Auf den Spuren seines Vaters

Paul Dohrmann muss nach dem Umzug nach Dortmund sein neues Leben ganz allein meistern. Sportlich wie privat hat sich der 19-Jährige aus der U23-Trainingsgruppe einiges vorgenommen.

 

Als einer von vier Zugängen in der U23-Trainingsgruppe am Dortmunder Leistungszentrum hat Paul Dohrmann in Sabaudia sein erstes Trainingslager mit seinen neuen Mannschaftskollegen hinter sich gebracht. Der 19-Jährige fühlt sich im Team gut angenommen und hat auch sportlich schon erste Akzente gesetzt. Der Umzug ins Ruhrgebiet stellt den Sachsen vor neue Herausforderungen, die er selbstbewusst angeht, denn irgendwann will er auf den Spuren seines Vaters wandeln.

Vater Hendrik ist DDR-Meister

Paul Dohrmann ist mit 14 Jahren durch seinen Vater Hendrik zum Rudern gekommen, nachdem er vorher lange Zeit Volleyball gespielt hatte. Von den Erlebnissen seines Vaters, einem einstigen DDR-Meister, beeindruckt, stiegt er selbst ins Boot und heimste gleich zu Beginn die ersten Erfolge ein, etwa beim Elbepokal. Das motivierte ihn, immer weiterzumachen. „Man hat schnell Fortschritte gesehen, das hat mich angespornt. Es hat mich gereizt, in die Fußstapfen meines Vaters zu treten und sie am liebsten zu übertreten. Wenn du einmal eine Medaille um den Hals hast, dann willst du mehr“, sagt Paul Dohrmann.

Größe als Vorteil genutzt

Sein Heimatverein ist die Wurzener Rudervereinigung Schwarz-Gelb, wo er seine, zunächst recht holprigen, ersten Erfahrungen im Ruderboot machte. „Das Umfeld im Verein ist sehr familiär, das hat mir gefallen. Ich war anfangs nicht der Sportlichste, aber wegen meiner Größe hatte ich Vorteile. Durch harte Arbeit bin ich dann zu Erfolgen gekommen“, erzählt der 1,97 Meter große Athlet. Auf dem Sportgymnasium in Leipzig ging er den nächsten Schritt, fokussierte sich voll auf das Rudern, oftmals mit zwei Einheiten am Tag.

Bedenken vor dem Umzug

In der U23-Nationalmannschaft hat Dohrmann schon angeklopft, holte zuletzt im Vierer ohne Steuermann bei der U23-EM die Bronzemedaille. Nun führt der Weg den Backborder nach Dortmund, obwohl er vor dem Umzug ins Ruhrgebiet einige Bedenken hatte: „Ich komme vom Land und anfangs hatte ich Sorgen, dass ein Leben in der Großstadt nicht so meins ist. Aber vor allem die Menschen haben mich dann überrascht, sie sind sehr offen hier. Und ein paar schöne Ecken habe ich im Ruhrgebiet auch schon gefunden, zum Beispiel das Bermuda 3eck in Bochum.“ Die Gewöhnung erleichtern ihm die Ruderkollegen Max John und Olaf Roggensack, mit denen er gemeinsam in einer WG in der Nähe des Signal Iduna Parks wohnt.

„Ich will zeigen, was ich kann“

Neu für ihn ist auch das Leben als Student, Dohrmann hat sich an der Ruhr-Universität Bochum in Jura eingeschrieben. „Der Spagat zwischen Leistungssport und Studium ist groß. Ich muss erst noch richtig in den Trott hineinkommen, aber ich bin auf einem guten Weg“, findet er. Im neuen Jahr will sich der 19-Jährige weiter am Stützpunkt in Dortmund integrieren und sein neues Leben schultern. „Ich werde alles ein wenig auf mich zukommen lassen, damit es sich vernünftig einpendelt“, verrät er: „Natürlich will ich mich sportlich beweisen und zeigen, was ich kann. Mein Ziel ist es, mich in Dortmund zu etablieren und mit zur U23-EM oder -WM zu fahren.“

22.01.2019 | von Felix Kannengießer

Paul Dohrmann im Ruderboot…

…und ganz schick bei der Henley Royal Regatta.

Paul Dohrmann will bei der U23-Trainingsgruppe in Dortmund seine Spuren hinterlassen.

Termine

11.-26.11.2019: Trainingslager in Avis/Portugal

28.12.2019 - 13.01.2020: Ski-Trainingslager in St. Moritz/Schweiz 

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