Geschwindigkeit ist genau sein Ding

Felix Drahotta im Porträt

 

Wenn Felix Drahotta auf seinem schwarz-gelben Quad die Staubwolken aufwirbeln lässt, wird schnell klar – dieser Mann steht auf Geschwindigkeit. Doch die Fahrten auf dem Quad sind kein Vergleich zu dem, was er im Deutschland-Achter erlebt. Vom Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes ist der 26-Jährige regelrecht fasziniert: „Die Geschwindigkeit, die Kraft, die man im Team entwickelt, und alle ziehen mit – das ist einfach ein geiles Gefühl.“

Die Liebe zum Rudern entwickelte sich schon früh. Mit neun Jahren nahm ihn sein Vater erstmals zum Rudern mit. Andreas Angerstein – Trainer beim Rostocker RC – erkannte das Talent und ließ ihn nicht mehr vom Wasser. „Der Sport hat mir von Anfang an Spaß gemacht, genau wie das Krafttraining. Ich habe in der Gruppe auch schnell Freunde gefunden und mich dann ziemlich schnell für das Rudern entschieden“, berichtet Drahotta, der für den trainingsintensiven Sport den Handball ruhen ließ. Mit seinen ehemaligen Teamkollegen hält er immer noch Kontakt, beim Rudern ist außer ihm jedoch niemand geblieben.

Weltmeister auf dem Ergometer

Für Drahotta ging es im Boot weiter, mit der Landesmeisterschaft auf dem Ergometer feierte er 1998 seinen ersten größeren Titel. 2007 gewann er die Ergo-Junioren-Weltmeisterschaft in Boston. „Das Ergometer liegt mir, da musst du richtig fit für sein“, sagt der 1,99-Meter-Hüne, der häufig mit dem Rad zum Training gefahren ist: erst 7 km, nach einem Umzug sogar 25 km. „Bei Wind und Wetter, ich habe das immer durchgezogen“, erzählt er.

Die Erfolge mehrten sich. Bei den Junioren startete Drahotta regelmäßig durch, wurde Weltmeister, übersprang die U23 und rückte 2008 direkt in den A-Kader. Nicht nur das: Plötzlich fand sich Drahotta bei den Olympischen Spielen in Peking mit Tom Lehmann im Zweier ohne Steuermann wieder und wurde Vierter. „Das war schon unglaublich. Ich hatte sicher auch Glück, weil das Team gerade im Umbruch war“, erinnert er sich: „Der Sprung war brutal hart. Aber du hast ein Ziel vor Augen und weißt, wofür du es tust.“ Das intensivere Training steckte der BVB-Fan weg, zog das neue Pensum durch und fuhr die nächsten Erfolge ein: drei Deutsche Meistertitel im Zweier und die erneute Nominierung für Olympia. In London belegte er mit Anton Braun im Zweier den siebten Platz.

Umzug für die optimale Olympia-Vorbereitung

Seit Ende 2012 wohnt Drahotta in Dortmund, um näher am Stützpunkt zu sein. 500 Kilometer musste er ansonsten wöchentlich fahren oder sich Trainingspartner in Hamburg oder Berlin suchen. Seit dem Umzug rudert Drahotta regelmäßig im Achter, wurde zweimal Europameister und Vizeweltmeister. „Hier kann ich optimal trainieren“, sagt Drahotta, der kein Heimweh hat: „Der Strand fehlt mir, aber ansonsten habe ich mich eingelebt.“ Ein weiterer Vorteil: Der Ruderer vom RTHC Bayer Leverkusen ist näher bei seiner Freundin, einer gebürtigen Dortmunderin, die auch die Facebook-Fanpage des Ruderers ins Leben gerufen hat (facebook.com/felixdrahotta1).

Jetzt gilt seine volle Konzentration der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro, das wären die dritten seiner Karriere. „Diesmal will ich im Achter sitzen“, sagt Drahotta selbstbewusst: „Als Ruderer braucht man Selbstsicherheit. Man darf sich nie aus der Ruhe bringen lassen, muss im Kopf klar sein und an sich selbst glauben. Ich weiß, was ich kann und was möglich ist.“

Was nach Olympia kommt, will sich Drahotta noch offen lassen. Vorstellen kann sich der Sportsoldat vieles: „Polizei oder Feuerwehr zum Beispiel. Aber auch am Kfz-Bereich habe ich großes Interesse.“ Zu Hause schraubt er regelmäßig an seinem Quad, noch lieber aber fährt er das schwarz-gelbe Vehikel aus: „Motorcross durch das Gelände.“ Mehr Spaß hat er nur im Achter, sprinten ist eben genau sein Ding.

 

10.04.15 I Felix Kannengießer

Felix Drahotta auf seinem Quad am Stützpunkt in Dortmund…

…und im Deutschland-Achter.

Termine

23.05.2019: Präsentation Team Deutschland-Achter in Dortmund

31.05. - 02.06.2019: Europameisterschaften in Luzern/Schweiz

21.-23.06.2019: Weltcup in Posen/Polen

12.-14.07.2019: Weltcup in Rotterdam/Niederlande 

17.07. - 04.08.2019: Trainingslager in Völkermarkt/Österreich

12.-21.08.2019: Trainingslager in München

25.08. - 01.09.2019: Weltmeisterschaften in Linz-Ottensheim

06.-08.09.2019: SH Netz Cup in Rendsburg

 

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