Paul Schröter: Der Spätstarter ist stärker denn je

Mit seinem neuen Zweierpartner Laurits Follert funktionierte es von Anfang an gut. Seine Allergie hat er mit Akupunktur "richtig gut" in den Griff bekommen.

 

Eigentlich wurde das Rudern Paul Schröter in die Wiege gelegt, seine Mutter Martina war eine erfolgreiche Olympia-Ruderin. Der gebürtige Weimarer fand jedoch zunächst in der Leichtathletik sein Glück, bevor er 2008 recht spät, aber erfolgreich ins Boot umstieg. Nach zwei WM-Medaillen im U23-Bereich und Silber bei der WM 2013 im Zweier mit Steuermann warf ihn allerdings erst eine Verletzung, dann eine hartnäckige Allergie zurück. Beides hat er in den Griff bekommen und ist umso stärker wiedergekehrt. Mit Bronze bei den Kleinbootmeisterschaften 2018 hat er gleich mal Ambitionen angemeldet.

Schröter war in seiner Jugend ein erfolgreicher Leichtathlet. Als er wegen einer Verletzung vorübergehend keine Wettkämpfe bestreiten durfte, wollte er aber nicht nur zu Hause herumsitzen. Also versuchte er sich im Ruderboot, dem Sportgerät, in dem seine Mutter Martina schon zahlreiche Titel abgeräumt hatte. Im Einer wurde sie bei Olympia 1980 Dritte, acht Jahre später holte sie im Doppelzweier olympisches Gold. „Die Geschichten hatte ich noch im Hinterkopf. Mir hat Rudern dann auch schnell mehr Spaß als Leichtathletik gemacht“, berichtet Paul Schröter.

Große Entwicklungsschritte

In Potsdam aufgewachsen, machte er seine ersten Schläge bei der Potsdamer RG. Nach dem Umzug nach Berlin folgte der Wechsel zum Ruderklub am Wannsee, wo Schröter erhebliche Entwicklungsschritte machte und auch in der Größe ordentlich zulegte. Sein Talent blieb nicht unentdeckt. Der heute 1,96 Meter große Athlet schaffte den Sprung in die U23-Nationalmannschaft, holte 2011 im Vierer mit Steuermann U23-WM-Silber und ein Jahr später U23-Gold im Vierer mit Steuermann. Auch im A-Kader fand Schröter schnell Anschluss, bei der Europameisterschaft 2013 war er Ersatzmann, bei der WM im südkoreanischen Chungju zeigte er im Zweier mit Steuermann seine Qualitäten und ruderte zu Silber. Doch mit dem Erfolg begannen die Probleme.

Akupunktur hilft gegen die Allergie

Im Jahr 2014 warf Schröter eine Sehnenscheidenentzündung zurück. Als er diese hinter sich gelassen hatte, warf ihn eine heftige Allergie komplett aus der Bahn. „Das war eine schlimme Zeit, die sich bis 2016 gezogen hat“, erinnert er sich: „Ich habe versucht, es mit Medikamenten einzudämmen. Die haben mich aber müde gemacht. Zum Glück habe ich 2017 in der Charité Berlin einen Experten gefunden, der mir helfen konnte.“ Die Lösung heißt Akupunktur: Seitdem verzichtet der Polizeimeisteranwärter der Bundespolizei auf Tabletten und hat stattdessen Nadeln im Ohr.

„Das Beste, was ich machen konnte“

„Ich habe das auf gut Glück probiert. Im Endeffekt war es das Beste, was ich machen konnte. So habe ich die Allergie richtig gut in den Griff bekommen“, findet Schröter, der die Akupunktur nun in Bochum bei einem Heilpraktiker fortsetzt. Der 27-Jährige fühlt sich seitdem wieder topfit, auch der sportliche Erfolg ist schnell zurückgekehrt, im April hat er starke Ergebnisse abgeliefert: Auf der Langstrecke in Leipzig wurde er mit Laurits Follert Fünfter, hatte beim Ergometer-Test gute Werte und ruderte bei den Kleinbootmeisterschaften im Zweier auf Platz drei – seine bisher beste Platzierung bei den Deutschen Meisterschaften.

Umzug nach Dortmund

„Damit bin ich natürlich zufrieden. Für mich ist es jetzt erstmal wichtig, wieder richtig ans Team ranzukommen“, sagt Schröter. Um nah am „Team Deutschland-Achter“ dran zu sein, ist er im Januar von Berlin nach Velbert gezogen, wo er gemeinsam mit seiner Freundin, der ehemaligen Leichtgewichtsruderin Fabienne Knoke, wohnt. Seitdem trainiert er auf dem Dortmund-Ems-Kanal statt am Wannsee. „Ich wollte in Dortmund den nächsten Schritt machen, vor allem rudertechnisch. In Berlin gab es auch nicht den richtigen Ruderpartner für mich“, erzählt Schröter. Den hat er mit Follert nun gefunden: „Mit ihm hat es von Anfang an gut funktioniert, wir haben dieselben Vorstellungen vom Rudern. Wir können gut zusammen arbeiten und menschlich passt es auch.“

Gute Ausgangslage

Mit Bronze bei den Kleinbootmeisterschaften hat sich Schröter nun eine gute Ausgangslage für die Verteilung der nationalen Boote verschafft. Doch der passionierte Angler bleibt ruhig, ganz seinem Naturell entsprechend: „Ich gehe die Nominierungen entspannt an und lasse mich überraschen.“

 

01.05.18 I von Felix Kannengießer

Paul Schröter mit Bastian Bechler und Jonas Wiesen beim WM-Silber-Gewinn 2013.

 

Foto: Detlev Seyb

 

Danach suchte Schröter lange nach dem richtigen Zweierpartner, den er nun in Laurits Follert gefunden hat. Gemeinsam ruderte das Duo bei den Kleinbootmeisterschaften auf Platz drei.

Fotos: Detlev Seyb

Termine 2018

08.-23. August 2018 
Trainingslager in Völkermarkt (Österreich)

25. August - 01. September 2018
Trainingslager in Dortmund

28. August 2018
Medientag in Dortmund

09.-16. September 2018
Weltmeisterschaften in Plovdiv (Bulgarien)

21. - 23. September 2018:
SH Netz Cup in Rendsburg

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