EM in München: Achter tankt Selbstvertrauen

Das deutsche Flaggschiff belegt beim Testrennen den zweiten Platz hinter Favorit Großbritannien. Mannschaft und Bundestrainer Uwe Bender sind zufrieden.

Test bestanden und den Fokus direkt aufs Finale gerichtet: Der Deutschland-Achter belegte bei den Europameisterschaften in München im Testrennen den zweiten Platz mit etwa einer Bootslänge Rückstand auf den großen Favoriten Großbritannien – und ist nach der kurzfristigen Umbesetzung auf Medaillenkurs. „Da muss man realistisch sein: Die Briten sind klarer Titelfavorit. Aber wir haben gute Medaillenchancen. Silber ist unser Ziel“, sagte Torben Johannesen, der auf die Position des Schlagmanns für den verletzten Mattes Schönherr vorgerückt ist. Zufrieden war auch Bundestrainer Uwe Bender: „Nach den vielen Krankheits- und Trainingsausfällen, die sich wie ein roter Faden durch die Saison ziehen, ist das Ergebnis sehr erfreulich. Für uns war es wichtig, einen neuen Rhythmus zu finden und Selbstvertrauen zu bekommen.“

In dem Testrennen bei starken Gegenwind-Bedingungen fuhr der Deutschland-Achter auf den ersten 500 Metern nahezu zeitgleich mit dem britischen Achter, der sich auf den zweiten 500 Metern aber entscheidend absetzte. „Da haben die Briten ordentlich Betrieb gemacht, aber insgesamt haben wir es kämpferisch gut gemacht“, meinte Johannesen. Schließlich setzte sich das deutsche Paradeboot klar gegenüber den anderen Booten im Feld durch: Rumänien wurde Dritter, gefolgt von Italien und den Niederlanden. „Es war ein Testrennen ohne Konsequenzen, alle Boote stehen auch im Finale. Wer wieviel investiert hat, wird man erst nach dem Finale wissen. In so einem Rennen ist immer ein bisschen Taktieren dabei“, meinte Bender.

Am Samstag um 13.36 Uhr kommt es zum erneuten Schlagabtausch der Männer-Achter. Die Ruderer und Steuermann Jonas Wiesen richteten ihren Fokus direkt auf den anstehenden Kampf um die Medaillen. „Die Briten haben ihre Favoritenrolle bestätigt, aber wir werden alles dransetzen, sie mehr zu ärgern. Eine komplette Bootslänge fährt man nicht so eben zu, aber wenn wir die Chance sehen, werden wir sie auch wahrnehmen“, sagte Wiesen, der die Stimmung der European Championships in München genießt: „Die EM ist ein emotionales Highlight, das kommt dem olympischen Feeling näher als eine normale Regatta. Aber der sportliche Saisonhöhepunkt bleibt die WM in Racice.“

Vierer setzt auf Hoffnungslauf

Der Vierer ohne Steuermann musste sich im Vorlauf mit dem vierten Platz zufrieden geben. Marc Kammann, Max John, Malte Großmann und Theis Hagemeister kamen hinter Großbritannien, Polen und der Schweiz ins Ziel und müssen nun auf den Hoffnungslauf setzen. „Wir wollten offensiv loslegen, haben aber nicht unseren Rhythmus gefunden. Es fehlte auch ein bisschen der nötige Biss, denn wir wussten, dass nur der Vorlaufsieger weiterkommt“, sagte Malte Großmann. Schließlich diktierte wie erwartet Luzern-Sieger Großbritannien das Rennen von der Spitze.

Aufgrund von drei Absagen schrumpfte das Feld von 15 auf zwölf Vierer zusammen, so dass nur der Vorlaufsieger direkt ins Finale einzog. Der Rest muss im Hoffnungslauf auf die zweite Chance setzen. Hier bekommt es der deutsche Vierer am Freitag (11.02 Uhr) mit Rumänien, der Schweiz und Norwegen zu tun. Die beiden Erstplatzierten lösen das Finalticket. „Morgen werden wir aggressiver rangehen und auch zeigen, dass wir auch bei den herausfordernden Bedingungen mit heute zum Teil böigem Gegenwind gut rudern können“, bemerkte Marc Kammann.

11.08.2022 | von Carsten Oberhagemann

Mit Platz zwei im Testrennen zufrieden: Der Deutschland-Achter im Rennen (oben) und bei den Interviews in der Mixed-Zone hinterher.

Der Vierer ohne Steuermann mit Marc Kammann, Malte Großmann, Max John und Theis Hagemeister.
Fotos: Detlev Seyb und Maren Derlien

Ergebnisse

Achter, Testrennen: 1. Großbritannien 5:59,29 Minuten, 2. Deutschland-Achter (Torben Johannesen, Wolf-Niclas Schröder, Tom Tewes, Benedict Eggeling, Laurits Follert, Julian Garth, Jasper Angl, Olaf Roggensack, Steuermann Jonas Wiesen) 6:01,68 Minuten, 3. Rumänien 6:03,04, 4. Italien 6:03,90, 5. Niederlande 6:04,48.

Vierer ohne Steuermann, Vorlauf: 1. Großbritannien 6:32,26 Minuten, 2. Polen 6:36,01, 3. Schweiz 6:37,48, 4. Deutschland (Marc Kammann, Max John, Malte Großmann, Theis Hagemeister) 6:46,39, 5. Italien 6:49,59, 6. Österreich 6:54,46.

Termine

SH Netz Cup in Rendsburg

Freitag, 30.09.: Ergo-Cup im Rendsburger Hafen (19.30 Uhr)
Samstag, 01.10.: Sprintrennen im Rendsburger Hafen (16.10 Uhr)
Sonntag, 02.10.: 12,7-Kilometer-Langstrecke von Breiholz nach Rendsburg (13.10 Uhr)
Nationen: Deutschland, Niederlande, USA, Ukraine

TV-Übertragung:
NDR Schleswig-Holstein Magazin (Fr., ab 19.30 Uhr)
NDR live (So., 13.00 Uhr - 14.00 Uhr)
Weitere Infos: shnetzcup.de

Deutschland-Achter GmbH
An den Bootshäusern 9-11
44147 Dortmund

Telefon: 0231-985125-11
Telefax: 0231-985125-25
info@deutschlandachter.de