Weißenfeld: „Dem technischen Idealbild näherkommen“

Interview mit Achter-Ruderer Johannes Weißenfeld über den Beginn des WM-Trainingslagers in Völkermarkt.
 

Seit Mittwoch befindet sich das Team Deutschland-Achter im Trainingslager in Völkermarkt. In den österreichischen Bergen wird noch einmal an den letzten Feinheiten gearbeitet, bevor ab dem 9. September die Weltmeisterschaften in Plovdiv anstehen. Im Interview verrät Johannes Weißenfeld aus dem Deutschland-Achter, wie so ein Trainingstag aussieht, warum es schon jede Menge Action auf dem Stausee gab und wieso der 23-Jährige in den Pausen in die Bücher schaut.

Wie ist das Trainingslager bisher angelaufen?

Weißenfeld: Sehr gut, wir haben in Völkermarkt optimale Trainingsbedingungen und die Stimmung ist top. Wir können hier sehr gut arbeiten. Auch mit dem Wetter hatten wir bislang Glück, außer letzte Woche Freitag, da sind wir beim Training im Vierer einmal untergegangen.

Was ist passiert?

Weißenfeld: Als wir rausgefahren sind, war das Wetter noch in Ordnung. Aber je länger wir auf dem Wasser waren, desto mehr Welle kam auf. Wir haben dann die Wende gemacht und hatten noch zehn Kilometer vor uns, als es richtig runterkam. Innerhalb von drei bis vier Minuten war der Vierer komplett voll gelaufen. Das Boot ist ja so gebaut, dass es nicht ganz untergehen kann, aber es war komplett unter der Wasseroberfläche. Wir waren mitten auf dem Stausee und sind dann irgendwie mit dem Vierer an den Rand gekommen. Da sind wir rausgesprungen, haben das Boot gedreht und das Wasser rausgeschöpft. Zum Glück hat sich das Wetter schnell gebessert, so dass wir die letzten Kilometer zurückrudern konnten. Das war auf jeden Fall ein Erlebnis wert und in der Rückbetrachtung ganz lustig. Es ist ja alles gut gegangen.

Wie sehen eure Tage in Völkermarkt aus?

Weißenfeld: Wir trainieren hier im 2,5-Tage-Rhythmus. Das heißt, dass wir zwei Tage lang je drei Einheiten haben, jeden dritten Tag haben wir dann nur zwei Einheiten und den Nachmittag frei. Das Training ist sehr vielfältig. Wir haben schon eine lange Radtour hinter uns gebracht, demnächst gehen wir hier in den Bergen Wandern. Auch beim Rudern haben wir ein wenig Abwechslung reingebracht und zusätzliche Einheiten im Vierer und Zweier eingebaut.

Woran wollt ihr im Trainingslager arbeiten?

Weißenfeld: Wir arbeiten hier vor allem an der Qualität, die Umfänge haben wir im Vergleich zu den letzten Wochen nicht gesteigert oder teilweise sogar leicht reduziert. Es geht jetzt darum, dass wir im Achter von vorne bis hinten ganz akkurat, präzise und mit Hingabe an den kleinen, speziellen Dingen arbeiten. Wir wollen nach jeder Einheit das Gefühl haben, dass wir unserem technischen Idealbild wieder etwas näher gekommen sind und uns weiter verbessert haben. Wir wollen die Qualität hoch halten.

Wie verbringt ihr die freien Stunden?

Weißenfeld: Der Klopeiner See liegt direkt vor unserem Hotel. Der See hat eine Temperatur von 29 Grad und eine klare, türkis-blaue Farbe – da kann man ganz gut entspannen. Ich muss hingegen in den freien Stunden viel lernen. Am 21. August schreibe ich mein Physikum im Rahmen meines Medizinstudiums, deswegen reise ich auch drei Tage früher aus dem Trainingslager ab. Ich habe hier in Völkermarkt dadurch weniger Pausen und muss auf die Zähne beißen. Das ist manchmal ein schmaler Grat und ein ganz schönes Wechselbad der Gefühle, einerseits das Physikum im Kopf zu haben und sich andererseits beim Training zu fokussieren. Aber es klappt ganz gut, denn durch das Rudern bekomme ich den Kopf frei. Nach den Einheiten ist es nur manchmal schwierig, sich wieder zum Lernen zu motivieren, wenn man so kaputt ist.

13.08.2018 | Interview: Felix Kannengießer

Johannes Weißenfeld ist voll konzentriert: Im Trainingslager muss er den Spagat zwischen Rudern und Studium stemmen.

Foto: Yannick Schurwanz

Im Trainingslager in Völkermarkt wird hart gearbeitet, dafür vor einer schönen Kulisse.

Johannes Weißenfeld hat klare Ziele für das WM-Trainingslager.

Foto: Martin Steffen

Termine

10.-26.11.2019: Trainingslager in Avis/Portugal

28.12.2019 - 13.01.2020: Ski-Trainingslager in St. Moritz/Schweiz 

28.01.-13.02.2020: Trainingslager in Lago Azul/Portugal 

01.-16.03.2020: Trainingslager in Gavirate/Italien

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