„Haben gezeigt, dass mit uns zu rechnen ist“

Mattes Schönherr aus dem Deutschland-Achter blickt im Interview auf den Weltcup in Varese zurück

Beim Weltcup in Varese gelang dem Deutschland-Achter der Sprung aufs Podium: Hinter Großbritannien und Australien holte die Crew um Steuermann Jonas Wiesen die Bronzemedaille. Im Vergleich zur Europameisterschaft in Bled gab es zwei Rotationen im Boot. Benedict Eggeling wechselte mit Olaf Roggensack und wurde zum Bugmann, Mattes Schönherr übernahm von Marc Kammann die Position des Schlagmanns. Im Interview erzählt Schönherr, wie der Wechsel verlief, was in Varese die Euphorie entfacht hat und was die nächsten Schritte sind.

Wie lief die Umbesetzung zum Schlagmann im Vorfeld des Weltcups für dich?

Mattes Schönherr: Nach der Europameisterschaft in Bled haben wir versucht, alles in Frage zu stellen, was Sinn macht, es zu ändern. Dabei hatte Sabine Tschäge auch die Idee, mich wieder auf der Schlagmannposition auszuprobieren, um offensiver losfahren zu können. Für mich war es erstmal was anderes, den Schlag nun nicht mehr zu übernehmen, sondern bestmöglich vorzugeben und gleichzeitig die Dinge von Jonas einzubinden. Ich musste mich etwas umstellen und auch schauen, dass ich nicht zu kräftezehrend rudere, aber dadurch, dass ich diese Position ja schon letztes Jahr gefahren bin, ging es recht schnell. Für mich ist es auch egal, wo ich im Boot sitze, ich nehme meine Aufgabe an. Am wichtigsten ist mir, dass wir als Team vorankommen und so weit es geht nach vorne kommen.

Wie war der Start in die Weltcup-Saison für euch?

Schönherr: Es war sehr aufregend. Es ist zwar jedes Mal so, aber diesmal war es noch ein bisschen mehr, weil wir nach Bled unbedingt zeigen wollten, was wir können und dass wir uns verbessert haben. Wir wollten schon im Bahnverteilungsrennen gleich von vorne raus das Geschehen mitbestimmen. Das ist uns sehr gut gelungen – bei 1.000 Metern haben wir vor Großbritannien das Feld angeführt. Das hat uns auf jeden Fall einen Push verschafft. Wir haben gezeigt, dass wir es können, auch wenn wir dann Vierter geworden sind. Im Finale wollten wir nochmal so einen Start hinlegen. Er war zwar nicht ganz so gut wie im ersten Rennen, aber wir konnten wieder vorne mitfahren. Diesmal konnten wir auch noch einen Endspurt draufsetzen und den Gegnern damit einen Schlag verpassen. Wir haben gezeigt, dass wir kämpfen können und mit uns zu rechnen ist.

Wie hat es sich angefühlt, wieder auf dem Podium zu stehen?

Schönherr: Am Ende ist es als Sportler immer langfristig das Ziel, Erfolg zu haben und auf das Podium zu fahren. Wir haben in den letzten Wochen viel gearbeitet, es herrschte eine hohe Anspannung, weil wir in Varese unbedingt etwas erreichen wollten. Deswegen ist viel abgefallen durch die Bronzemedaille. Wir sind in Schlagweite und ich bin zuversichtlich, dass wir weiterhin die richtigen Schritte gehen, wenn wir weiter so arbeiten. Wir wachsen immer mehr zu einer Einheit zusammen.

Was sind die nächsten Schritte?

Schönherr: Der Erfolg in Varese gibt uns die Euphorie für die nächsten Wochen, um jetzt dranzubleiben. Wir müssen die Rennen analysieren, die richtigen Schlüsse ziehen, weiter hartnäckig arbeiten und in Luzern wieder eine Schippe draufpacken. Man darf nicht vergessen, dass in Varese auch nicht alle Nationen dabei waren. Und unser Ziel ist klar: Wir wollen uns die Olympia-Qualifikation sichern.

20.06.2023 | Interview: Felix Kannengießer

Das Team Deutschland-Achter in Varese.

Bilder: Detlev Seyb & Maren Derlien

Termine

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Qualifikationsregatta in Luzern
(Schweiz 19.-21. Mai 2024)
Weltcup in Luzern
(Schweiz, 24.-26. Mai 2024)
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(Polen, 14.-16 Juni 2024)

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Trainingslager in Ratzeburg (11.-20. Juli 2024)
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