Riesige Freude in Plovdiv: Vierer zieht ins WM-Finale ein

Als Halbfinal-Dritter will der Vierer ohne Steuermann jetzt in den Kampf um die Medaillen eingreifen. Der Zweier kam nach dem Ausfall von Laurits Follert nicht über Platz sechs im Viertelfinale hinaus.
 
Sie rangen nach Luft und hoben ihre Füße ins kühlende Wasser. Das Finalticket war gelöst, die Erleichterung riesig: Felix Brummel, Nico Merget, Peter Kluge und Felix Drahotta zogen als Halbfinal-Dritter mit dem Vierer ohne Steuermann ins Finale bei der Ruder-WM im bulgarischen Plovdiv ein. „Die Freude ist gewaltig. Dass wir im WM-Finale stehen, sprengt alle Ketten und ist befreiend“, sagte ein glücklicher Nico Merget und schob gleich nach: „Das Minimalziel haben wir erreicht. Jetzt greifen wir die Medaille an.“

Der Wind drehte kurz vor dem Halbfinalrennen auf Gegenwind – was die Aufgabe nicht leichter machte. Der WM-Zweite aus Italien diktierte wie erwartet das Geschehen. Dahinter behauptete sich das deutsche Boote gegen die Konkurrenz. „Gerade auf den zweiten 500 Metern, als der Gegenwind besonders stark war und die Tschechen und Südafrikaner Druck ausübten, sind sie cool geblieben und haben ihr Ding durchgezogen“, analysierte Tim Schönberg, der im Trainerpulk mit dem Rennrad den Überblick behielt. Dass die Briten auf der zweiten Streckenhälfte noch vorbeifuhren, konnte verkraftet werden. Schließlich betrug der Vorsprung auf die viertplatzierten Südafrikaner im Ziel dreieinhalb Sekunden.

„Keine Eintagsfliege“

„Wir haben uns gegenüber dem Vorlauf noch einmal verbessert gezeigt, dass dies keine Eintagsfliege war“, meinte Peter Kluge. Nach dem verpassten Finale bei der EM in Glasgow machte Nico Merget das gut verlaufende Trainingslager in Völkermarkt und den Zusammenhalt als Schlüssel dafür aus, warum es jetzt viel besser läuft: „Wir profitieren von der guten Vorbereitung und vom Zusammenhalt im kompletten Riementeam. Jeder kommt zu jedem, die Trainer pushen einen. Auch wir im Vierer sind super zusammen gewachsen – nicht nur ruderisch, sondern auch menschlich.“

Gegner im Finale am Samstag (12.46 Uhr Ortszeit/11.46 Uhr MESZ) sind Weltmeister Australien, Europameister Rumänien, Italien, Großbritannien und die Niederlande. „Realistisch ist eine Medaille drin, wenn es gut läuft. Das ist jetzt unser Ziel. So werden wir ins Rennen gehen“, sagte Schönberg, der seine Ruderer direkt nach dem Rennen ins Kühlbecken und aufs Rennrad schickte. Schließlich steht nun die Regeneration an erster Stelle, um beim Finale erholt und topfit an den Start zu gehen.

Zwei Handicaps: Bitteres Aus für den Zweier

Großes Pech hatte hingegen der Zweier ohne Steuermann: Gleich zwei Handicaps sorgten für das Ausscheiden des Bootes, das mit einem überraschenden Vorlaufsieg am Sonntag glänzend und hoffnungsvoll in die WM-Regatta gestartet war. Zunächst fiel Laurits Follert am Morgen verletzungsbedingt aus, Ersatzmann Eric Johannesen hatte während des Rennens gesundheitliche Probleme. Für das Halbfinale C/D wurde der deutsche Zweier abgemeldet.

Die Hiobsbotschaft kam am frühen Morgen um kurz nach 7 Uhr. Laurits Follert zog es beim Warmrudern des Zweiers in den Rücken, musste die erste Einheit abbrechen und schließlich auch fürs Viertelfinale absagen. Ersatzmann Eric Johannesen sprang ein. Bis zur 1.000-Meter-Marke klappte es auch gut, dann aber machte sich die durch Krankheiten beeinträchtige Vorbereitung wieder beim Achter-Olympiasieger bemerkbar. „Eric konnte nicht mehr richtig atmen und wir mussten abreißen lassen“, sagte Bugmann Paul Schröter und fügte hinzu: „Schade. Das Rennen fing ja gut an. Es hatte auf der ersten Streckenhälfte Spaß gemacht und wir waren in Reichweite zu Platz drei.“

13.09.2018 | von Carsten Oberhagemann

 

Daumen hoch: Felix Brummel, Nico Merget, Peter Kluge und Felix Drahotta lieferten ein starkes Rennen ab, beobachtet und gut eingestellt von den Trainern.
Platz im Halbfinale: Der Vierer ohne Steuermann zieht ins WM-Finale ein.

Der Zweier ohne Steuermann im Viertelfinale: Eric Johannesen und Paul Schröter, der sich im Anschluss noch weitere Rennen auf der Zuschauertribüne anschaute.

Fotos: Detlev Seyb

Ergebnisse, WM in Plovdiv

Vierer ohne Steuermann, Halbfinale: 1. Italien 6:01,74 Minuten, 2. Großbritannien 6:03,40, 3. Deutschland (Felix Drahotta, Peter Kluge, Nico Merget, Felix Brummel) 6:04,44, 4. Südafrika 6:08,00, 5. Tschechien 6:11,39, 6. Ukraine 6:24,18.

Zweier ohne Steuermann, Viertelfinale: 1. Serbien 6:26,10 Minuten, 2. Frankreich 6:27,17, 3. Ungarn 6:33,05, 4. Schweiz 6:34,91, 5. Bulgarien 7:06,26, 6. Deutschland (Eric Johannesen, Paul Schröter) 7:08,25.

Termine

18. SH Netz Cup in Rendsburg:

Freitag, 21.9., 19.00-19.30 Uhr: Ergo-Cup im Rendsburger Kreishafen
Samstag, 22.9., 17.00-17.30 Uhr: Ruder-Sprint-Cup im Rendsburg Kreishafen (anschließend Autogrammstunde am Stand der Sporthilfe)
Sonntag, 23.9.: 12,7-Kilometer-Langstrecke von Breiholz nach Rendsburg

 

TV-Berichterstattung:

Sonntag, 23.9.: 14.00-15.15 Uhr NDR TV live; ab 18.00 Uhr: ARD Sportschau; 22.50 Uhr: NDR Sportclub

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