Max Planer sitzt nach „Achterbahnfahrt“ im Vierer

Der 29-jährige Ruderer aus dem Team Deutschland-Achter hat eine bewegte Saison hinter sich. Der Höhepunkt steht nun bevor.

Für keinen Sportler war diese von der Corona-Pandemie geprägte Saison normal, für Maximilian Planer war sie aber wirklich verrückt. Noch vor einigen Monaten dachte der 29-Jährige ans Karriereende, nachdem er bei der internen Qualifikation des Team Deutschland-Achter ein Nierenversagen erlitten hatte. Heute ist er wieder voll dabei und hat sogar noch den Sprung in den Kader für die Europameisterschaften im polnischen Posen (9.-11. Oktober) geschafft.

„Dieses Jahr war eine totale Achterbahnfahrt, das war schon Wahnsinn. Mal sehen, wo die Reise jetzt hingeht“, sagt Planer. Bis in den Winter hinein lief für den Bernburger noch alles normal. Dann folgte der Schock beim 2000-Meter-Ergotest im Januar, als er sich so sehr verausgabte, dass seine Nieren versagten.

„Alles in Frage gestellt“

„Danach habe ich alles in Frage gestellt. Ich hatte alles auf Olympia 2020 ausgerichtet und die Chancen darauf tendierten nach dem Vorfall für mich gegen Null“, erinnert sich Planer, der sich privat unter anderem in seinem Podcast mit dem Thema Mindset beschäftigt: „Alles, was ich vorher verinnerlicht hatte, musste ich anwenden, als ich plötzlich im Krankenhaus lag. Ich habe aus der Situation viel gelernt. Ich habe es als Herausforderung gesehen und mich nur darauf fokussiert, wieder gesund zu werden. Es ist wichtig, jeden Tag zu genießen und immer sein Bestes zu geben. Für mich zählt nur das Hier und Jetzt. Deswegen wollte ich es dann auch wieder mit dem Rudern versuchen, als ich dafür grünes Licht bekommen hatte.“

Plötzlich im Deutschland-Achter

Als er wieder voll gesund war und die ersten Einheiten absolviert hatte, stoppte ihn allerdings nach kurzer Zeit der Corona-Lockdown. Doch der Talfahrt folgte schnell das nächste Hoch. Nach der Verletzung von Olaf Roggensack fand sich Planer nach der Corona-Pause plötzlich als Ersatzfahrer im Deutschland-Achter wieder. Mittlerweile ist Roggensack wieder zurück, doch dafür bot sich an anderer Stelle für Planer eine Chance.

Im Vierer ohne Steuermann war ein Rollsitz frei geworden, weil Christopher Reinhardt ein Pausenjahr einlegt. Und weil Planer seit seinem Comeback voll überzeugt hatte und große Erfahrungen auch im Vierer ohne Steuermann vorweisen kann, entschied sich das Team um Bundestrainer Uwe Bender dafür, den 29-Jährigen als vierten Mann neben seinem langjährigen Zweierpartner Felix Wimberger, Wolf-Niclas Schröder und Paul Gebauer im Vierer zu nominieren.

Planer fasst schnell wieder Fuß

„Ich bin glücklich, dass ich so schnell wieder Fuß im Team fassen konnte. Ich wurde von den Jungs im Vierer als gleichwertiges Mitglied aufgenommen, auch wenn mein Weg ins Boot ein anderer als ihrer war. Das Zusammenspiel läuft gut, wir sind alle vier ehrgeizige und selbstkritische Typen, die in jeder Einheit alles geben wollen. Und ich habe mich auch physisch und technisch schnell wieder reinfuchsen können“, berichtet Planer, der große Vorfreude auf die EM verspürt: „Wir freuen uns, dass wir endlich wieder Rennen fahren dürfen und dass wir jetzt zeigen können, was wir draufhaben. Ich habe gute Hoffnungen, dass wir vorne mitmischen können.“

Olympia-Quali im Hinterkopf

Jetzt kann er sogar wieder Olympia ins Auge fassen, zumindest zunächst die Qualifikation. Denn der Vierer ohne Steuermann muss sein Ticket für die auf das Jahr 2021 verschobenen Olympischen Spiele in Tokio ja noch lösen: Vom 14. bis zum 18. Mai kommenden Jahres ist es soweit. „Olympia ist bei mir jetzt wieder im Hinterkopf, alles auf dem Weg dahin ist nur ein Zwischenziel. Aber aktuell konzentrieren wir uns alle komplett auf die EM. Ich bin heiß auf diesen Wettkampf“, so Planer.

19.09.2020 | von Felix Kannengießer

Sitzt nach einer „Achterbahnfahrt“ nun im Vierer ohne Steuermann: Max Planer.

Im Team fühlt sich Maximilian Planer wieder voll aufgenommen.

Fotos: Paul Hense

 

Termine

SH Netz Cup in Rendsburg:
Freitag (16.10.2020):
Ergo-Cup um 18.45 Uhr, Bühne Kreishafen
Samstag (17.10.2020):
Sprint Cup um 17 Uhr, Kreishafen
Sonntag (18.10.2020):
12,7-Kilometer-Langstrecke um 14.30 Uhr, Breiholz-Rendsburg (Livestream: www.shz.de)

03.-19.11.2020:
Trainingslager in Lago Azul (Portugal)
02-18.12.2020:
Trainingslager in Avis (Portugal)

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