Deutschland-Achter will die Saison mit WM-Titel krönen

Das deutsche Flaggschiff ist in diesem Jahr von Sieg zu Sieg gefahren. Bei den Weltmeisterschaften in Plovdiv (Bulgarien) ist die Titelverteidigung das große Ziel. Der Vierer und der Zweier wollen ebenso angreifen.

Die ganze Saison haben sie auf dieses Ziel hingearbeitet, jetzt zählt es: Das Team Deutschland-Achter ist im bulgarischen Plovdiv angekommen, die ersten Rennen bei den Weltmeisterschaften stehen unmittelbar bevor. Der Deutschland-Achter will bei den Medaillenkämpfen ab Sonntag, 9. September, die bislang ungeschlagene Saison mit der Titelverteidigung krönen. Auch der Vierer und der Zweier haben sich hohe Ziele gesteckt.

„Optimal vorbereitet“

„Wir sind optimal vorbereitet“, sagt Achter-Bundestrainer Uwe Bender: „Wir haben in Völkermarkt noch lange an den Grundlagen gearbeitet und in Dortmund die hohen Frequenzen sehr gut umgesetzt. Es ist richtig gut gelaufen.“ Am vergangenen Samstag prüften die Ruderer in einem Relationsrennen auf dem Elfrather See in Krefeld noch einmal ihre Form und überzeugten den Trainer auch dabei mit einer „sehr guten Leistung“.

Bis zum ersten Vorlauf am kommenden Mittwoch wird in Plovdiv weiter trainiert, natürlich etwas dosierter mit maximal zwei Einheiten pro Tag. Vor allem die kurzen Strecken mit hoher Geschwindigkeit stehen dabei für Hannes Ocik, Richard Schmidt, Malte Jakschik, Jakob Schneider, Torben Johannesen, Maximilian Planer, Felix Wimberger, Johannes Weißenfeld und Martin Sauer auf dem Plan. Durch die gute Vorbereitung gehen die Ruderer mit breiter Brust in den Wettbewerb, Bender betont: „Wir haben reichlich Selbstvertrauen, aber ebenso großen Respekt vor den Gegnern.“

Neun Boote-Feld: „Eine enge Kiste“

In Plovdiv ist das Achter-Feld neun Boote stark. Bis auf die USA ist der Deutschland-Achter im Jahresverlauf schon auf alle Gegner getroffen. „Wir wissen, dass die Konkurrenz stark ist. Das wird eine enge Kiste. Da ist kaum ein Gegner dabei, dem ich keine Medaille zutraue“, findet Bender. Vor allem mit den Australiern, Holländern und Briten hat das deutsche Flaggschiff in diesem Jahr schon einige harte Kräftemessen erfolgreich hinter sich gebracht. Die Briten haben ihr Boot vor der WM allerdings noch einmal umbesetzt, ebenso die Italiener.

Die deutsche Crew zeichnet indes die Konstanz aus. In der gleichen Besetzung, die im vergangenen Jahr den Weltmeistertitel in Sarasota (USA) holte, ist der Deutschland-Achter auch in dieser Saison von Sieg zu Sieg gefahren. Nun gilt es in Plovdiv. „Die Titelverteidigung ist das große Ziel“, sagt Bender, der sich auf die Regatta-Strecke in Bulgarien freut: „Das ist eine schöne, schnelle Strecke. Unter günstigen Bedingungen könnten sogar Rekorde fallen.“ Aktuell hält das deutsche Flaggschiff über die 2.000-Meter-Distanz die Weltbestzeit mit 5:18,68 Minuten, aufgestellt im Juni 2017 beim Weltcup im polnischen Posen.

Vierer: „Wir wollen von Rennen zu Rennen schauen“

Der deutsche Vierer ohne Steuermann hat eine Saison mit Höhen und Tiefen hinter sich: Beim zweiten Weltcup sprang die Bronze-Medaille heraus, zuletzt reichte es bei den Europameisterschaften nur zum B-Finale, das immerhin gewonnen wurde. Doch Felix Drahotta, Peter Kluge, Nico Merget und Felix Brummel haben aus den Fehlern gelernt und wollen die positiven Erfahrungen mit zur WM tragen. „Wir sind gut drauf und mit einem guten Gefühl nach Plovdiv gefahren. Die WM-Vorbereitung, die wir ja schon vor der EM begonnen haben, ist sehr gut gelaufen“, sagt Vierer-Bundestrainer Tim Schönberg.

Vor allem in Völkermarkt hat der Vierer große Schritte nach vorn gemacht, in Dortmund wurde in den vergangenen Tagen an den letzten Stellschrauben gedreht. „Die Jungs haben sich in den hohen Frequenzen sehr gut geschlagen“, erzählt Schönberg und blickt optimistisch auf die WM: „Unser Ziel ist es, eine Medaille zu holen. Allerdings ist es vorher immer schwer vorauszusagen. Australien scheint unschlagbar, dahinter liegen viele Nationen eng zusammen. Deswegen wollen wir von Rennen zu Rennen schauen.“ In der Vierer-Konkurrenz in Plovdiv gehen 19 Boote auf die Jagd nach Medaillen.

