Olympia-Quali in Luzern: Vierer und Zweier im Halbfinale. Entscheidung schon Sonntag.

Guter Auftakt für den Vierer und Zweier ohne Steuermann bei der Qualifikationsregatta auf dem Rotsee. Nach einer Zeitplanänderung werden Halbfinale und Finale am Sonntagvormittag ausgetragen.

Mit einem soliden Auftakt ist der Vierer ohne Steuermann in den Kampf um die begehrten Olympia-Tickets eingestiegen. Bei der olympischen Qualifikationsregatta in Luzern belegten Paul Gebauer, Maximilian Planer, Felix Wimberger und Wolf-Niclas Schröder im stark besetzten Vorlauf den dritten Platz. Sie kamen hinter den Booten aus Südafrika und Frankreich ins Ziel. Damit zog das Quartett auf direktem Weg ins Halbfinale ein und ersparte sich – im Gegensatz zur EM in Varese – den Hoffnungslauf. Ebenfalls schafften Marc Kammann und Friedrich Dunkel als Vorlauf-Zweite im Zweier ohne Steuermann den direkten Halbfinal-Einzug.

Kraftakt am Sonntag: Zwei Rennen binnen zweieinhalb Stunden

Nach den Vorlaufrennen kam dann die Mitteilung vom Ruder-Weltverband FISA, dass die Finalrennen auf Sonntag vorverlegt werden. Für den eigentlich vorgesehenen Montag sind laut Wettervorhersage unruderbare und unfaire Bedingungen möglich, wie das FISA-Executivkomitee seine Entscheidung begründete. Damit steht beiden Booten ein wahrer Kraftakt am Sonntagvormittag bevor, sind doch binnen zweieinhalb Stunden zwei harte Rennen zu absolvieren, um das Olympia-Ticket zu holen. Der Vierer muss im Halbfinale (9.25 Uhr) gegen Österreich, Südafrika, Litauen, die Ukraine und Russland mindestens Dritter werden, um ins Finale (11.50 Uhr) einzuziehen. „Es ist sehr unglücklich, dass nach 15 Monaten Vorbereitung die beiden entscheidenden Rennen an einem Tag und mit so einem kleinen Zeitfenster dazwischen ausgetragen werden müssen. Aber unfair ist es nicht, alle haben das gleiche Programm vor der Brust“, sagte Bundestrainer Tim Schönberg. Der Zweier bekommt es um 9.00 Uhr im Halbfinale mit Brasilien, China, Dänemark, Großbritannien und Russland zu tun. Das Finale hier um 11.30 Uhr angesetzt. Für den Zweier wie für den Vierer gilt, dass nur die Plätze eins und zwei in den Finalrennen noch den Quotenplatz für die Olympischen Spiele in Tokio erringen.

„Das ist alles so eng. Da wird die Tagesform wird entscheidend sein“

Nach einem guten Start lag der deutsche Vierer bei der ersten Zwischenzeit hinter den Franzosen um Dorian Mortelette, Olympia-Medaillengewinner von London, auf dem zweiten Platz. Auf den zweiten 500 Metern zogen die Südafrikaner, die sogar drei olympische Medaillengewinner an Bord haben, auf der Außenbahn am deutschen Boot vorbei. Zu diesem Zeitpunkt etwas abgeschlagen waren schon die Tschechen. „Das Weiterkommen war eigentlich entschieden, so dass wir solide weitergefahren sind und uns mit dem dritten Platz zufriedengegeben haben. Wer weiß, wofür es am Ende gut ist“, sagte Felix Wimberger, der mit Blick auf den morgigen Tag feststellte: „Wir hatten in unserem Lauf zwei starke Gegner und bei 1.000 Metern über alle Rennen gesehen die viertschnellste Zeit. Das ist alles so eng, da wird die Tagesform entscheidend sein.“

„Es wird um Zentimeter gehen“

Für den Zweier mit Marc Kammann und Friedrich Dunkel war es der erhofft gute Einstieg in die dreitägige Qualifikations-Regatta. Im Vorlauf belegten sie hinter den als Mitfavoriten gehandelten Niederländern den zweiten Platz. Gegenüber den drittplatzierten Slowenen setzte sich das deutsche Duo auf den dritten 500 Metern ab. Ungarn wurde abgeschlagen Vierter. „Wir sind froh, dass wir im Vorlauf nicht bis auf die Ziellinie voll draufhalten mussten. Denn das morgige Halbfinale wird ein richtiges Brett. Die Zeiten zeigen: Es wird um jeden Zentimeter gehen“, sagte Bootstrainer Eric Johannesen, der 2012 mit dem Deutschland-Achter Olympiasieger wurde. Mit seiner Erfahrung aus vielen Rennen, die er auch schon auf dem Rotsee bestritten hat, kann er dem jungen Zweier jetzt helfen: „Das Niveau hier ist in der Breite sehr groß. Wir werden aber probieren ins A-Finale zu fahren und die Chance auf den Olympiaplatz zu wahren.“

15.05.2021 | von Carsten Oberhagemann

Der Kampf um die Olympia-Tickets hat begonnen: Der Vierer mit Paul Gebauer, Maximilian Planer, Felix Wimberger und Wolf-Niclas Schröder zog als Vorlauf-Dritte direkt ins Halbfinale ein.

Einen guten Start in die Qualifikationsregatta erwischten auch Marc Kammann und Friedrich Dunkel als Vorlauf-Zweiter im Zweier ohne Steuermann.

Fotos: Detlev Seyb

 

Ergebnisse

Zweier ohne Steuermann, Vorlauf: 1. Niederlande 6:39,69 Minuten, 2. Deutschland (Marc Kammann, Friedrich Dunkel) 6:43,56, 3. Slowenien 6:47,61, 4. Ungarn 7:16,57.

Vierer ohne Steuermann, Vorlauf: 1. Südafrika 6:09,18 Minuten, 2. Frankreich 6:12,55, 3. Deutschland (Paul Gebauer, Maximilian Planer, Felix Wimberger, Wolf-Niclas Schröder) 6:17.64, 4. Tschechien 6:48,01.

 

 

Termine & ergebnisse

SH Netz Cup in Rendsburg:

Stadtwerke SH Ergo-Cup der internationalen Achter (500 Meter): 1. Polen 1:20,3 Min., 2. Deutschland-Achter 1:20,4, 3. Niederlande 1:21,8

Emil Frey Küstengarage Ruder-Sprint-Cup der Internationalen Achter (400 Meter), 1. Rennen: 1. Deutschland-Achter 1:01,52 Min., 2. Niederlande 1:02,32, 3. Polen 1:04,06; 2. Rennen: 1. Deutschland-Achter 1:05,65 Min., 2. Niederlande 1:06,82, 3. Polen 1:07,07

 

 

SH Netz Cup über 12,7 Kilometer: 1. Deutschland 21:12,4 Minuten, 2. Niederlande 21:52,1, 3. Polen 42:25,0.

Deutschland-Achter GmbH
An den Bootshäusern 9-11
44147 Dortmund

Telefon: 0231-985125-11
Telefax: 0231-985125-25
info@deutschlandachter.de