Messboottechnik erreicht ein neues Level

Der DRV und die FES haben ein neues System für die Messbootfahrten entwickelt, das viele Vorteile bietet

Die Messbootfahrten sind über die letzten Jahre ein fester Bestandteil des Trainingsprogramms beim Team Deutschland-Achter geworden, nun wurde ein neues Messsystem entwickelt. In Ratzeburg wurde es von der Forschungsstelle für die Entwicklung von Sportgeräten (FES) und der Messboot-AG des Deutschen Ruderverbandes (DRV) an das Team Deutschland-Achter übergeben – sicher verpackt in acht Koffern. „Das neue System gibt Anlass zur Hoffnung, dass die ohnehin schon wichtigen Messfahrten ein neues Level erreichen“, sagt Stefan Weigelt, der Trainingswissenschaftler am Stützpunkt in Dortmund.

„Modernster Stand der Technik“

Das Projekt ist eine Zusammenarbeit der FES Berlin und des DRV unter der Leitung von Dr. Gunnar Treff. Fünf Jahre lang wurde getüftelt und probiert, nun ist die neue Soft- und Hardware bereit. „Alles ist auf dem modernsten Stand der Technik, bedienungsfreundlich und betriebssicher. Die zeitliche Erfassung und Aufzeichnung der Messwerte wurde optimiert, es ist noch genauer als zuvor, und viel wurde digitalisiert“, lobt Weigelt, der als Mitglied der Messboot-AG an der Entwicklung beteiligt war: „Außerdem steht eine App zur Verfügung, die alle nötigen Programme in einer Oberfläche vereint, ob Kalibrierung, Auswertung oder Datenbank.“

Erste Probefahrt absolviert

Bei den Messbootfahrten werden bei der Fahrt Parameter wie Ruderwinkel, Schlaglänge und Kraftverteilung aufgezeichnet. Die Ruderer und Trainer können ausgewählte Daten live sehen. Nachher wird gemeinsam analysiert, wobei auf eine Datenbank der vergangenen Jahre zurückgegriffen werden kann, um Vergleiche zu ziehen. Die erste Einweisungsfahrt mit dem neuen System wurde bereits absolviert. Dabei hat Weigelt gleich einen weiteren Vorteil entdeckt: „In der Handhabung ist es auf jeden Fall komfortabler. Sonst brauche ich für den Einbau des Systems eine Stunde pro Platz, der Aufwand wurde deutlich verringert.“

Kleine Hilfe auf dem Weg nach Tokio

Möglichst bald soll das System auch in die Messfahrten des Team Deutschland-Achter integriert werden, um pünktlich zur Vorbereitung auf die Saison 2021 mit dem Höhepunkt der Olympischen Spiele in Tokio die besten technischen Hilfsmittel zur Verfügung zu haben.

29.08.2020 | von Felix Kannengießer

Die Übergabe der neuen Technik: (v.li.) Marcel Strack (Softwareentwickler FES), Dr. Stefan Weigelt sowie die FES Entwicklungsingenieure Michael Enders und Andre Ogrodowski.

Stefan Weigelt, hier mit Marc Leske aus dem Team Deutschland-Achter, war an der Entwicklung der neuen Messtechnik beteiligt.

Der Deutschland-Achter bei aktuellen Messfahrten auf dem Dortmund-Ems-Kanal.

Termine

9.-11.10.2020: Europameisterschaften in Posen/Polen

16-18.10.2020: SH Netz Cup in Rendsburg

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