Große Zweier-Konkurrenz mit 25 Booten

Von Rennen zu Rennen wollen auch Laurits Follert und Paul Schröter gucken. Das Zweier-Feld ist groß und hart, das haben die beiden während der Saison bereits zu spüren bekommen. Bei den Weltcups und der EM erzielte das Duo regelmäßig im B-Finale gute Ergebnisse, das große Ziel vom A-Finale wurde jedoch knapp verpasst. Deswegen hat der Zweier umso härter an seiner Form gearbeitet, wie Trainer Christian Viedt erzählt: „Manchmal muss ich die beiden eher bremsen. Die Vorbereitung ist sehr gut verlaufen. Wir haben uns rudertechnisch so stabilisiert, wie wir uns das vorgestellt hatten. Die Jungs haben sich ordentlich verbessert.“

In Plovdiv gehen 25 Zweier an den Start, die Konkurrenz ist im Vergleich zum achten Platz von Glasgow noch einmal größer geworden. Damit muss auch ein Viertelfinale ausgefahren werden. „Das wird ein offenes Rennen. Wenn für uns alles optimal zusammenläuft, können wir diesmal vielleicht vom A-Finale sprechen“, glaubt Viedt: „Wichtig ist es aber, dass die Jungs auf den Punkt da sind und ihre Leistung im richtigen Moment abrufen. Wir sind alle top motiviert.“

07.09.2018 | von Felix Kannengießer

Bei der WM 2017 in Sarasota (USA) holte der Deutschland-Achter den Titel und will ihn nun verteidigen.
Bei den Weltcups und der EM in Glasgow konnte die Achter-Crew in dieser Saison Selbstbewusstsein sammeln.

Bundestrainer Uwe Bender ist optimistisch für die WM.

Beim zweiten Weltcup im österreichischen Linz holten Felix Brummel, Nico Merget, Peter Kluge und Felix Drahotta Bronze.

Das gute Gefühl wollen die Vier mit zur WM nehmen.

Der Zweier hat in der Vorbereitung alle Ziele abgehakt.

Fotos: Detlev Seyb

Zeitplan

Weltmeisterschaften in Plovdiv/Bulgarien vom 9. bis 16. September:

Deutschland-Achter: Mittwoch, 12.9., Vorlauf (ab 11.33 Uhr Ortszeit/10.33 Uhr MESZ); Freitag, 14.9., Hoffnungslauf (9.09 Uhr Ortszeit/8.09 Uhr MESZ); Sonntag, 16.9., Finale (13.15 Uhr Ortszeit/12.15 Uhr MESZ).

Vierer ohne Steuermann: Sonntag, 9.9., Vorlauf (ab 16.19 Uhr Ortszeit/15.19 Uhr MESZ); Dienstag, 11.9., Hoffnungslauf (um 12.09 Uhr Ortszeit/11.09 Uhr MESZ); Donnerstag, 13.9., Halbfinale (ab 12.30 Uhr Ortszeit/11.30 Uhr MESZ); Samstag, 15.9., Finale (12.46 Uhr Ortszeit/11.46 Uhr MESZ).

Zweier ohne Steuermann: Sonntag, 9.9., Vorlauf (ab 11.05 Uhr Ortszeit/10.05 Uhr MESZ); Montag, 10.9., Hoffnungslauf (um 12.45 Uhr Ortszeit/11.45 Uhr MESZ); Mittwoch, 12.9., Viertelfinale (ab 16.06 Uhr Ortszeit/15.06 Uhr MESZ); Donnerstag, 13.9., Halbfinale (ab 11.18 Uhr Ortszeit/10.18 Uhr MESZ); Samstag, 15.9., Finale (11.46 Uhr Ortszeit/10.46 Uhr MESZ).

Termine

18. SH Netz Cup in Rendsburg:

Freitag, 21.9., 19.00-19.30 Uhr: Ergo-Cup im Rendsburger Kreishafen
Samstag, 22.9., 17.00-17.30 Uhr: Ruder-Sprint-Cup im Rendsburg Kreishafen (anschließend Autogrammstunde am Stand der Sporthilfe)
Sonntag, 23.9.: 12,7-Kilometer-Langstrecke von Breiholz nach Rendsburg

 

TV-Berichterstattung:

Sonntag, 23.9.: 14.00-15.15 Uhr NDR TV live; ab 18.00 Uhr: ARD Sportschau; 22.50 Uhr: NDR Sportclub

Deutschland-Achter GmbH
An den Bootshäusern 9-11
44147 Dortmund

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