenden Aufgaben. Beim Weltcup am Wochenende in Posen sind 31 Teilnehmer gemeldet, auch einige Boote aus Übersee sind erstmals in dieser Saison mit dabei. „Da werden wir sehen, was unser zehnter Platz bei der EM wert war“, meint Leske. Braun stellt sich auf einen harten Konkurrenzkampf ein: „Das Zweier-Feld ist in diesem Jahr brutal, da sind viele Länder auf Augenhöhe. Nach ganz vorne fehlen uns aktuell ein paar Sekunden, aber wir haben noch viel Potential.“

Mission Olympia

Beide wollen den Zweier nach vorne bringen und damit ihrem Traum von Olympia näher kommen. Für Braun, der eine kurze Ruderpause hinter sich hatte, wären es die dritten Spiele: „Ich bin motiviert, aus meinem Körper nochmal das Beste herauszuholen und mit 29 Jahren noch einmal einen Schritt nach vorne zu machen. Ich will unbedingt ein drittes Mal zu Olympia und mit einem Erfolg wiederkehren.“ Leske hatte eigentlich von den Olympischen Spielen 2024 geträumt, nun haben sich die Voraussetzungen geändert: „Langsam wird der Traum zum Ziel, und alles geschieht früher als gedacht. Ich will jetzt alles aufsaugen, weiter angreifen und meinen Platz im Team behaupten.“

18.06.2019 | von Felix Kannengießer

Marc Leske und Anton Braun bei der Präsentation des Team Deutschland-Achter…

…und bei der EM in Luzern.

DAS SAGT…

…Marc Leske über Anton Braun: „Er ist eine eher ruhige, aber sehr konsequente Person. Er hat genaue Vorstellungen, wie er rudern möchte. Dazu kommt seine Erfahrung. Er ist unheimlich eingespielt, in dem was er macht. Ich würde sagen, er ist bei uns der beruhigende Pol und ich der etwas aufgeregtere.“

Anton Braun über Marc Leske: „Marc ist jemand, der sich immer voll reinhängt. Das steckt an. Er steht beim Training immer pünktlich bereit und verhält sich auch sonst vorbildlich. Um ihn brauche ich mir keine Sorgen machen.“

Termine

10.-26.11.2019: Trainingslager in Avis/Portugal

28.12.2019 - 13.01.2020: Ski-Trainingslager in St. Moritz/Schweiz 

28.01.-13.02.2020: Trainingslager in Lago Azul/Portugal 

01.-16.03.2020: Trainingslager in Gavirate/Italien

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